Termingeschäft

Was ist ein Termingeschäft?

Die meisten Anleger und Unternehmen tätigen Geschäfte, die sie sofort abschließen können. In bestimmten Situationen ist es für die Vertragsparteien jedoch von Vorteil, ein Geschäft für einen bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft zu vereinbaren. Diese in die Zukunft gerichteten Handelsvereinbarungen werden als Termingeschäft bezeichnet.

Ein Termingeschäft ist eine Vereinbarung zwischen einem Käufer und einem Verkäufer, einen bestimmten Vermögenswert wie Devisen oder Rohstoffe zu einem bestimmten Termin und zu einem bei Abschluss der Vereinbarung festgelegten Preis in der Zukunft zu handeln. Allgemein gehören dazu alle Geschäfte, bei denen die zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses festgelegten Bedingungen bezüglich Termin, Liefermenge und Preis erst in der Zukunft erfüllt werden müssen. Im englischen werden sie als „future contracts“ oder „forward contracts“ bezeichnet. Die abgekürzt als „Futures“ bezeichneten „future contracts“ werden an der Börse gehandelt und sind reglementiert. Handelt es sich um eine privatrechtliche Vereinbarung zwischen einem Käufer und einem Verkäufer, wird das Termingeschäft als „forward contract“ bezeichnet, der nicht an der Börse gehandelt wird und immer erst am Fälligkeitstermin abgerechnet wird. Im Gegensatz dazu können Futures vor Fälligkeitstermin an der Börse verkauft und gekauft werden.

Anwendung

Termingeschäfte gibt es bereits seit langer Zeit. In Deutschland wurden sie Anfang der 1930er Jahre verboten und erst ab 1970 wieder zugelassen. Sie können auf alle möglichen Waren abgeschlossen werden. An den Börsen, zwischen Unternehmen und zwischen Unternehmen und Händlern werden Rohstoffe aller Art, Nahrungsmittel und vieles mehr über Termingeschäfte gehandelt. Die häufigste Anwendung finden die Futures jedoch bei Devisen. Sie werden in Form sogenannter Devisentermingeschäfte genutzt, um die Währungen im Bestand eines Händlers gegen Wechselkursschwankungen in der Zukunft abzusichern. Aktienhändler verwenden Terminkontrakte, um Positionen in ihren Portfolios abzusichern oder auf Preisbewegungen bestimmter Vermögenswerte zu spekulieren. Unternehmen nutzen Termingeschäfte, um sich günstige Rohstoffpreise für die Zukunft zu sichern.

Vor- und Nachteile

Ein Termingeschäft kann für beide Seiten, für Käufer und Verkäufer, Vor- und Nachteile mit sich bringen. Ein Unternehmen nutzt diese in der Regel, um sich einen Preisvorteil für die Zukunft zu sichern und auf dieser Basis seine Produktpreise über einen längeren Zeitraum stabil zu halten. Verkäufer haben den Vorteil, dass sie bei Vertragsabschluss bereits wissen, was sie in Zukunft für ihre Waren erhalten werden. Diese Vorteile können bei einem Termingeschäft jedoch ins Gegenteil umschlagen. Wenn beispielsweise ein Unternehmen eine bestimmte Menge Rohöl zu einem festgelegten Preis für die Lieferung in drei Monaten kauft und der Rohölpreis bis zum vereinbarten Liefertermin fällt, bezahlt das Unternehmen zu viel für das Rohöl. Diese Entwicklung ist auf der anderen Seite für den Verkäufer von Vorteil, da er die zugesagte Lieferung zum Liefertermin günstiger einkaufen kann. Umgekehrt gewinnt das Unternehmen und der Händler verliert, wenn der Rohölpreis steigt.