Rendite

Was ist eine Rendite?

Die Rendite ist der Gewinn, der sich durch den profitbringenden Einsatz eines kleinen oder großen Vermögens ansammelt. Das Vermögen muss zahlenmäßig quantifizierbar sein. Dann kann der Vermögenszuwachs in Prozenten und auf das Jahr hochgerechnet als Rendite angegeben werden. Möglich ist bei schlechter Bewirtschaftung auch eine Abnahme des Vermögens. In diesem Fall ist der Zuwachs ein Verlust und vor die Renditeziffer kommt ein Minus zu stehen. Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass je höher der mögliche Ertrag aus einer Kapitalanlage ist, ein desto höheres Verlustrisiko eingegangen wird. Unternehmen verwenden einen erweiterten Begriff. Sie meinen damit den Ertrag am Ende einer Wertschöpfungskette im Verhältnis zu den eingesetzten Maschinen, Rohstoffen usw. Das Unternehmen muss genau beschreiben, wie es diesen Begriff definiert und wie es diesen berechnet.

Wozu dient die Renditeberechnung?

Spätestens seit es Banken und Börsen gibt, wird das meiste Kapital der Welt nicht mehr unter der Matratze oder im Tresor aufbewahrt. Denn Geld, das physisch herumliegt, erfährt eine Geldentwertung. Selbst die Gelder für unsere Altersvorsorge, die wir Bürger beim Staat einzahlen, werden nicht einfach in den Tresor oder auf ein Bankkonto gelegt. Diese Beträge werden zu einem großen Teil in Immobilien, Anleihen und Aktien investiert. Hinter diesen Anlagen stehen Güter und Menschen, die das Kapital vermehren. Mit der Renditekennziffer messen private Anleger, Fondsmanager und Banken, ob die Investition des Kapitals erfolgreich war oder ein Flop. Ein Ziel bleibt immer: Der Gewinn aus dem Kapital sollte mindestens die jährliche Inflationsrate übertreffen, damit ein realer Wertzuwachs entsteht.

Formel zur Berechnung

Um die Rendite zu berechnen, subtrahiert man zuerst alle durch die Vermögensverwaltung entstandenen Aufwände vom Bruttoertrag. Dazu gehören Depotgebühren, Börsenkommissionen, Notar- und Grundbuchgebühren.

Bruttoertrag – Aufwände = Nettoertrag

Nach diesem Schritt kann die Jahresrendite wie folgt berechnet werden:

Rendite in Prozent = (Nettoertrag x 100) / eingesetztes Kapital

Zinssätze auf Bankkontos

Bis zum Ende des vorigen Jahrhunderts konnten die Leute auf einfache Weise jährlich ein paar Renditeprozente erwirtschaften, indem sie ihr Geld auf einem Sparkonto liegen ließen. Banken benutzten dieses Geld für das klassische Zinsdifferenzgeschäft und ließen die Sparer am Erfolg teilhaben. Unterdessen hat sich im Bankengeschäft und auf den Finanzmärkten viel verändert. Die Zinssätze auf Sparguthaben sind in die Belanglosigkeit abgefallen. Wer überhaupt noch Zinserträge auf sein Kontoguthaben erhält, dem werden diese meist von den Kontoführungsgebühren mehr als aufgefressen.

Rendite auf Kapitalanlagen

Renditeträchtig sind nach wie vor Anleihen. Wer diese zinstragenden Wertpapiere kauft, erhält einen Renditeertrag als jährlichen Zinscoupon und am Ende der Laufzeit seinen Kaufpreis zurück. Die Schwankungen des Zinsniveaus machen die Anleihen ein bisschen mit, der Kaufpreis kann dadurch den Renditeertrag etwas bereichern oder schmälern. Hochverzinsliche Anleihen werden von Staaten und Firmen mit schlechtem Rating emittiert oder in einer Währung, die instabil ist. Die Chance, dadurch einen höheren Zinsertrag zu erhalten, beinhaltet ein entsprechend höheres Risiko. Ziemlich stabile Erträge sind auch durch Mietrenditen möglich. Diese beziehen Vermieter aus dem Ertragswert einer oder mehrerer Immobilien. Alternativ können Aktien einer Immobilienfirma gekauft werden.

Sind Aktien als renditeabwerfende Anlage sinnvoll? Sie unterliegen großen Schwankungen. Dennoch kann ein diversifiziertes Aktienportefeuille, sofern es Anteilscheine von zuverlässigen Firmen enthält, als solides Investment bezeichnet werden. Auf längere Sicht kann die Kombination aus Dividendenertrag und Wertsteigerung einer Aktie eine beachtliche durchschnittliche Rendite abwerfen. Für internationale Investments gilt es zu beachten, dass ein großer Teil von US-Unternehmen überhaupt keine Dividende ausschüttet, andere Firmen tun dies wiederum quartalsweise. Bei Rohstoff- und anderen spekulativen Anlagen wird Rendite allein durch Kursveränderungen erzielt und beherbergt ein nicht zu unterschätzendes Risiko.