Nominalzins

Was ist ein Nominalzins?

Der Nominalzins ist der Zinssatz, mit dem ein Darlehen oder eine Geldanlage pro Jahr verzinst werden. Die Angabe des Zinssatzes erfolgt daher in der Regel mit dem Zusatz „p.a.“, vom lateinischen „pro anno“. Nominalzinsen enthalten im Gegensatz zum effektiven Jahreszins keine weiteren Kosten und Gebühren.

Unterschiede zwischen Nominalzins, Sollzins und Effektivzins

Mit Inkrafttreten der neuen Verbraucherkreditrichtlinie am 11.06.2010 wurde die Bezeichnung Nominalzins durch Sollzins ersetzt. Beide Bezeichnungen können daher synonym verwendet werden. Nominalzinsen geben die reine Verzinsung für ein Darlehen oder eine Geldanlage ohne weitere Kosten an. Ein Sollzins in Höhe von 2,5 % p. a. für eine Baufinanzierung in Höhe von 100.000 Euro bedeutet, dass der Bauherr mit einer jährlichen Zinszahlung von 2.500 Euro kalkulieren muss. Anleger würden für eine mit 2,5 % p. a. verzinste Kapitalanlage eine Zinszahlung von 2.500 Euro jährlich erhalten.

Beim Effektivzins sind weitere Kosten für die Finanzierung wie beispielsweise Bearbeitungskosten, Bereitstellungs- und Verwaltungsgebühren sowie andere Kosten enthalten. Daher ist der Effektivzins für ein Darlehen im Allgemeinen höher als der Sollzins. Bei einer Kapitalanlage ist der Effektivzins dagegen wegen der Kosten in der Regel niedriger als der Nominalzins. Banken sind daher verpflichtet, neben dem Nominal- oder Sollzins immer auch den Effektivzins für ein Darlehen anzugeben. Nur anhand des Effektivzinses ist ein objektiver Vergleich der Konditionen für Kreditnehmer möglich. Insbesondere bei langfristigen Baufinanzierungen können sich durch vom Darlehensgeber zusätzlich zum Sollzins berechnete Kosten die Gesamtkosten für eine Finanzierung deutlich erhöhen.

Wonach richtet sich die Höhe des Nominalzinses?

Die Höhe des Nominal- oder Sollzinses ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Beispielsweise von dem Zinssatz, zu dem sich Banken Geld bei der Zentralbank leihen können. Die Höhe des Darlehens, die Laufzeit und die Konkurrenzsituation spielen ebenfalls eine Rolle. Nicht zuletzt ist die Bonität des Darlehensnehmers ein wichtiger Faktor für die Zinshöhe. Hier gilt, je höher die Bonität des Kreditnehmers ist, umso geringer ist das Ausfallrisiko für die Bank und umso geringer ist die Zinshöhe.