Gewinn- und Verlustrechnung

Was ist eine Gewinn- und Verlustrechnung?

Die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) ist eine Finanzaufstellung, in der die Einnahmen, Kosten und Ausgaben von Kaufleuten zusammengefasst sind, die während eines bestimmten Zeitraums anfallen, normalerweise eines Geschäftsquartals oder -jahres. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist laut § 242 III HGB Pflichtbestandteil des Jahresabschlusses.

Aufbau und Darstellungsform

Die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) muss klar und übersichtlich gegliedert werden, damit ein Einblick in die Ertragslage des Unternehmens gewährleistet wird. Aus diesem Grund ist es grundsätzlich unzulässig, Aufwendungen und Erträge zu saldieren – dies wird als Verrechnungsverbot bezeichnet.

Sie kann in Staffel- oder Kontoform aufgestellt werden. Für Kapitalgesellschaften ist wegen der größeren Übersichtlichkeit laut § 275 I HGB die Staffelform zwingend vorgeschrieben. Kapitalgesellschaften können dabei entweder das Umsatzkostenverfahren oder das Gesamtkostenverfahren anwenden. Der Grundsatz der formellen Bilanzkontinuität bzw. Stetigkeit legt fest, dass die einmal gewählte Darstellungsform bei zukünftigen Gewinn- und Verlustrechnungen grundsätzlich ebenso beizubehalten ist wie die Postenfolge und Postenbezeichnung.

Kleinstunternehmen müssen ihre Gewinn- und Verlustrechnung nicht so detailliert ausweisen wie größere Unternehmen. Es reicht aus, nur die folgenden Posten vorzulegen:

  • Umsatzerlöse
  • Andere Einnahmen
  • Materialaufwand
  • Personalaufwand
  • Abschreibungen
  • Andere Ausgaben
  • Jahresüberschuss/-verlust

Als Kleinstunternehmen gelten nach HGB § 267a solche, die zwei der folgenden drei Kriterien nicht überschreiten:

  • Bilanzsumme 350.000 EUR
  • Umsatz EUR 700.000 in den letzten 12 Monaten
  • Hatte das ganze Jahr über durchschnittlich 10 Mitarbeiter

Gesamtkostenverfahren vs. Umsatzkostenverfahren

Das Gesamtkostenverfahren listet den Geldwert aller verkauften Produkte auf. Bei der Gesamtkostenmethode werden auch Materialkosten für Artikel, die in früheren Perioden nicht verkauft oder verkauft wurden, in der Gewinn- und Verlustrechnung unter dem Posten „Zunahme oder Abnahme der Lagerbestände an fertigen und unfertigen Erzeugnissen“ erfasst. Kostenpositionen werden hier nach ihrem Ursprung dargestellt, d. h. nach Kostenkategorien, wie z. Bsp. Löhnen, Abschreibungen, Materialkosten usw., ohne diese Kosten nach Geschäftsfunktionen weiter zu trennen, wie dies bei der letzteren Methode der Fall ist.

Die Methode des Umsatzkostenverfahrens umfasst nur die Aufwendungen für Produkte, die im Berichtszeitraum tatsächlich verkauft wurden. Außerdem werden alle Kosten pro Geschäftsfunktion auf die Kostenstellen verteilt, auf denen sie anfallen. In diesem Format werden alle damit verbundenen Einnahmen und Ausgaben direkt gegenübergestellt und gegeneinander aufgerechnet, um Zwischensummen innerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung bereitzustellen. So werden beispielsweise Verkaufserlöse mit den Kosten der verkauften Waren konfrontiert und die Differenz zwischen den beiden ergibt die Zwischensumme, die als Bruttogewinn bezeichnet wird. Diese Zwischensumme zeigt uns die Marge, mit der wir unsere Produkte verkaufen, und ist tatsächlich Teil des Umsatzes, der dem Unternehmen nach dem Verkauf zur Verfügung steht.

Eine Gewinn- und Verlustrechnung lesen

Jede Gewinn- und Verlustrechnung enthält die folgenden Elemente:

  1. Zeitraum, für den sie erstellt wurde.
  2. Vergleichszeitraum – Zahlen für das vorherige Jahr/Quartal werden hier zu Vergleichszwecken dargestellt.

Im Folgenden werden einige der wichtigsten Posten erläutert:

  • Umsatzerlöse – Dies ist der Umsatz, der durch den Verkauf Ihrer Produkte oder Dienstleistungen erzielt wird.
  • Der Bruttogewinn ist der Ertrag, der in Ihrer Tasche bleibt, nachdem Sie die Kosten für verkaufte Waren oder erbrachte Dienstleistungen gedeckt haben.
  • Betriebliche Aufwendungen sind regelmäßige Aufwendungen, die zur Führung des Geschäfts erforderlich sind. Dies können Mietkosten, Marketingkosten, Vertriebskosten, Bürobedarf sein, aber auch die Gehälter Ihrer Mitarbeiter. Der überwiegende Teil dieser Aufwendungen ist naturgemäß fixiert. Dies steht in direktem Gegensatz zu den Kosten, die in den Artikelkosten der oben verkauften Waren enthalten sind, die variabel sind und sich proportional zur Leistungsänderung ändern.
  • Ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ist das Betriebsergebnis der Gesellschaft, nachdem alle Betriebsaufwendungen und Zinsaufwendungen (oder -erträge) gedeckt sind.
  • Der Nettogewinn ist der Nettogewinn oder -verlust, der im Berichtszeitraum erzielt wurde. Anhand dieser Zahl können Sie Ihre relative Rentabilität berechnen.