Spekulationsfrist

Was ist eine Spekulationsfrist?

Eine Spekulationssteuer fällt beispielsweise beim Verkauf von Immobilien an, wenn diese innerhalb der Spekulationsfrist verkauft werden. Die Spekulationsfrist gibt dabei an, innerhalb welches Zeitraumes auf den Weiterverkauf eines Wirtschaftsguts Steuern gezahlt werden müssen. Bei Immobilien beträgt dieser zehn Jahre.

Erzielt ein Verbraucher Einkünfte aus privaten Verkäufen, wird eine Spekulationssteuer auf den Verkauf fällig. Dies lässt sich dem Paragraf 22 des Einkommenssteuergesetzes entnehmen, in welcher sie als “Einkünfte aus privaten Veräußerungsgeschäften im Sinne des Paragrafen 23“ bezeichnet wird. Eine solche Steuer wird auf den Verkauf von Immobilien oder beispielsweise Edelmetallen erhoben. Diverse Geldanlagen fallen nicht unter das Gesetz, hierfür veranschlagt der Fiskus eine pauschale Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent. Die Spekulationssteuer hingegen wird individuell berechnet.

Privatpersonen zahlen demnach nicht nur eine Einkommenssteuer, sondern müssen auch Steuern für den Verkauf von Kapitalanlagen zahlen. Allerdings wird nicht für jeden Verkauf eine Steuer fällig. Wenn eine Privatperson eine Immobilie für eine Dauer von zehn Jahren im eigenen Besitz hält, entfällt die Spekulationssteuer.

Für welche Güter gilt eine Spekulationsfrist?

Das Finanzamt unterscheidet zwischen Gebrauchsgegenständen, wie Kleidung oder Möbel, und Wirtschaftsgütern. Die Frist entfällt für den Verkauf von Dingen des täglichen Gebrauchs. Wirtschaftsgüter aller Art hingegen sind von der Frist betroffen. Das Wirtschaftsrecht gibt jedoch keine klare Definition eines Wirtschaftsgutes. Eine zehnjährige Frist wird für Häuser, Wohnungen, Grundstücke, Immobilienfonds und Miteigentumsanteile an Immobilien angesetzt. Bei Edelmetallen, Edelsteinen, Goldbarren, Schmuck, Gemälde, Antiquitäten oder Münzsammlungen, beträgt die Frist lediglich ein Jahr.

Die Spekulationsfrist gilt hingegen nicht für gewerbliche Verkäufer, da diese ihre Verkäufe ohnehin schon versteuern. Auch Privatpersonen können schnell als gewerblicher Verkäufer eingestuft werden. Hierzu genügen schon drei Immobilienverkäufe in einem Jahr.

Wie hoch ist die Spekulationssteuer?

Wenn innerhalb der Frist ein Gewinn durch den Verkauf eines Wirtschaftsgutes erzielt wird und überschreitet dieser die Freigrenze, wird eine Spekulationssteuer auf den Gewinn fällig. Wie hoch diese ist, hängt vom persönlichen Steuersatz ab. Im Höchstfall liegt dieser bei 45 Prozent.