Internationaler Währungsfonds (IWF)

Was ist der Internationale Währungsfonds?

Als Internationaler Währungsfonds (abgekürzt: IWF) wird eine Organisation bezeichnet, die seit 1947 Teil der UNO ist und hauptsächlich die Aufgabe hat, zwischen den derzeit 186 Mitgliedern die Währungsbeziehungen zu regeln und zu vereinbaren. Die englische Bezeichnung ist „International Monetary Fund“ (abgekürzt: IMF). Der Sitz des Internationalen Währungsfonds ist Washington D.C. in den Vereinigten Staaten. Die Gründung des IWF erfolgte 1945 als eine der Folgen des Bretton-Woods-Abkommens nach Ende des Zweiten Weltkrieges.

Ziele

Der IWF hat vor allem das Ziel, das Wachstum im Welthandel ausgeglichen zu halten. Um dieses Ziel zu gewährleisten, fördert er eine gemeinsame Währungspolitik der Mitgliedsländer und versucht, die internationalen Währungen konvertibel zu halten. Außerdem wird durch die Organisation versucht, ein multilaterales Zahlungssystem zu errichten, indem Beschränkungen im Devisenverkehr beseitigt werden. Durch den Fonds werden Mittel bereitgestellt, Länder zu unterstützen, die unter Ungleichheiten in der Zahlungsbilanz der Mitglieder untereinander leiden.

Kapital

Jeder Mitgliedsstaat wird nach einer Quote eingeteilt, die auf Basis des Volkseinkommens, der Reserven an Währungen und den Außenhandelszahlen bemessen wird. Diese zugeteilte Quote verleiht Stimmrechte innerhalb der Organisation und seiner Organe und sogenannte Sonderziehungsrechte. Aufgrund dieser Daten muss das Mitgliedsland in den Fonds einzahlen. Früher zu Zeiten der Golddeckung mussten davon 25 % in Gold hinterlegt werden. Die weiteren 75 % waren in der jeweiligen Währung des Landes zu leisten. An Stelle des Goldes sind Sonderziehungsrechte getreten. Die zu zahlenden Quoten sind regelmäßig nach oben korrigiert worden. Deutschland ist mit einer 6 % Prozent Quote vertreten, die USA mit über 17 %.

Aktionen des Fonds

Wenn Mitgliedsländer des Fonds in Zahlungsbilanzprobleme geraten, kann die Organisation finanzielle Hilfen leisten. Maßstab ist dabei die jeweilige Quote des Mitgliedslandes, das in Not geraten ist. Weiterhin besteht ein Ziehungsrecht, das automatisch jedem Mitglied zusteht und durch die sogenannte Reservetranche bereitgestellt wird. In der nächsten Stufe werden Bereitschaftskredite vergeben, die allerdings konditioniert unter bestimmten wirtschaftspolitischen Auflagen gewährt werden. Je mehr Mittel ein Mitglied beansprucht, um so strenger werden diese Auflagen. Weitere Sonderhilfen sind unter strengen und politischen Maßstäben möglich. Das wesentliche Instrument beim Internationaler Währungsfonds sind aber die Bereitschaftskredite. Maximal sind zwischen 400 -500 Prozent der Quote des Fonds als Kredit möglich. Sonderregeln gelten auch für Entwicklungsländer.

Leitungsstruktur

Der Internationale Währungsfonds wird durch den Gouverneursrat als oberster Behörde geleitet. Hier ist jedes Mitgliedsland mit einem Vertreter repräsentiert. Dieser Rat tagt in der Regel einmal im Jahr und entscheidet die grundlegende Ausrichtung der Organisation. Weiterhin wird er auf der zweiten Ebene von einem Direktorium geführt, das aus 24 Exekutivdirektoren besteht, von denen 5 jeweils von den IWF-Mitgliedern mit den größten Anteilen gestellt werden. Dazu gehören die großen Wirtschaftsnationen wie die USA, Deutschland, Japan, die Französische Republik sowie das Vereinigte Königreich. Die anderen Direktoren werden von unterschiedlichen Gruppen entsendet, wobei Russland und China als wichtige Weltmächte sowie Saudi-Arabien Sonderstellungen einnehmen. Die Tagesgeschäfte führt ein geschäftsführender Direktor, der auch IWF-Präsident und Vorsitzender des Governeursrat in Personalunion ist. Dem IWF Präsidenten stehen mehrere internationale Komitees und Ausschüsse als beratende Gremien zur Seite (IMFC, DAC).