Währungsrisiko

Was ist ein Währungsrisiko?

Das Währungsrisiko, auch Wechselkursrisiko genannt, bezeichnet bei einer Kapitalanlage in einer Fremdwährung das Risiko, dass durch einen schlechteren Wechselkurs beim Auflösen der Investition weniger Geld zurückgezahlt wird, als erwartet. Im Gegenzug ergeben sich durch einen besseren Wechselkurs aber auch Währungschancen. Im Unternehmensbereich wird beim Währungsrisiko zwischen Translationsrisiko (Wechselkurs auf bereits bestehende Vermögenswerte), Transaktionsrisiko (Wechselkurs auf ausstehende Forderungen) und Operationsrisiko (Wechselkurs auf zukünftige Zahlungen) unterschieden.

Wer ist von einem Währungsrisiko betroffen?

Klassischerweise ist ein Anleger bei Produkten in Fremdwährung mit festem Zinssatz, wie Festgeldkonten, Tagesgeldkonten und Anleihen betroffen, da bei fallendem Kurs der Fremdwährung die Zins- und Rückzahlungen umgerechnet in die Heimatwährung sinken.

Auch bei Unternehmensaktien aus einem Land mit einer anderen Währung tritt ein Währungsrisiko auf, wenn es hauptsächlich Produkte und Dienstleistungen in Landeswährung anbietet. Bei international tätigen Unternehmen wird das Risiko hingegen abgemildert, da dann bei sinkenden Kursen der Landeswährung auch die Umsätze und Einnahmen gerechnet in dieser Währung entsprechend steigen. Weltweit gehandelte Rohstoffe sind ebenfalls weniger anfällig für diese Risiken, da sie direkt in mehreren Währungen gehandelt werden und ihr innerer Wert sich nicht mit dem Wechselkurs ändert. Bei Immobilien hängt es hingegen wieder davon ab, ob sie vorwiegend von Bürgern des Landes oder internationalen Investoren gehandelt werden.

Rechenbeispiele für das Währungsrisiko

Hat ein Anleger aus der Eurozone bei einer Bank im Vereinigten Königreich 1000 Euro in britischen Pfund zu einem Zinssatz von 2 % für ein Jahr angelegt, so erhält er bei stabilem Wechselkurs 1020 Euro (abzüglich etwaiger Konvertierungsgebühren) zurück. Sinkt das Pfund gegenüber dem Euro um 1 %, so bekommt er lediglich 1009,80 Euro zurück, durch das Währungsrisiko sinkt die Rendite von 2 % auf 0,98 %. Fällt das Pfund dagegen um 10 %, dann sind es nur noch 918 Euro, er macht in diesem Fall also 8,2 % Verlust in Euro, obwohl er in Pfund gerechnet immer noch 2 % Gewinn erzielt hat. Steigt das Pfund jedoch um 5 %, beträgt die Rückzahlung 1071 Euro, und er realisiert 7,1 % Gewinn.

Währungsrisiko vermeiden

Währungsrisiken lassen sich vermeiden, indem nur in Produkte in Heimatwährung, von Wechselkursen unbeeinflusste Vermögenswerte und gegen Wechselkursschwankungen abgesicherte Produkte investiert wird. Eine solche Absicherung durch ein Hedgegeschäft mit einem Partner sichert zu, dass Währungsdifferenzen ausgeglichen werden, jedoch erhält dieser dafür auch jegliche Steigerungschancen der Währung, sowie üblicherweise eine Gebühr, die die Kosten entsprechender Produkte erhöht. Alternativ kann auch in Anlagen mit möglichst vielen verschiedenen Währungen investiert werden, damit sich das jeweilige Währungsrisiko einer einzelnen Investition weniger auf das Gesamtergebnis auswirkt.