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Investition

Was ist eine Investition? Die Bedeutung des Begriffs einfach erklärt

Eine Investition ist in der Volkswirtschaft per Definition kurz gesagt der Erwerb von materiellem, immateriellem oder finanziellem Vermögen. Zu Beginn einer jeder Investitionen liegt jedoch eine Auszahlung. Der Zweck einer Investition besteht darin, mithilfe dieser Ausgabe Rückflüsse, sogenannte Einzahlungsüberschüsse, zu generieren. Mit einer Investition ist eine mittel- bis langfristige Kapitalbindung verbunden. Das Ziel ist es, zukünftig eine Reihe von Zahlungen zu erhalten, die in der Summe die ursprüngliche Investition übersteigen und somit zu einer Vermehrung des Vermögens führen. Dabei unterscheidet sich eine Investition anhand des Objektes und Anlasses.

Bei jeder Investition steht eine zielgerichtete Verwendung des beschafften Kapitals im Mittelpunkt. Dieses kann entweder durch Eigen- oder Fremdfinanzierung entstehen. In der Unternehmens-Bilanz befindet sich die Mittelverwendung auf der Aktivseite. Jede Investitionsentscheidung hat für eine Firma in der Regel eine direkte Auswirkung auf die Höhe des Anlagevermögens. Darin unterscheidet sich eine Investition von einer Finanzierung.

Das Gegenteil einer Investition ist die Desinvestition. Bei einer Desinvestition verkauft beispielsweise ein Unternehmen nicht mehr benötigte Maschinen und Anlagen. Das vorher gebundene Kapital wird freigesetzt, weshalb die Firma dieses zur Innenfinanzierung verwenden kann.

Welche unterschiedlichen Investitionsobjekte gibt es?

Es gibt bei Investitionen drei verschiedene Differenzierungen:

  • Sach- oder Realinvestition: Bezeichnet eine materielle Investition wie den Erwerb von Vermögensgegenständen oder Sachgütern. Beispiele hierfür sind etwa Maschinen, Anlagen, Gebäude und Grundstücke oder Kraftfahrzeuge.
  • Immaterielle Investition: Entspricht dem Kauf von Konzessionen, gewerblichen Schutzrechten, die eigene Erstellung von Patenten, Investitionen in die Fort- und Ausbildung von Mitarbeitern sowie in Marketingmaßnahmen.
  • Finanzinvestition: Beschreibt den Ankauf von Aktien und anderen Unternehmensbeteiligungen, Forderungen, Anleihen oder Darlehen. Generell handelt es sich bei Finanzinvestitionen immer um eine langfristige Investition in finanzielle Vermögensgegenstände.

Investitions-Erklärung nach Art des Anlasses

Neben der Art des Investitionsobjektes ist eine weitere Klassifizierung nach Art des Anlasses möglich. Die Investitionstätigkeit unterscheidet per Definition vier Anlässe:

  • Gründungs- oder Errichtungsinvestitionen: Hierzu zählen alle Ausgaben, die für die Errichtung und die erste Ausstattung eines Unternehmens sowie für den Aufbau der Organisation erforderlich sind. Errichtungsinvestitionen umfassen den gesamten Zeitraum von der Gründung eines neuen Unternehmens bis zur erstmaligen Erstellung eigener Waren oder Dienstleistungen.
  • Ersatzinvestitionen: Bezeichnen den Ersatz vorhandener Maschinen, Anlagen oder Einrichtungen durch neue Investitionsobjekte. Das dient dazu, die Leistungsfähigkeit eines Unternehmens zu erhalten.
  • Erweiterungsinvestitionen: Erhöhen die Leistungsfähigkeit eines Unternehmens in horizontaler Richtung zur quantitativen Ausweitung des Fertigungs- und Absatzprogrammes sowie zur vertikalen Erweiterung. Bei einer vertikalen Erweiterung vergrößert sich die Fertigungstiefe eines Unternehmens durch weitere Fertigungsstufen.
  • Rationalisierungsinvestitionen: Beschreiben die Modernisierungen sowie Verbesserungen der Maschinen und Anlagen eines Unternehmens, mit denen eine Kostensenkung durch eine effizientere Leistungserstellung erzielt werden soll. In der Praxis ist die Grenze zwischen einer Erweiterungsinvestition und einer Rationalisierungsinvestition fließend, da eine Rationalisierung in der Regel mit einer Leistungssteigerung einhergeht.

Richtig planen mit der Investitionsrechnung

Jede Investitionsentscheidung erfordert eine sorgfältige Planung. Das liegt an der meist langfristigen Kapitalbindung und mitunter hohen Komplexität von Investitionen. Grundlage einer Investitionsentscheidung ist die Investitionsrechnung.

In der Betriebswirtschaftslehre stehen verschiedene Rechnungsmethoden zur Verfügung. Anhand dieser können Firmen die unmittelbaren Auswirkungen von Investitionen auf die Rentabilität oder Wertsteigerung – die monetären Ziele – erfassen. Bei der Investitionsentscheidung spielen nicht monetäre Ziele wie beispielsweise eine Erhöhung des Marktanteils oder Umweltziele ebenfalls eine Rolle. Diese berücksichtigt man bei der Investitionsrechnung jedoch nicht.

Bei der mathematischen Methode der Investitionsrechnung gibt es zwei weitere Unterteilungen: Die statische und dynamische Methode.

Statische Rechnungsarten

  • Kostenvergleichsrechnung: Berechnet die durchschnittlichen fixen und variablen Kosten, kalkulatorische Abschreibungen und Zinsen je Periode oder je Investitionsobjekt. Damit können Firmen zwei verschiedene Investitionen in Bezug auf ihre Kosten miteinander vergleichen.
  • Gewinnvergleichsrechnung: Bildet eine Erweiterung der Kostenvergleichsrechnung. Hierbei ermitteln Unternehmen zusätzlich die jährlichen durch Investitionen erzielten Erlöse. Auf diesem Weg ist es möglich, die Differenz zwischen den Kosten und den durchschnittlichen Gewinnen oder Verlusten zweier Investitionen zu ermitteln.
  • Rentabilitätsvergleichsrechnung: Vergleicht die Rentabilität von zwei Investitionen und erweitert damit die Gewinnvergleichsrechnung. Dafür setzt man zwei Punkte zueinander ins Verhältnis: Das für eine Investition eingesetzte Kapital und den durchschnittlich erzielten Gewinn. Voraussetzung für die Anwendung ist, dass sich die Investitionen nicht sehr voneinander unterscheiden.
  • Amortisationsrechnung: Dient zur Ermittlung, nach welchem Zeitraum eine Investition amortisiert ist bzw. sich selbst finanziert hat.

Diese Verfahren sind statisch, weil sie nur eine Periode und keine Zinseszinseffekte berücksichtigen. Jede statische Investitionsrechnung eignet sich wegen dieser Einschränkungen kaum für die Beurteilung langfristiger Investitionen.

Berechnungen für langfristige Investitionen

Für langfristige Betrachtungen ist eine dynamische Investitionsrechnung genauer und aussagefähiger. Dabei gibt es vier verschiedene dynamische Berechnungsmethoden:

  • Kapitalwertmethode: Errechnung des Kapitalwerts einer optionalen Nutzungsdauer. Dieser ist die Summe aller abgezinsten Überschüsse innerhalb einer Periode für eine Investition. Wenn der Kapitalwert größer ist als die ursprüngliche Investitionssumme, gilt es als vorteilhaft.
  • Endwertmethode: Aufzinsung der Überschüsse aus einer Investition bis zum Ende des Jahres. Damit können Firmen eine Investition mit anderen Anlageformen vergleichen.
  • Methode des internen Zinsfußes: Ermittelt mit dem Näherungsverfahren den Zinssatz, bei dem der Kapitalwert einer Investition gleich null ist. Idealerweise ist dieser Zinssatz größer als der Zinssatz einer alternativen Investition.
  • Annuitätenmethode: Erweitert die Kapitalwertmethode. Die Annuität entspricht dem durchschnittlichen erwirtschafteten Jahresüberschuss. Ist die Annuität größer als Null, ist dies positiv.

 

 

 

 

 

Fähigkeiten

Gepostet am

12. September 2019