Hochzinsanleihen

Was sind Hochzinsanleihen?

Die Kapitalmärkte bieten für Anleger verschiedene Anlageformen mit unterschiedlichem Risikopotenzial und damit einhergehend unterschiedlich hohen Renditen. Eine eigene Anlageklasse bilden dabei die sogenannten Hochzinsanleihen. Eine Hochzinsanleihe ist eine Unternehmens- oder Staatsanleihe mit einem überdurchschnittlich hohen Zinsertrag, der allerdings mit einem höheren Ausfallrisiko für die Investition als bei anderen Anleihen verbunden ist. Hochverzinsliche Anleihen werden auch als High Yields und als Junk-Anleihe bezeichnet.

Unter dem Begriff werden Anleihen zusammengefasst, die ein Rating von maximal BB+ bei der Ratingagentur Standard & Poor’s oder Ba1 bei Moody’s oder schlechter aufweisen. High Yield Anleihen ist somit eine wesentlich niedrigere Bonität zugewiesen als den Anleihen, die als „Investment Grade“ mit einem Rating von AAA bis minimal BBB- von den Ratingagenturen klassifiziert sind.

Je niedriger das Rating, desto riskanter ist die Investition und desto geringer ist der Wert der Investition. Hochzinsanleihen haben häufig eine geringere Handelsaktivität und damit Liquiditätsprobleme. Aus diesem Grund können Herabstufungen oder Gerüchte über Herabstufungen der Bonität eines Emittenten einen erheblichen Einfluss auf seine Anleihen sowie auf den Markt oder die Branche haben. Hochverzinsliche Anleihen sind jedoch kein grundsätzlich schlechtes Investment. Viele institutionelle Anleger verbessern ihre Rendite aktiv, indem sie Anleihen in Sektoren unterteilen, die auf bestimmten Merkmalen wie Bonität, Rendite, Kupon oder Fälligkeit basieren, und dann diejenigen Anleihen auswählen, die unter bestimmten Marktbedingungen für den Anleger am besten abschneiden.

Die Risiken und Chancen von hoch verzinsten Anleihen

Im Vergleich zu traditionellen festverzinslichen Wertpapieren bestehen bei hochverzinslichen Anleihen höhere Risiken, die zu einem Verlust des eingesetzten Kapitals führen können. Diese Anlageklasse hat in den letzten 30 Jahren drei bedeutende Ausfallzyklen durchlaufen. In jedem Zyklus gab es einen erheblichen Rückgang der Preise für hoch verzinste Anleihen, der sich jedoch zusammen mit der gesamten Wirtschaft wieder erholte. Hochzinsanleihen weisen Risiko- und Renditeeigenschaften auf, die zwischen traditionellen festverzinslichen Anlagen und Aktien eingeordnet werden und bieten Anlegern attraktive Renditen über den gesamten Konjunkturzyklus hinweg.

Hochzinsanleihen in Zeiten steigender Zinsen

In der Regel steigen die allgemeinen Zinssätze für Anleihen als Reaktion auf eine zunehmende Wirtschaftsaktivität. Mit den steigenden Zinsen werden traditionell Anleihen mit höherer Sicherheit für Anleger interessanter. Dieses Wirtschaftswachstum hilft jedoch den Unternehmen und Staaten, die Hochzinsanleihen emittiert haben, ihre finanzielle Situation zu verbessern, was für Hochzinsanleihen generell positiv ist. Darüber hinaus dienen der Spread-Überschuss, das Maß für die inkrementelle Verzinsung von Anleihen mit geringerem Risiko und die moderate Duration, das Maß für die Zinssensitivität, der Anlageklasse als Puffer gegen allmählich steigende Zinssätze. Im Allgemeinen kann ein Umfeld mit steigenden Zinsen, kurz vor einem starken Anstieg, für Hochzinsanleihen positiv sein.

Börsenhandel mit Hochzinsanleihen

Hochverzinsliche Anleihen werden von den Anlegern entweder bis zum Fälligkeitsdatum gehalten oder können während der gesamten Laufzeit an der Börse gehandelt werden. Trotz der möglicherweise positiven Entwicklung bei hochverzinslichen Anleihen in Zeiten steigender Zinsen, können für die Anleger Kursverluste entstehen, da mit den steigenden Zinssätzen früher oder später der Verkaufsdruck auf die hoch verzinsten Anleihen steigt und sichere Anlagealternativen interessanter werden. Andererseits hat eine Verbesserung der Bonität des Emittenten der Hochzinsanleihe im Allgemeinen einen positiven Einfluss auf die Kursentwicklung der Anleihe. Generell gilt, dass die Kurse von hochverzinslichen Anleihen in der Regel umso volatiler sind, je länger die Restlaufzeit bis zum Fälligkeitsdatum der Anleihe ist.

Wer investiert in hochverzinsliche Anleihen?

Viele Privatanleger können ihr Anlageportfolio mit Anleihen unterschiedlicher Klassen, die unterschiedliche Renditen bieten diversifizieren. Investmentfonds investieren einen Teil des Anlagevermögens in hoch verzinste Anleihen, um die Rendite für die Anleger zu verbessern. Angesichts des im allgemeinen konservativen Charakters von Investmentfonds sind die Manager bei Investitionen in Hochzinsanleihen jedoch eher zurückhaltend. Zu den größten Investoren in hochverzinsliche Anleihen zählen Versicherungsunternehmen. Sie nutzen Hochzinsanleihen zur Finanzierung von Rentenzahlungen und anderen Produkten, die sie anbieten. Rentenfonds investieren ebenfalls häufig in Hochzinsanleihen, um ihre Erträge zu steigern. Da Rentenfonds jedoch häufig restriktiven Vorschriften unterliegen, die risikoreiche Portfolio verbieten, platzieren Sie in der Regel nur einen kleinen Teil des Kapitals in hochverzinsliche Anleihen