Notar

Was ist ein Notar?

Mit dem Beruf Notar assoziieren viele Menschen die Beurkundung von Verträgen beim Immobilienkauf und -verkauf. Das Arbeitsfeld ist aber weitaus größer und breitgefächerter.
Im Bereich der Vertragsabschlüsse bei Immobilienkäufen ist es der Gesetzgeber, der eine notarielle Beurkundung zwingend vorschreibt. Der sonst übliche Grundsatz über individuelle mündliche und schriftliche Schließung von Verträgen wird hier vom Gesetzgeber aufgehoben.

Die Beweisfunktion über Käufer, Verkäufer und Verkaufspreis sind ein Teil der Notwendigkeit, sodass ein Notar bei Immobiliengeschäften hinzugezogen werden muss. Diese sogenannte Beweisfunktion ist auch flankiert vom Aspekt der Beratung der Beteiligten. Ein Notar klärt über sämtliche Konsequenzen eines solchen Handels auch bei eventuellem Fehlverhalten auf und hat so auch eine Warnfunktion.
Diese drei Elemente, nämlich Beratung, Beweis und Warnung sind auch in weiteren Bereichen angefragt.

Ehevertrag als Gegenstand notarieller Beurkundung

Laut dem § 1410 BGB muss auch ein verbindlicher Ehevertrag notariell beurkundet werden. Dieser Vertrag regelt zwischen Eheleuten güterrechtliche Angelegenheiten. Auch wird hier eine Aussage zum Versorgungsausgleich getroffen.
Für Eheverträge gibt es eine formale Unterscheidung je nach Inhalt, der per Vertrag geregelt werden soll. Es kann ein sehr spezieller Ehevertrag erstellt werden. Dieser umfasst auf Wunsch die güterrechtlichen Konsequenzen in spezieller Feinheit. Die einfachere Variante ist ein genereller Ehevertrag, der nur Aussagen zum Güterstand beinhaltet. Die Verbindlichkeit der Vereinbarung stellt der Notar auch hier durch seine Beratungs- und Warnfunktion sicher. Das bezieht sich auf sämtliche Konsequenzen für Vermögen oder auch Haftung bei Verbindlichkeiten oder Altersabsicherung.

Der Notar im Verfahren eines Erbvertrages

Wer vererbt hat eine Freiheit der Testierung: Er legt autonom fest, wem er was vererben möchte.

Hierfür hat er die Wahl zwischen zwei Verfahren:

  • Testament: Dieses verliert seine Gültigkeit nach Verfassen eines neuen Testaments oder nach Vernichten des bestehenden.
  • Erbvertrag: Dieser ist und bleibt verbindlich nach § 2289 BGB.

Der Erbvertrag kann daher nur bei einem Notar und unter Anwesenheit aller relevanten Personen verfasst und beurkundet werden. Solche Verträge haben Bestand, um den vertragsmäßig Bedachten zu schützen, auch wenn ein Vererbender später eine andere Entscheidung trifft. Ein Testament wird ebenfalls von einem Notar beurkundet, hier hat dieser vor allem Beweisfunktion. Der Erbertrag fügt dem auch die Beratungs- und Warnfunktion hinzu.

Die notarielle Vorsorgevollmacht

Diese Vollmacht findet wie die Patienten- und Betreuungsverfügung ihre Anwendung als Sicherung des Beweises.
Wenn eine Person infolge gesundheitlicher Einflüsse die Kontrolle über eigene geschäftliche und vor allem rechtliche Belange verliert, entsteht oft die Situation der Notwendigkeit einer solchen notariellen Regelung. Es kann nämlich die Vollmacht auf eine vertraute Person aus der Familie oder Partner usw. übertragen werden. Geschieht dies nicht, werden die Rechte von einem dem Betroffenen meist unbekannten gesetzlichen Betreuer wahrgenommen. Diese Thematik umfasst final ja zumeist die Frage des Umgangs mit lebenserhaltenden Maßnahmen. Hier legt der Gesetzgeber sehr hohe Maßstäbe an Inhalt und Form solcher Erklärungen. Wenn diese Vollmachten vom Notar mitverfasst und beurkundet wurden, dann können sie im Falle der Notwendigkeit auch durchgesetzt werden vor Gericht. Die Gerichts-sichere Formulierung ist hier vor allem der Gewinn.

Wie man Notar wird

Die gegebenen Beispiele stellen den Notar in das Licht, dass auch die Öffentlichkeit am deutlichsten wahrnehmen kann. Aber die notariellen Tätigkeiten und Aufgaben sind deutlich umfangreicher. Sie decken ein weites und interessantes Spektrum ab. Hier ein paar weitere Beispiele:

  • Beratung bei Unternehmensgründungen
  • Gestaltung von Umstrukturierungen in Firmen
  • Eintragungen in Handelsregister
  • Ausfertigung vollstreckbarer Urkunden

Das nur grob skizzierte Berufsfeld stellt somit sehr hohe Anforderungen an einen Notar.

Um dem gerecht zu werden, muss dieser erst einmal das Grund- und Hauptstudium im Fach Jura durchlaufen. Nach erfolgreich und gut absolviertem zweiten Staatsexamen wird der angehende Notar für drei Jahre Notarassessor im Anwärter Dienst. Nachdem dies bestanden wurde, setzt die zuständige Landesjustizbehörde den vormaligen Anwärter als neuen Notar ein. Meist arbeiten Notare in einer eigenen Kanzlei und somit selbständig. Aber auch große Kanzleien und Notariate stellen Notare an. Gleiches gilt für sehr große Wirtschaftsunternehmen mit hohem notariellen Bedarf im Alltagsgeschäft. Die lange Ausbildungslaufbahn lohnt sich letztlich. Dank hoher Gebühren für seine Dienste lebt ein Notar sehr gut.