Stille Beteiligung

Was ist eine stille Beteiligung?

Eine stille Beteiligung ist eine Möglichkeit zur Finanzierung eines Unternehmens. Die stille Gesellschaft ist dabei eine Sonderform der Gesellschaft. Sie ist keine eigenständige Rechtsform im Sinne des Gesellschaftsrechts. Eine stille Beteiligung ist eine sogenannte Innengesellschaft, die nach außen hin nicht in Erscheinung tritt. Die Bezeichnung dieser Beteiligungsform rührt daher, dass der Kapitalgeber zwar dem Unternehmen als Gesellschafter beitritt, die Beteiligung jedoch nicht ins Handelsregister eingetragen wird. Eine stille Gesellschaft dient dazu, ein Unternehmen mit zusätzlichem Eigenkapital zu versorgen. Die Beteiligung des stillen Gesellschafters wird in der Unternehmensbilanz als Eigenkapital ausgewiesen und hat dadurch einen positiven Effekt auf das Rating und die Kreditwürdigkeit des Unternehmens.

Charakterisierung

Ein stiller Gesellschafter wird durch seine Einlage insoweit an dem Handelsgewerbe eines Einzelkaufmanns oder einer Handelsgesellschaft beteiligt, dass seine Einlage gegen einen Gewinnanteil am Vermögen der Gesellschaft in das Vermögen des Gesellschaftsinhabers übergeht. Die Einlage bei der stillen Beteiligung kann wie bei einer GmbH in Form von Geld- oder Sachleistungen und zusätzlich in Form von Dienstleistungen erbracht werden. Ein Charakteristikum ist, dass durch die Einlage kein Gesellschaftsvermögen entsteht und der stille Gesellschafter nicht zum Kaufmann wird.

Eine typische stille Beteiligung ist insbesondere dadurch gekennzeichnet, dass der Kapitalgeber zwingend am Gewinn des Unternehmens beteiligt ist. Eine Beteiligung am Verlust kann gemäß § 231 HGB jedoch ausgeschlossen werden. Die Verzinsung seiner Einlage erfolgt nicht. Ebenso ist der Kapitalgeber nicht an einer eventuellen Wertsteigerung des Unternehmens beteiligt. Aus steuerlicher Sicht sind die Einkünfte aus einer stillen Beteiligung Einkünfte aus Kapitalvermögen und müssen vom stillen Gesellschafter versteuert werden.

Die atypische Stille Beteiligung

Eine atypische stille Beteiligung ist eine weitere Sonderform einer Gesellschaft und ebenfalls keine eigene Rechtsform im Sinne des Gesellschaftsrechts. Bei dieser Form der stillen Gesellschaft leistet der stille Gesellschafter eine Bareinlage. Der Gesellschafter ist prozentual am von der Gesellschaft ausgewiesenen Bilanzgewinn und, im Gegensatz zur typischen stillen Beteiligung, auch am Verlust der Gesellschaft beteiligt. Die Beteiligung am Verlust ist jedoch auf die Höhe der Einlage des stillen Gesellschafters begrenzt. Darüber hinaus sind die Beteiligung des Gesellschafters an den stillen Reserven und am Geschäftswert der Gesellschaft sowie eine Verzinsung der Einlage Merkmale für eine atypische stille Beteiligung. Zudem wird der Kapitalgeber im Innenverhältnis so gestellt, als ob er am Vermögen der Gesellschaft beteiligt wäre. Im Rahmen einer atypischen stillen Beteiligung hat der Kapitalgeber gewisse Kontroll- und Informationsrechte und kann bei der Geschäftsführung mitbestimmen.

Errichtung und Auflösung einer stillen Beteiligung

Die Errichtung einer stillen Beteiligung erfolgt durch einen Vertrag, der, falls nicht besondere Vorschriften des BGB dem entgegenstehen, keiner besonderen Form bedarf. Eine stille Beteiligung kann befristet oder unbefristet eingerichtet werden. Anders als bei anderen Gesellschaftsformen bedingt die stille Beteiligung kein Wettbewerbsverbot für den Gesellschafter. Es besteht lediglich eine begrenzte Treuepflicht des stillen Gesellschafters gegenüber der Gesellschaft.

Eine stille Beteiligung kann durch eine Vereinbarung, nach Ablauf einer vertraglich festgelegten Zeit, durch die Insolvenz des stillen Gesellschafters oder des Inhabers sowie durch den Tod des Inhabers wieder aufgelöst werden. Zudem haben beide Seiten das Recht zur außerordentlichen Kündigung der stillen Beteiligung aus einem wichtigen Grund.