Delta Hedging

Was ist Delta Hedging?

Risikobewusste Anleger sind immer bemüht, ihre Investments gegen Verluste abzusichern. Dies gilt sowohl für kurzfristige als auch für langfristige Kapitalanlagen. Eine Möglichkeit, das Verlustrisiko bei der Spekulation mit Optionen abzusichern und zu verringern, ist das Delta Hedging.

Die dynamische Absicherung von Optionen bezeichnet man als Delta Hedging oder auch Delta-Hedge. Einem Wertpapier liegt dabei eine bestimmte Option zugrunde. Das Ziel des Delta Hedging ist es, die Auswirkungen der preislichen Veränderungen dieses Wertpapiers abzusichern. Es reduziert den Wert einer Kauf- oder Verkaufsoption oder neutralisiert diesen im besten Fall.
Die Delta-Hedge Ratio gibt dabei an, wie viele Einheiten Anleger dafür kaufen müssen.

Die Bestandteile des Delta Hedging

Das Delta einer Option bezieht sich auf die Änderung des Optionspreises im Verhältnis zur Preisänderung der zugrunde liegenden Aktie.

Bei Calls (Kaufoptionen) liegt das Delta immer zwischen 0,0 und +1,0.
Bei Puts (Verkaufsoptionen) liegt das Delta immer zwischen 0.0 und -1,0.

Das Delta ist also ein Maß dafür, wie stark sich der Optionspreis bei einer Änderung des Preises des Basiswertes verändert.
Der Preis der zugrunde liegenden Aktie wechselt zum Beispiel um zehn Euro. Ein Delta von 0,5 bedeutet dann, dass der Optionspreis um fünf Euro variiert. Das funktioniert nur bei einem Bezugsverhältnis von 1:1.

Delta Hedging sichert eine Option ab, wenn im Basiswert eine Position eingegangen ist, die dem Delta entspricht.
Befindet sich beispielsweise eine Kaufoption für 100 Aktien der XY AG im Depot und das Delta beträgt 0,6, dann können Anleger die Optionsposition durch den Kauf von 60 Aktien der XY AG (0,6 x 100) absichern.

Eine solche Absicherung ist sofort wirksam, da sich das Delta der Option selbst durch Änderungen folgender Aspekte wandelt:

  • Dem Preis des Basiswerts
  • Der Zinssätze
  • Der Volatilität des Basiswertes
  • Der Restlaufzeit

Daher muss eine Delta-Absicherung kontinuierlich angepasst werden, um effektiv zu sein.

Durch diese kontinuierliche Anpassung entstehen weitere Kosten. Diese Transaktionskosten müssen bei der Gesamtbetrachtung der Rendite einer Investition berücksichtigt werden. Alternativ zum Kauf oder Verkauf des Basiswertes kann Delta Hedging durch Future- oder Forward-Geschäfte am Terminmarkt erfolgen.

Einflüsse auf das Delta Hedging

Delta Hedging ist nicht so einfach erklärt. Denn es gibt insgesamt vier Variablen, die das Delta einer Option beeinflussen können:

  • Preis
  • Volatilität
  • Zeit
  • Zinssätze

Steigende Preise, Volumina und Zinssätze erhöhen den Delta-Wert. Das heißt, das Delta eines Calls wird beispielsweise von 0,50 auf 0,60 verschoben und das Delta eines Puts von -0,40 auf -0,30 gesetzt.

Die Auswirkung des Zeitwerts auf das Delta und damit das Delta Hedging hängt von der Restlaufzeit der Optionen ab. Je näher der Verfallstermin einer Option rückt, umso höher ist die Wertänderung des Deltas der Option. Bei einer kurzen Restlaufzeit bleibt eine Option, die bereits im Geld ist, mit größerer Wahrscheinlichkeit im Geld.

Umgekehrt wird eine Call-Option, die bereits aus dem Geld ist, mit jedem verstrichenen Tag weniger sicher. Voraussetzung dafür ist, dass alle anderen Faktoren gleichbleiben.
Bei einer Put-Option im Geld ist das Delta bereits negativ. Mit kürzer werdender Restlaufzeit nähert es sich immer mehr dem Maximalwert des Deltas von -1,0 an.

Aus unserem Blogazine