Partiarisches Darlehen / Beteiligungsdarlehen

Was ist ein partiarisches Darlehen bzw. Beteiligungsdarlehen?

Ein partiarisches Darlehen beziehungsweise Beteiligungsdarlehen bezeichnet ein Darlehen, welches zur Projekt- oder Unternehmensfinanzierung genutzt wird. Dem Darlehensgeber gewährt ein partiarisches Darlehen im Gegenzug eine partiarische (gewinnabhängige) Beteiligung am Erfolg des Darlehensnehmers.

Was bedeutet das für die Unternehmensfinanzierung?

Dies Bedeutet, dass ein Anteil am erzielten Umsatz oder Gewinn dem Darlehensgeber gewährleistet wird. Dabei wird dieser Anteil im Voraus festgelegt und wird meistens in Form von einer jährlichen oder halbjährlichen Zinszahlung ausgezahlt. Das Beteiligungsdarlehen ist ein langfristiges Darlehen, welches mehrere Jahre lang läuft.

Was sind die Anwendungsbereiche vom Beteiligungsdarlehen?

Damit Unternehmen in neue Produkte, Maschinen oder Mitarbeiter investieren können, benötigen sie eine gewisse Menge an Kapital. In diesem Bereich stehen für sie unterschiedliche Möglichkeiten offen – eine davon ist das partiarische Darlehen, welches in Deutschland allerdings noch ziemlich selten genutzt wird. Der Unterschied zwischen Beteiligungsdarlehen und weiteren Formen des Darlehens liegt darin, dass die Gläubiger bei dieser Darlehensform keine Zinsen erhalten. Das partiarische Darlehen hängt vielmehr von der Umsatz- oder Gewinnhöhe ab – anhand dieser wird auch die Verzinsung vereinbart.

Ein partiarisches Darlehen wird in den meisten Fällen nicht über eine Bank vereinbart – aus diesem Grund eignet sich dieses optimal für Unternehmen, die kein Bankkredit wegen ihrer Bonität nicht erhalten können. Zudem haben Vertriebe die Möglichkeit, bessere Zinsen als bei herkömmlichen Darlehen zu erhalten. Ein partiarisches Darlehen ist vor allem für mittelständische Vertriebe interessant, die an frisches Kapital weder über Anleihen noch über Aktien oder Pfandbriefe kommen können.

Bei dieser vereinfachten Form von Kapitalbeschaffung muss der Kapital- oder Personengesellschaft allerdings ebenfalls ein gewisser Gewinn vorgewiesen werden. Ausschließlich auf diese Art und Weise kann der Darlehensgeber sicherstellen, dass das Beteiligungsdarlehen mit Zinsen zurückgezahlt werden kann. Selbstverständlich ist diese Form von Darlehen für den Darlehensgeber attraktiver, je höher der Umsatz oder der Gewinn eines Vertriebs ausfällt – mit der Höhe des Gewinns oder Umsatzes steigen schließlich auch die Zinsen.

Partiarisches Darlehen für Unternehmen – an wen müssen sich Unternehmer wenden?

Für Unternehmer bestehen folgende Möglichkeiten: Sie können sich entweder an Private Equity Fonds oder an Risikokapitalgeber wenden. Von diesen Ansprechpartnern werden anschließend weitere Kapitalgeber angeworben und die Darlehen in die Wege geleitet. Alle Darlehensformen, die öffentlich gemacht werden, müssen ebenfalls bestimmte Voraussetzungen erfüllen, damit der Anleger auch eine entsprechende Sicherheit erwarten darf. Das heißt, dass alle Anbieter, die ein partiarisches Darlehen für Unternehmen anbieten, bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) eine ausführliche Beschreibung über einzelnen Anlageprodukte hinterlegen. Das Beteiligungsdarlehen gilt seit 2015 als Vermögensanlage, weswegen der Kleinanlegeschutz auch in diesem Bereich gültig ist.

Wie können Vertriebe unterscheiden, ob sich ein Beteiligungsdarlehen für sie lohnt?

Alle Unternehmen müssen selbstverständlich im Voraus prüfen, welche Art von Fremdfinanzierung für sie infrage kommt. Anschließend können die Bedingungen der einzelnen Finanzierungsformen miteinander verglichen werden. Sollte in Aussicht stehen, dass ein neues Produkt oder eine Erweiterung auch wirklich zu einem erhöhtem Umsatz oder zu einem Gewinn führt, dann kann man behaupten, dass sich ein partiarisches Darlehen lohnt. Da die Beteiligungsdarlehen in den meisten Fällen als endfällige Darlehen angelegt werden, muss eine Zurückzahlung der geliehenen Fremdfinanzierung zum Ablauf der vereinbarten Laufzeit erfolgen.