Fondsmanager

Was ist ein Fondsmanager?

Fondsmanager verwalten in Investmentfondsgesellschaften, Banken oder Versicherungen investiertes Anlegervermögen mit dem Ziel, eine Rendite zu erwirtschaften. Dieses Anlegerkapital wird getrennt vom Vermögen der Investmentgesellschaft als Sondervermögen gehalten, das bei einer Insolvenz der Investmentgesellschaft dem Zugriff von Gläubigern entzogen wäre.

Tätigkeitsspektrum

Fondsmanager verfügen in der Regel über Finanzmarkt- sowie über besondere Branchenkenntnisse (z.B. Immobilienbranche). Sie beobachten die Entwicklung von Märkten, Branchen, Unternehmen sowie weiterer Faktoren, die Einfluss auf den Wert des im Fonds enthaltenen Vermögens haben können. Dazu zählen u.a. politische Geschehnisse, Entscheidungen von Notenbanken oder Naturereignisse.

Manager von Aktienfonds stehen in Kontakt mit den Unternehmen, deren Anteile der Fonds hält, und versuchen mitunter, auch Einfluss auf den Kurs der Unternehmen auszuüben. Zur täglichen Arbeit gehört das Studium des Wettbewerbsumfeldes und die Auswertung von Strategien, Bilanzen, Umsätzen und Ergebnissen der Unternehmen.

Pflichten der Fondsmanager

Fondsmanager unterstehen nach dem Kapitalanlagegesetzbuch der staatlichen Aufsicht und unterliegen besonderen professionellen Pflichten, deren Verletzung Haftungsfragen auslöst und zu Schadensersatzansprüchen führen kann. Neben den Pflichten, die auch in anderen Berufen gelten (z.B. Sorgfalts- und Treuepflicht), besteht für Fondsmanager eine Risikominderungspflicht, die je nach Fondskriterien unterschiedlich ausgeprägt sein kann. In der Praxis verbleiben indes erhebliche Handlungsspielräume.

Unterschiede der Investmentfonds

Investmentfonds unterscheiden sich nach Anlageklassen und jeweils besonderen Bedingungen für die zulässigen Investmentgegenstände und die Risikostreuung. Bei der Betreuung des Fonds hat der Manager diese Bedingungen zu beachten. Gängige Anlageklassen sind Aktien, Staats- und Unternehmensanleihen (Rentenpapiere), Immobilien, Rohstoffe und Geldmarkttitel. Mischfonds können aus mehreren dieser Anlageklassen bestehen. Dachfonds investieren wiederum in Zielfonds aus unterschiedlichen Anlageklassen.

Die Fondsbedingungen können Festlegungen über die Bonität der enthaltenen Wertpapiere, deren geografische Herkunft, Obergrenzen für im Fonds enthaltene Einzelwerte etc. treffen. Fondsmanager definieren bei Neuauflage eines Fonds derartige Grundlagen. Sie können z.B. bestimmen, dass ein Aktienfonds nur Anteile von im DAX oder MDAX gelisteten Unternehmen oder dass ein Rentenfonds nur Anleihen mit hoher Bonität aus dem Euro-Raum enthalten darf.

Benchmark

Innerhalb eines solchen definierten Rahmens können die Manager der aktiven Fonds je nach Marktlage und prognostizierter Entwicklung Umschichtungen vornehmen, Gewichtungen ändern, bestimmte Titel abstoßen oder neu aufnehmen und sogar Bargeldpositionen halten. Für das Funktionieren sogenannter passiver Fonds, deren Investitionen ein strikter, regelmäßig überprüfter Index (z.B. für Aktien der MSCI World) zugrunde liegt, ist aktives Fondsmanagement nicht vonnöten. Die Leistung aktiv gemanagter Fonds wird häufig an der Wertentwicklung passiver Indexfonds gemessen.