Wertpapierdepot

Was ist ein Wertpapierdepot?

Bei einem Wertpapierdepot handelt es sich um ein Konto, welches ein Privatkunde oder eine juristische Person bei einer Bank oder einem Broker führt, um dort Wertpapiere zu verbuchen und diese im Bestand halten zu können. Es ist sozusagen ein virtueller Tresor auf den nur der Kontoinhaber und seine Bevollmächtigten Zugriff haben und ersetzt die frühere Verwahrung von Wertpapieren in Papierform.

Die Zahl der Wertpapierdepots und die darin verwalteten Wertpapiere steigt an, es erlebt seit einiger Zeit einen erheblichen Bedeutungszuwachs. Insbesondere seit dem Jahr 2010 sollte es wirklich jeder Geldanleger oder jede Geldanlegerin haben. Denn: Die Zinsen für fest verzinsliche Wertpapiere wurden schrittweise abgesenkt. Sodass die früheren Testsieger der „Treppenzins“- und ähnliche Sparformen momentan und in einem absehbaren Betrachtungszeitraum nicht mehr attraktiv sein werden. Stattdessen rentiert es sich für Anlegerinnen und Anleger mehr denn je auf Wertpapiere auszuweichen.

Die mathematische Betrachtung lautet: Als Anleger müssten Sie eine Rendite (oberhalb des Steuerfreibetrags) in Höhe der Inflationsrate plus Kapitalertragsteuer erzielen. Für die Verwirklichung dieses Zieles empfehlen Verbraucherschützer, Wirtschaftspresse und teilweise auch der Finanzsektor deshalb Wertpapiere. Deren Wertzuwachs zumindest zu einem Teil aus Unternehmensgewinnen und dem Wirtschaftswachstum besteht. Und dessen Wertentwicklung sich möglichst weitgehend von den Zinsentscheidungen abkoppelt.

Das Wertpapierdepot ist Aufbewahrungsort und Tresor für Wertpapiere und Ertragskupons

Das Wertpapierdepot und dessen Funktionsweise lassen sich anhand einer Kauf-Transaktion und des langfristigen Handelns eines Wertpapiers sehr gut darstellen. Wenn Sie beispielsweise von der Entwicklung einer der großen Aktiengesellschaften aus dem DAX30 sehr überzeugt sind, dann können Sie diese Aktie über eine Bank oder einen Broker kaufen. Dazu übermitteln sie dem Broker den Kaufauftrag inklusive Stückzahl, ggf. einem limitierten Kaufpreis und zusätzlich natürlich die Art des Wertpapiers. Diese wird eindeutig dadurch beschrieben, dass Sie über die Wertpapiersuche die Wertpapierkennnummer finden.

Nach dem Kauf an der Börse wird das Wertpapier dann in das Wertpapierdepot eingebucht und verwahrt. Wenn es beispielsweise die Allianz-Aktie wäre, dann wäre die entsprechende Wertpapierkennnummer die 840400. Wenn Sie als Anleger die Aktie langfristig halten möchten, dann können Sie diese für einen von Ihnen gewünschten Zeitraum im Depot halten. Bis Sie eben den Verkaufsauftrag erteilen.

Eine Aktiengesellschaft mit einem Jahres-Gewinn zahlt in der Regel allen seinen Aktionären einen Gewinnanteil aus. Wer also 1 Stück Allianz-Aktien hat, der bekommt einmal den Betrag. Wer 100 Aktien hat eben 100 mal den Betrag. Die Gutschrift für alle in einem Wertpapierdepot befindlichen Aktien erfolgt dann automatisch. Auch um die Steuerzahlung muss der Anleger sich nicht kümmern, da der entsprechende Betrag von der Bank berechnet und abgeführt wird. Deshalb spricht man auch von einer Quellen- bzw. Abgeltungsteuer: Weil eben die gesamte Steuerpflicht schon durch die Bank oder Depotdienstleister erfüllt wird und es so bei der Einkommensteuererklärung nicht mehr zu Überraschungen kommt.

Als Anleger müssen Sie deshalb die diebstahlsgefährdeten Original-Aktienurkunden und deren Ertrags- bzw. Dividendenkupons nicht mehr zu Hause aufbewahren. Ähnlich wie die Verwahrung von Aktien würde die Verwahrung von Aktien- oder Rentenfonds funktionieren. Alle börsenzugelassenen Fonds haben ähnlich wie Aktien eine Wertpapierkennnummer, die sie eindeutig beschreibt und deren Einbuchung in ein Wertpapierdepot ermöglicht.

Voraussetzung für die gewinnbringende Nutzung von Kursschwankungen

Da das Wertpapierdepot immer von einer zugelassenen Bank oder einem zugelassenen Broker geführt wird, können sich alle Marktteilnehmer auf die Richtigkeit der Angaben verlassen. Verkauft der Anleger ein Wertpapier so prüfen Bank bzw. Broker ob dieses auch tatsächlich vorhanden ist. Somit sind Transaktionen ausgeschlossen, bei denen es gar keinen Wertpapierbestand gibt und bei denen der gesamte Vorgang dann zudem rückabgewickelt werden müsste.

Neue und zusätzliche Funktion: Das Wertpapierdepot als Informationsdrehscheibe

Das Wertpapierdepot hat insbesondere bei Kunden, die innovative Anbieter nutzen, weitere Funktionen bekommen. Bei modern ausgestatteten Online-Brokern lassen sich direkt aus dem Depotbestand heraus Aktionen wie (Nach-)Kaufen, Verkaufen von Wertpapieren starten. Ebenso kann es mit nur einem Klick einen direkten Zugang zu Charts und weiteren Informationen geben. Eine Betrachtung des aktuellen Depotwertes kann dabei um wichtige Informationen wie eine Korrelation zum Index DAX oder auch Risikokennzahlen ergänzt werden.

Damit erfüllt das Wertpapierdepot neben der Verwahr- und Zahlungsfunktion eine weitere bedeutende Aufgabe als Informationsdrehscheibe. Insbesondere für diejenigen Kunden, die sich aktiv mit der Geldanlage befassen und den Erfolg der Geldanlage selber steuern möchten.