Dividende

Was ist eine Dividende?

Die Dividende ist laut Definition der Teil des in der Bilanz eines Unternehmens ermittelten Gewinns, welcher auf eine einzelne Aktie des Unternehmens entfällt.

Was heißt Dividende genau? Der Begriff stammt aus dem Lateinischen und bedeutet übersetzt so viel wie „der zu verteilende“.

Wie hoch der Anteil am Gewinn des Unternehmens für einen Aktionär insgesamt ist, bemisst sich gemäß § 60 I AktG (Aktiengesetz) nach seinen Anteilen am Grundkapital.

Angegeben wird der Anteil am Grundkapital in Prozent des Nennwertes oder in Euro pro Mindestnennwert.

Bei einer Aktiengesellschaft wird die an die Aktionäre auszuzahlende Dividende auf der Basis des Jahresabschlusses in der Regel vom Vorstand und vom Aufsichtsrat vorgeschlagen. Die Ausschüttung der Dividende muss von der Hauptversammlung mit einfacher Mehrheit beschlossen werden. Nach deren Erklärung über die Höhe der Dividende fällt meistens direkt der Stichtag der Auszahlung.

Ein gesetzlicher Anspruch auf die Auszahlung einer Dividende besteht für die Aktionäre nicht. Ob und in welcher Höhe eine Dividende ausgeschüttet wird, wird vom Vorstand des Unternehmens jährlich auf Grundlage der Geschäftszahlen neu festgelegt. Erwirtschaftet eine Firma keinen Bilanzgewinn, kann sie auch keine Dividende auszahlen.

Was ist eine Dividendenauszahlung?

Unternehmen dürfen verschiedene Aktiendividenden ausschütten, weshalb es unterschiedlich Arten von Dividenden gibt:

  • Bardividende: Direkte Gewinnausschüttung des Betrags in Bar.
  • Stockdividende: Statt einer Barauszahlung wird die Dividende in Form weiterer Aktien der Firma ausgezahlt.
  • Sachdividende: Sachwerte können ebenfalls Aktien beinhalten, allerdings von Tochtergesellschaften. Oder es handelt sich um Produkte, die das Unternehmen selbst herstellt.


Auswirkung des Dividendenabschlags

Der Dividendenabschlag bezeichnet einen Rückgang des Aktienkurses unmittelbar nach Auszahlung einer Dividende. Der Kursrückgang einen Tag später entspricht dabei in der Regel der Höhe der Dividendenzahlung. Bei wirtschaftlich gesunden Unternehmen wird der Kursrückgang innerhalb weniger Tage wieder aufgeholt.

Der Grund für den Rückgang des Kurses rührt daher, dass ein Unternehmen für Investoren nach der Dividendenzahlung einen geringeren Wert hat. Das Wertpapier wird nach der Ausschüttung „ex Dividende“ gehandelt. Das bedeutet, dass nach dem Stichtag die Aktie gehandelt werden kann, ohne dass ein Anspruch auf die Dividende besteht.

Beispiel: Liegt der Aktienkurs bei 50 Euro mit einer Dividende pro Aktie von zwei Euro, sinkt dieser nach der Dividendenausschüttung um genau zwei Euro. Der Kurs liegt dann bei 48 Euro und gilt als Momentaufnahme, da sich der Aktienkurs schnell wieder erholt.

Wann erhalten Aktionäre die Dividende?

Die beschlossene Dividende erhalten Anleger in der Regel an einem festgelegten Stichtag, wenn sie zu diesem Zeitpunkt im Besitz der Firmenaktie sind, diese also im eigenen Depot liegt. Kaufen Investoren eine Aktie einen Tag später, erhalten sie diese ohne das Recht auf eine Dividende.

Die Auszahlung der Dividende an sich erfolgt jedoch häufig erst Wochen oder Monate später.

Wo gibt es Informationen zu möglichen Dividenden?

Welche Aktien mit hohen Dividenden aufwarteten, können Investoren anhand eines Dividendenkalenders nachlesen. Viele Finanzportale liefern online eine detaillierte Auflistung der letzten Jahre. Zukunftsprognosen sind hingegen wie bei allen Finanzprodukten mit Vorsicht zu genießen, da selbst Analysten nur Schätzungen für potenzielle Dividenden abgeben können.

Aktien bewerten mithilfe der Dividendenrendite

Investoren nutzen die Dividendenrendite als Kennzahl für die Bewertung einer Aktie. Die Dividendenrendite wird ermittelt, indem der Dividendenbetrag durch den Kurs der Aktie dividiert und das Ergebnis mit 100 Prozent multipliziert wird.

Beispielsweise ergibt sich bei einem Aktienkurs von 200 Euro und einer Dividendenzahlung von zehn Euro eine Dividendenrendite von fünf Prozent: 10 € / 200 € x 100 % = 5 %.

Diese Kennzahl hat jedoch nur eine sehr begrenzte Aussagekraft über die Gesamtrentabilität eines Unternehmens. Professionelle Investoren bewerten Dividendenpapiere vor einer Investition anhand von mehr als 20 weiteren Kennzahlen.

Dividenden als Anlagestrategie

Viele Anleger investieren gezielt in sogenannte Dividendenpapiere. Das heißt, sie investieren in Unternehmen, die in den vergangenen Jahren regelmäßig Dividenden an ihre Aktionäre ausgeschüttet haben.

Statistiken belegen, dass die Dividenden für die Rendite bei Investitionen in Aktien in den vergangenen Jahrzehnten immer eine bedeutende Rolle gespielt haben.

Seit dem Jahr 1960 betrug der Anteil der Dividende am Gesamtgewinn bei Investitionen in Aktien des S&P 500 Index in den USA beispielsweise rund 82 Prozent.

Steuerrechtliche Behandlung der Dividenden

Dividenden zählen wie Zinsen zu den Kapitalerträgen. Daher muss der Empfänger die für Kapitalerträge festgelegte Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent zuzüglich des Solidaritätszuschlages (5,5 Prozent) und eventuell zuzüglich der für ihn geltenden Kirchensteuer in Höhe von acht oder neun Prozent je nach Wohnsitz an das Finanzamt abführen.

Für Personengesellschaften und Einzelunternehmen gilt in Bezug auf Steuer bei Dividendeneinkünften das Teileinkünfteverfahren. Sind Kapitalgesellschaften wie eine GmbH oder eine AG zu mindestens zehn Prozent an einem Unternehmen beteiligt, müssen Sie erhaltene Dividenden in der Regel nicht versteuern.

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