Zinskurve

Was ist eine Zinskurve?

Die Zinskurve ist die grafische Veranschaulichung der Zinsstruktur, also des Verhältnisses verschiedener laufzeitabhängiger Zinssätze zueinander. Mit der Zinskurve (auch Zinsstrukturkurve) wird der Bezug zwischen Laufzeit und Zinssatz einer Anleihe oder eines Kredites dargestellt. Sie ist ein guter Indikator für die von den Marktteilnehmern erwartete konjunkturelle Entwicklung. Notenbanken verwenden die Zinskurve zur Bewertung der wirtschaftlichen Situation und zur Ableitung finanzpolitischer Maßnahmen. Damit versuchen sie, Einfluss auf den Verlauf der Kurve zu nehmen.

Wie verhält sich eine Zinskurve?

Man unterscheidet zwischen normalen, inversen und flachen Zinskurven. Die normale Kurve ist ansteigend und stellt die unter normalen wirtschaftlichen Bedingungen erwarteten höheren Zinsen für längerfristige Anleihen und Kredite gegenüber kurz- und mittelfristigen Papieren dar. Die Konjunkturaussichten sind positiv und die Zinsen steigen mit längerer Laufzeit. Je steiler die Zinskurve ist, desto höher sind die Erwartungen der Marktteilnehmer. Das ist häufig am Ende einer Rezession zu beobachten. Im Gegensatz dazu wird sie flacher am Ende eines Konjunkturzyklus.

Eine inverse Entwicklung der Kurve ist ein starkes Anzeichen für eine nahende Rezession und wird als negative Strukturkurve bezeichnet. Der Grund für die fallende Kurve sind die negativen Erwartungen der Marktteilnehmer an die wirtschaftliche Entwicklung, es werden fallende Zinsen in der Zukunft erwartet.

Bei der flachen Zinskurve sind die erwarteten Zinsen über den betrachteten Zeitraum konstant. Mittelfristig kann es zu einem kleinen Buckel kommen. Sie kann sich in Zukunft zu einer inversen Kurve wandeln und kann einen Hinweis auf eine nahende Verschlechterung der wirtschaftlichen Entwicklung geben.

Wie kann der Verlauf der Zinskurven erklärt werden?

Die Verläufe von Zinskurven können anhand verschiedener Modelle erklärt werden. Es gibt drei bedeutende Hypothesen.

Die Erwartungshypothese setzt auf die durch die Erwartungen der Marktteilnehmer ausgelösten Handlungen, die zu sich zukünftig ändernden Zinsen führen. In Verbindung mit der Liquiditätspräferenztheorie, die darauf baut, dass Investoren für Ihre Handlungen Liquidität benötigen und daher eher kurzfristig orientiert sind, ergibt sich eine gute Erklärung für die sich ändernden Zinsstrukturkurven. Die Marktsegmentierungshypothese betrachtet die verschiedenen Marktsegmente mit unterschiedlichen Akteuren und Zinsstrukturen. Zusammen mit der Liquiditätspräferenzhypothese erklärt sich der überwiegend normale Verlauf der Zinsstrukturkurve.