Stückzinsen

Was sind Stückzinsen?

Ähnlich wie bei Sparkonten, zahlen Anleger bei einem Institut Geld ein, in dem sie Rentenpapiere, Anleihen, Bonds oder Obligationen dafür kaufen. Diese haben eine festgelegte Anlagezeit und die daraus resultierenden Zinsen, sind die Stückzinsen. Diese Anlagen können während der Laufzeit verkauft und gekauft werden. Für die jeweilige Zeit des Besitzes dieser Anlagen stehen dem Anleger die Zinsen zu.

Die Berechnung

Zur Berechnung der Stückzinsen kommt die einfache Zinsformel zur Anwendung. Diese geht von 360 Tagen im Jahr aus. Als Beispiel soll eine Anleihe von 20.000 Euro mit einem Zins von drei Prozent, die er 120 Tage in seinem Besitz hatte, verkauft werden. Dem oder den Besitzern stehen somit für das gesamte Jahr 600 Euro Zinsen zu. Der Käufer muss nun diese Zinsen für die Zeitspanne von 120 Tagen, also 200 Euro zusätzlich als Stückzinsenvergütung für den Erwerb zahlen.

Die Kursnotierung

Für festverzinsliche Wertpapiere mit Bezug zu den Stückzinsen gibt es zwei unterschiedliche Methoden der Kursnotierung. Beim Cum Coupon ist der Wert der akkumulierten Zinsen bereits im Börsenkurs mit eingearbeitet. Beim Ex Coupon wird der Kurswert ohne Zinsanteil angegeben. Bei dieser Möglichkeit werden Kursveränderungen vermieden, die nur aus dem Anteil der Zinsen resultieren würden.

Die Besteuerung

Zur Besteuerung der erwirtschafteten Stückzinsen führt das Institut eine Buchhaltung über den sogenannten Stückzinstopf für jedes Kundendepot. Hier werden am Ende eines jeden Jahres die Gewinne und Verluste saldiert, um davon die Abgeltungssteuer zu berechnen und abzuführen. Diese Zinsen sind Einkünfte und Steuern darauf zahlen der Käufer und der Verkäufer jeweils anteilig. Diese Berechnung berechtigt den Käufer dazu, die an den Verkäufer gezahlten Zinsen als Verlust zu buchen. Somit versteuert er nur die Zinsen, welche im Zeitraum des Besitzes erzielt wurden.

Negative Zinsen

Die an den Verkäufer zu zahlenden Stückzinsen sind keine Anschaffungskosten, sondern negative Einnahmen. Deswegen werden sie als Verlust gebucht und mindern den Gesamtgewinn von Wertpapieren.