Duration

Was ist die Duration?

Unter Duration versteht man eine Sensitivitätskennzahl, die auf eine durchschnittliche Kapitalbindungsdauer einer Anlage und die Auswirkung einer Zinsveränderung auf deren Preis hindeutet. Sie geht zurück auf ein Konzept, das vom kanadischen Ökonomen Frederick Robertson Macaulay im Jahr 1938 vorgestellt wurde. Sein Ziel ist es, den Anlegern bei der Erfassung des sich auf den Endwert bezogenen Zinsänderungsrisikos zu helfen. So können festverzinsliche Anlagen, die gleiche Renditen und Laufzeiten, aber unterschiedliche Coupons aufweisen, miteinander verglichen und das daraus resultierende Zinsänderungsrisiko berechnet werden.

Berechnungsbeispiel

Folgende Faktoren werden in die Berechnung der Macaulay-Duration einbezogen: der Zahlungszeitpunkt angegeben in vollen Jahren plus Jahresbruch (t), der Zahlungsstrom (Cashflow) zum Zeitpunkt t (CFt), die Marktrendite (r) und die Gesamtanzahl der Annuitäten (N), welche die Anzahl der Jahre mal Zahlungen pro Jahr bedeutet. Bei einer festverzinslichen Anlage mit einer Restlaufzeit von 5 Jahren, im Nominalwert von 100.000 Euro, mit Marktrendite in der Höhe von 4,5 Prozent und einer Nominalverzinsung von 5 Prozent beträgt die Duration 4,5515 Jahre. Folglich wird die Anlage in zirka 4,5 Jahren zurückgezahlt, wobei es sich hier um den Mittelwert handelt.

Gegensätzliche Effekte

Einen wichtigen Einfluss auf den Endwert einer Anlage hat der Marktzins. Sobald er sich ändert, treten zwei gegensätzliche Effekte auf: Markteffekt und Wiederanlageeffekt. Während beim Markteffekt ein Zinsanstieg den fallenden Wert einer Anlage zur Folge hat, wirkt er sich beim Wiederanlageeffekt auf den Wert einer Anlage positiv aus. Die beiden Effekte heben sich nur dann auf, wenn der Wert einer Anlage nicht vom Marktzins abhängt. Dies passiert zu einem Zeitpunkt der Macaulay-Duration. Auf keinen Fall sollte sie wie alle Risiko-/Ertragskennzahlen zur einzigen Determinante einer Anlageentscheidung werden, denn auch individuelle Kriterien sind zu bedenken.