Finanzinstrumente

Was sind Finanzinstrumente?

Finanzinstrumente sind grundsätzlich zunächst gegenseitige Verträge, die zwischen Unternehmen abgeschlossen werden und bei beiden Seiten Folgen auf das Vermögen und die Verbindlichkeiten oder Forderungen haben. Der eine Vertragspartner kann das jeweilige Finanzinstrument bei sich als finanziellen Vermögenswert verbuchen, während der Vertrag über die Finanzinstrumente beim anderen Vertragspartner zu einer finanziellen Verbindlichkeit führt oder auch als Teil des Eigenkapitals bewertet werden kann.

Relevanz

Sie sind für Unternehmen im Wirtschaftsverkehr immer wichtigere Positionen, die auch unter Umständen in den Bilanzen und Lageberichten erfasst und bewertet werden müssen. Der Begriff ist dabei durch den Gesetzgeber nicht einheitlich definiert, was gerade in Bezug auf die Einstufung und Bewertung zu Problemen führen kann. Das Finanzinstrument als modernes Finanzierungsmittel wird dabei für immer mehr Unternehmen unterschiedlichster Branchen immer mehr an Bedeutung gewinnen. Auch als Eigenkapitalinstrument sind diese Verträge immer wichtiger. In diesem Kontext wird eine Unterscheidung in sogenannte originäre und derivative Finanzinstrumente vorgenommen.

Originäre und derivative Finanzinstrumente

Unter einem originären Finanzinstrument versteht man in der Regel Wertpapiere wie Aktien, die bilanztechnisch als Bilanzwert zu erfassen sind. Hinsichtlich der Bewertung dieser Positionen gelten die allgemeinen Regelungen der Rechnungslegung, weil spezifische Vorschriften für die Erfassung von einem Finanzinstrument fehlen (mit Ausnahme von gesonderten Regeln für Kreditinstitute). Wenn Zeit und Buchwert deckungsgleich sind und keine Abschreibungen erfasst wurden, sind auch keine zusätzlichen Anhangsangaben gefordert.

Komplexer unterscheiden sich davon derivative Finanzinstrumente, die in der Regel Fest- und / oder Optionsgeschäftsvorgänge sind, die als Termingeschäft vertraglich fixiert werden. So ein Finanzinstrument wird meist als Risikoabsicherung eingesetzt und sichert durch gegenläufige Geschäfte bestimmte Grundgeschäfte ab. Damit soll dieses Finanzinstrument zum Beispiel Risiken durch Marktpreisschwankungen absichern. So ein Finanzinstrument orientiert sich an einem Basiswert und ist oft hochspekulativ und auch schwer zu bewerten. Übliche derivative Konstruktionen sind Optionen und Futures sowie generell das Termingeschäft sowie SWAPS. Weil die Bewertung dieser Instrumente auch praktisch nicht möglich ist, weil die Geschäfte schwebend sind und auch nicht sicher kalkulierbar, wird hier das Finanzinstrument erst dann in der Bilanz erfasst, wenn fixe Anschaffungskosten erfasst werden können oder wenn sicher ist, dass klar definierte Verluste zu erwarten sind, die bewertet und erfasst werden müssen, weil sie sich auf die Bilanz und das Vermögen auswirken. Drohende Verluste müssen handelsrechtlich rechtzeitig in der Bilanz erfasst und als Rückstellungen bewertet und eingestellt werden. Gewinne hingegen, die noch nicht realisiert wurden, dürfen auch nicht als zukünftig mögliche Gewinne bewertet und erfasst werden.