Dividende

Was ist eine Dividende?

Die Dividende ist der Teil des in der Bilanz eines Unternehmens ermittelten Gewinns, der auf eine einzelne Aktie des Unternehmens entfällt. Wie hoch der Anteil am Gewinn des Unternehmens für einen Aktionär insgesamt ist, bemisst sich gemäß § 60 I AktG (Aktiengesetz) nach seinen Anteilen am Grundkapital. Angegeben wird der Anteil am Grundkapital in Prozent des Nennwertes oder in Euro pro Mindestnennwert. Bei einer Aktiengesellschaft wird die an die Aktionäre auszuzahlende Dividende auf der Basis des Jahresabschlusses in der Regel vom Vorstand und vom Aufsichtsrat vorgeschlagen. Die Auszahlung der Dividende muss von der Hauptversammlung beschlossen werden.

Ein gesetzlicher Anspruch auf die Auszahlung einer Dividende besteht für die Aktionäre nicht. Ob und in welcher Höhe eine Dividende ausgeschüttet wird, wird vom Vorstand des Unternehmens jährlich auf Grundlage der Geschäftszahlen neu festgelegt.

Dividendenabschlag und Dividendenrendite

Der Dividendenabschlag bezeichnet einen Rückgang des Aktienkurses unmittelbar nach Auszahlung einer Dividende. Der Kursrückgang entspricht dabei in der Regel der Höhe der Dividendenzahlung. Dieser rührt daher, dass ein Unternehmen für Investoren nach der Dividendenzahlung einen geringeren Wert hat. Bei wirtschaftlich gesunden Unternehmen wird der Kursrückgang innerhalb weniger Tage wieder aufgeholt.

Investoren nutzen die Dividendenrendite als Kennzahl für die Bewertung einer Aktie. Die Dividendenrendite wird ermittelt, indem der Dividendenbetrag durch Kurs der Aktie dividiert und das Ergebnis mit 100 % multipliziert wird. Beispielsweise ergibt sich bei einem Aktienkurs von 200 Euro und einer Dividendenzahlung von 10 EUR eine Dividendenrendite von 5 % (10 / 200 x 100 % = 5 %). Sie ist jedoch nur eine Momentaufnahme. Diese Kennzahl hat nur eine sehr begrenzte Aussagekraft über die Gesamtrentabilität eines Unternehmens. Professionelle Investoren bewerten Dividendenpapiere vor einer Investition anhand von mehr als 20 weiteren Kennzahlen.

Anlagestrategie

Viele Anleger investieren gezielt in sogenannte Dividendenpapiere, das heißt, sie investieren in Unternehmen, die in den vergangenen Jahren regelmäßig Dividenden an ihre Aktionäre ausgeschüttet haben. Statistiken belegen, dass die Dividenden für die Rendite bei Investitionen in Aktien in den vergangenen Jahrzehnten immer eine bedeutende Rolle gespielt hat. Seit dem Jahr 1960 betrug der Anteil der Dividende am Gesamtgewinn bei Investitionen in Aktien des S&P 500 Index in den USA beispielsweise rund 82 %.

Steuerrechtliche Behandlung

Dividenden zählen wie Zinsen zu den Kapitalerträgen. Daher muss der Empfänger die für Kapitalerträge festgelegte Abgeltungssteuer in Höhe von 25 % zuzüglich des Solidaritätszuschlages (5,5 %) und eventuell zuzüglich der für ihn geltenden Kirchensteuer in Höhe von 8 % oder 9 % je nach Wohnsitz an das Finanzamt abführen. Für Personengesellschaften und Einzelunternehmen gilt in Bezug auf die Besteuerung von Dividendeneinkünften das Teileinkünfteverfahren. Sind Kapitalgesellschaften wie eine GmbH oder eine AG zu mindestens 10 % an einem Unternehmen beteiligt, müssen Sie erhaltene Dividenden in der Regel nicht versteuern.