Eigenkapital

Was ist Eigenkapital?

Eigenkapital bezieht sich auf den Kapitalteil eines Unternehmens, der sich aus dem eigenen Geld des Gründers, zusammensetzt. Um ein Unternehmen finanzieren zu können, ist Eigenkapital sehr wichtig. Wie viel von dem eigenen Kapital nötig wird, ist abhängig von verschiedenen Faktoren. In Bezug auf das betriebliche Rechnungswesen stellt das Eigenkapital das Pendant zum Fremdkapital dar. Es bezeichnet den Kapitalteil, welcher z.B. von Gesellschaftern aufgebracht wird.

Nach Abzug aller Schulden und anderen Verbindlichkeiten

Bei dem eigenen Kapital handelt es sich um die Mittel einer Firma, von denen bereits sämtliche Verbindlichkeiten und Schulden abgezogen wurden. Gemeint sind zudem damit die Mittel, die einer Firma zur Verfügung stehen, nach Abzug von erwirtschaftetem Gewinn und Einlagen. Parallel zu den finanziellen Rücklagen, zählen auch Gegenstände zu dem Eigenkapital. Somit gehören auch Anlagen, Maschinen, Fuhrpark, etc. welche bereits abgezahlt sind, zu dem eigenen Kapital. Innerhalb der Unternehmensbilanz, stellt das Eigenkapital den größten Teil auf der Seite „Passiva“, dar.

Woher kommt das eigene Kapital?

Im Rahmen der Gründung eines Unternehmens entsteht Eigenkapital in Form von Sach- oder Bareinlagen der etwaigen Gesellschafter. Bei Kapitalgesellschaften ist das Mindesteigenkapital durch den Gesetzgeber vorgegeben. Derzeit beträgt es gemäß (§ AktG), 50.000 Euro. Wird eine GmbH eröffnet, liegt der Anteil laut § 5 Abs. 1. GmbH bei 25.000 Euro. Bevor nicht der entsprechende Nachweis zur Einzahlung vorliegt, wird die Gesellschaft nicht in das Handelsregister eingetragen. Handelt es sich um ein Unternehmen, das dort schon eingetragen ist, dann entwickelt sich das Eigenkapital durch andere Arten wie:

  • Aktivierung von Vermögensposten
  • Kapitalerhöhung
  • Emission von Aktien
  • Gewinnthesaurierung
  • Niedrigbewertung von Passiva
  • Höherbewertung von Aktiva

Die Eigenkapitalquote

Umso mehr ein Unternehmen an Eigenkapital vorweisen kann, umso besser ist das für das Unternehmen. In vielen Fällen ist es nämlich so, dass die Höhe der Selbstfinanzierung als Richtwert genommen wird, in Bezug auf die Ernsthaftigkeit der Unternehmensgründung. Ermittelt wird hier dann die Eigenkapitalquote. Berechnet wird diese, indem der Wert vom Eigenkapital dividiert wird durch den Wert des Gesamtkapitals. Allgemein sollte festgehalten werden, dass Eigenkapitalanteil nicht unter einer Marke von 20 Prozent liegen sollte. Optimal wäre es natürlich, wenn sie noch höher ausfallen würde. Hohes Eigenkapital sorgt für ein entsprechendes Vertrauen und eine Sicherheit, gegenüber den Banken und anderen Investoren. Eventuelle Verluste können nämlich so leichter aufgefangen werden.

Wie eigenes Kapital aufgestockt werden kann

Um eigenes Kapital aufstocken zu können, gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten. Beispielsweise können die Eigenkapitaleinlagen erhöht werden oder aber auch es werden neue Gesellschafter ausfindig gemacht, welche dann als Eigenkapitalgeber fungieren. Bezeichnet wird diese Möglichkeit auch als Einlagen- oder Beteiligungsfinanzierung aufgrund von Beteiligungskapital.

Die zweite Möglichkeit eröffnet sich dem Unternehmen durch die Selbstfinanzierung von innen heraus. Das eigene Kapital wird durch Anteile des Gewinns aufgestockt, es wird somit thesauriert und nicht ausgeschüttet an Teilhaber. Verbucht wird diese Art der Eigenkapitalaufstockung, unter dem Begriff „Gewinnrücklage“. Aber auch als stille Reserve kann in der Buchhaltung/Bilanz das gewonnene eigene Kapital verbucht werden.

Welche Funktionen von dem eigenen Kapital ausgehen:

  • Gründungsfunktion
  • Haltungsfunktion
  • Gründungsvoraussetzung
  • Voraussetzung für den Erhalt von Fremdkapital
  • Mögliche Verluste können besser abgefangen werden
  • Möglichkeit zur längerfristigen Finanzierung einer Sachanlage