Holzfonds

Was sind Holzfonds?

Holzfonds gehören wie Rohöl- oder Goldfonds zu Investmentformen, die auf einen natürlichen Rohstoff setzen. Sie erwerben für das Kapital ihrer Anleger Waldflächen und verkaufen den Aufwuchs. Sie erzielen aufgrund der seit Jahren steigenden Preise für diesen Rohstoff lohnende Renditen. Das Investment in Holz gilt bei professionellen Anlegern, wie Pensionskassen, Family Offices und Institutionen, schon seit Jahrzehnten als sicher und renditestark. Seit einiger Zeit haben auch private Sparer, die Möglichkeit, ihr Geld in dieser Art von Fonds anzulegen.

Attraktive Anlage

Experten gehen davon aus, dass es zu einem weiteren Preisanstieg kommen wird. Auch auf lange Sicht übersteigt die Nachfrage nach Holz das Angebot wahrscheinlich bei Weitem. Dies liegt auch darin begründet, dass die Größe der bewaldeten Flächen weltweit sinkt. Auf der anderen Seite ist der Verbrauch von Holz stark gewachsen, er hat sich seit den 1960er Jahren nahezu verdreifacht. Holz gewinnt als Brennmaterial ebenso an Bedeutung wie als umweltfreundlicher und langlebiger Baustoff für Häuser. Diese Faktoren führen zu einer Verzinsung des in Holzfonds gebundenen Kapitals, die weit über der vergleichbarer Investments liegt. Dies belegt unter anderem auch die Entwicklung des NCREIF Timerland Index, der die Wertsteigerung von US-amerikanischen Anlagen in Holzinvestments misst. Während der letzten beiden Jahrzehnte zeigt dieser Holz-Index im Durchschnitt einen Wertzuwachs von 15 Prozent pro Jahr. Auch die langjährige Rendite, die internationale Holzfonds erzielen, ist mit einem durchschnittlichen Zinssatz zwischen acht und zwölf Prozent beachtlich und beweist die nachhaltige Attraktivität dieser speziellen Anlageform.

Rechtliche Konzeption

Die Auflage von Holzfonds erfolgt in der Regel als geschlossener Fonds. Im Gegensatz zu Publikumsfonds sind diese Investmentgesellschaften mit einem festen Kapital ausgestattet. Die Investoren erwerben Anteile an diesen Fonds in einer definierten Stückelung. Juristisch sind diese Rohstofffonds regelmäßig als GmbH & Co konzipiert, dabei übernehmen die Investoren die Rolle der Kommanditisten und zeichnen Kommanditanteile. Diese Fondsanteile sind nicht fungibel, sodass Anleger sie während der Laufzeit nicht verkaufen können. Aus diesem Grund müssen Investoren ihre Anteile über einen langen Zeitraum halten. Sie kommen dementsprechend nur für Anleger in Frage, die sich über einen langen Zeitraum binden möchten und das in diesem Investment gebundene Geld zwischenzeitlich nicht benötigen. Die Emittenten von diesen Fonds müssen für deren Auflage Prospekte veröffentlichen, die alle wesentlichen Informationen und Eckdaten enthalten. Potenzielle Anleger sollten die Fondsprospekte gründlich lesen und auf dieser Basis Vergleiche mit anderen Investmentfonds vornehmen.

Der Standort als entscheidendes Qualitätsmerkmal

Die langfristige Orientierung von Holzfonds liegt auch in der Art der Kultur begründet, denn Bäume bringen erst ab etwa zehn Jahren nach ihrer Pflanzung einen Ertrag. In Bezug auf die Verfügbarkeit des Holzes bestehen dabei erhebliche Unterschiede zwischen den Anbaugebieten. Aufgrund der wesentlich günstigeren klimatischen Voraussetzungen liefern Baumkulturen in Mittelamerika nach einem deutlich kürzeren Zeitraum Holzerträge als Wälder in Nordeuropa. Idealerweise investieren Holzfonds ihr Kapital in verschiedene, weit entfernt voneinander liegende Wälder. Auf diese Weise beachten sie das Prinzip der Risikominimierung durch Diversifikation. Dies gilt insbesondere auch im Hinblick auf das sogenannte Länderrisiko: Es ergibt sich aus der Tatsache, dass in den Staaten, die optimale Bedingungen für den Aufwuchs von Wäldern bieten, häufig unsichere politische und soziale Zustände herrschen.

Die besonderen Risiken von Holzfonds

Anleger, die sich für ein derartiges Investment, interessieren, sollen auch unbedingt auf weitere spezifische Verlustgefahren achten. Diese bestehen in einem unerwartet auftretenden weltweiten Rückgang der Holznachfrage, zum Beispiel aufgrund des Einbruchs der Weltkonjunktur. Darüber hinaus kann es zu Verlusten aufgrund der Zerstörung der Wälder durch Brand, Schädlinge, Überschwemmungen oder ähnliche Unglücke kommen. Um diese Risiken zu minimieren, sollten die Fonds entsprechende Versicherungen besitzen.