Finanzplanung

Was ist Finanzplanung?

Unternehmen, Staaten, Privathaushalte sowie private und professionelle Anleger müssen Finanzplanung betreiben, um erfolgreich zu wirtschaften bzw. ihre Anlegerziele zu erreichen. Der kurz-, mittel- und langfristige Finanzbedarf wird im Rahmen einer Finanzbedarfsanalyse ermittelt. Im Ergebnis wird ein Finanzplan erstellt, der als Grundlage für alle Investmententscheidungen dient. Dank einer stufenweisen Aufstellung ermöglicht der Finanzplan die finanzielle Verwirklichung der Ziele. Kapitalanleger gelangen mit dem Finanzplan zu einer optimalen Vermögensstruktur.

Ziele

Mit der Finanzplanung sollen zukünftige Investitionen geplant und finanziert werden. Es kommt auf die Sicherung der Liquidität und die gleichzeitige Gewährleistung der Rentabilität an. Die Planung umfasst die Kapitalbedarfsplanung und die Liquiditätsplanung. Als Finanzierungsbereiche werden

  • Investitionen, beispielsweise für Maschinen, Entwicklungskosten oder Workshops
  • Betriebsmittel, die alle Güter zur Herstellung eines Produkts oder einer Dienstleistung umfassen
  • Vertrieb mit allen erforderlichen Aktivitäten, um ein Produkt oder eine Dienstleistung an den Endverbraucher zu bringen
  • Innovationen, bei denen Forschung und Entwicklung einen hohen Stellenwert haben

unterschieden.

Aufstellung eines Finanzplans

Mit einem Finanzplan müssen existenzbedrohende Risiken über Versicherungen und die Tilgung von Schulden abgesichert werden. Ein Finanzplan für private Haushalte und Kapitalanleger wird in vier Stufen aufgestellt und umfasst:

  1. Stufe: Aufbau einer kurzfristigen Liquidität mit allen verfügbaren finanziellen Reserven. Kurzfristige Finanzmittel können Reserven für Notfälle sein, beispielsweise bei Privatpersonen drei Monatsgehälter. Mit dem kurzfristigen Finanzbedarf sollen zusätzlich Anschaffungen des Kapitalanlegers bis zu einem Jahr abgedeckt werden.
  2. Stufe: Finanzierung mittelfristiger Käufe. Der mittelfristige Finanzbedarf umfasst alle geplanten Anschaffungen in den nächsten vier Jahren. Bei den kurz- und mittelfristigen Anschaffungen handelt es sich um Verbrauchs- und Konsumgüter.
  3. Stufe: Absicherung der Altersvorsorge. Der langfristige Finanzbedarf, der mit dem Erreichen des Ruhestands eintritt, muss gesichert werden. Zur Erreichung dieses Ziels dienen langfristige Sparverträge. Es geht um Kapital zur Aufbesserung der Rente oder für den später geplanten Erwerb von selbst genutztem Wohnraum.
  4. Stufe: Ist noch Geld verfügbar, sollte es in Vermögensanlagen mit hoher Rentabilität investiert werden.

Beginn der Finanzplanung

Die Finanzplanung beginnt mit der Ermittlung des Ist-Zustandes. Dabei können auch Ereignisse aus der Vergangenheit herangezogen werden. Der Sollzustand kann mit der aktuellen Finanzsituation verglichen werden. So entsteht eine Finanzprognose. Die Analyse ist die Basis der Planung der künftigen Einnahmen und Ausgaben. Zur Finanzplanung gehören auch die Kontrolle über das Erreichen der Vorgaben und Überlegungen zur weiteren Gestaltung der Planung. Im Finanzkonzept werden alle Ziele und Ergebnisse festgehalten.

Unternehmerische Finanzplanung

Bei der unternehmerischen Finanzplanung geht es um die Sicherung der Zahlungsfähigkeit von Unternehmen. Insolvenzen müssen vermieden werden. Die Fähigkeit für Investitionen muss aufgebaut oder erhalten werden. Ein Finanzplan wird ähnlich wie in Privathaushalten oder bei privaten Investoren aufgestellt, um künftige Einnahmen und Ausgaben gegenüberzustellen. Dabei wird die Liquidität von Unternehmen berücksichtigt.
Die betriebliche Finanzplanung umfasst die strategische und die operative Planung. Bei der strategischen Planung werden Rahmendaten für Finanzentscheidungen festgelegt, die sich an Rentabilitäts- und Risikozielen orientieren. Zur operativen Planung gehören Detailentscheidungen innerhalb der in der strategischen Planung festgelegten Rahmendaten. Sie orientiert sich an Liquiditätszahlen. Die operative Planung wird im Finanzplan konkretisiert.