Diversifikation

Was ist Diversifikation?

Mit Diversifikation wird in der Finanzwirtschaft die Streuung des Vermögens auf mehrere Finanzprodukte bezeichnet, um das Risiko von Verlusten zu reduzieren oder die Chance auf Gewinne zu steigern. Das betrifft das Portfolio von professionellen und von privaten Investoren. Um zu diversifizieren, müssen Anleger überlegen, ob sie die Sicherheit erhöhen oder die Rendite maximieren wollen. Renditemaximierung und Erhöhung der Sicherheit schließen sich gegenseitig aus. Bei der Diversifikation wird das Risiko im Vermögen besser verteilt. In der Wirtschaft wird der Begriff Diversifikation auch genutzt, um Produktprogramme zu klassifizieren. Abhängig von der Ausrichtung der Produktion kann die Produktdiversifikation horizontal, vertikal, diagonal oder lateral erfolgen.

Wirkung der Diversifikation für Anleger

Rendite und Risiko stehen bei Kapitalanlagen in einem unmittelbaren Zusammenhang miteinander. Das Risiko wird umso größer, je höher die Rendite ist. Anleger, die zu keinem hohen Risiko bereit sind, können nur eine geringe Rendite erwarten. Im Finanzsektor bezeichnet der Begriff Risiko die Unsicherheit und Ungewissheit darüber, dass das Anlageergebnis erreicht wird. Die Aussicht auf eine höhere Rendite gleicht das Risiko aus, das der Anleger bei größeren Unwägbarkeiten einer Kapitalanlage eingeht.

Die Diversifikation wirkt in zwei Richtungen. Größere Kapitalverluste können vermieden werden, wenn verschiedene Finanzprodukte miteinander kombiniert werden, die bei ihrer Wertentwicklung in keinem engeren Zusammenhang miteinander stehen. Anleger, die in Aktien investiert haben, können fallende Aktienkurse infolge einer Rezession durch Gewinne bei Immobilien oder Gold zumindest teilweise ausgleichen. Anleger können mit der Diversifikation Gefahren reduzieren, denen ihr Kapital ausgesetzt ist. Sie müssen dabei keine größeren Abstriche bei der Rendite machen.

In der anderen Richtung können Anleger verschiedene Anlageklassen und Finanzanlagen miteinander kombinieren, um für ihr gesamtes Portfolio eine höhere Rendite zu erhalten. Trotzdem das Risiko nicht wesentlich erhöht werden muss, kann ein höherer Gewinn erzielt werden.

Möglichkeiten, die sich mit der Diversifikation für Anleger bieten

Um die Vorteile der Diversifikation auszunutzen, müssen Anleger ihre Ziele festlegen und die vorhandene Vermögensstruktur analysieren. Das Kapital muss prozentual auf einzelne Anlageklassen aufgeteilt werden, beispielsweise Aktien, Anleihen, Rohstoffe und Immobilien. Das Geld wird auf die verschiedenen Anlageformen aufgeteilt. Anleger können die Investitionen noch auf weitere Anlagemöglichkeiten wie Bankeinlagen, festverzinsliche Wertpapiere, Einzelaktien, Edelmetalle, Investmentfonds oder Crowdinvesting ausweiten.

Hat der Anleger seine Entscheidung bezüglich der Diversifikation getroffen, kann er für die jeweiligen Anlageformen die Gesellschaften, Emittenten oder Schuldner auswählen. Zusätzlich kommt es bei der Diversifikation auf die Staffelung der Laufzeiten und der Liquidität an. Den Grundstein des Vermögens sollten sichere und liquide Anlagen bilden. Zusätzlich sollte in kapital- und ertragsbildende Sparanlagen investiert werden, die sich über mittlere und längere Zeiträume erstrecken.
Grundsätzlich sollten Anleger an verschiedene Branchen und Regionen denken. Neben Anlagen in Euro können Anlagen in Fremdwährung ausgewählt werden.

Der Sinn der Diversifikation

Würde ein Anleger sein gesamtes Vermögen nur in die Aktien eines einzigen Unternehmens investieren, hätte er die Möglichkeit auf eine sehr hohe Rendite, wenn diese Aktie im Kurs stark steigt. Umgekehrt ginge der Anleger ein sehr hohes Risiko ein. Er würde einen Totalverlust riskieren, wenn die Aktien fallen oder das Unternehmen insolvent wird. Das Risiko, einen hohen Verlust zu erleiden, wird geringer, wenn in Aktien von Unternehmen aus verschiedenen Branchen und vielleicht auch aus mehreren Ländern sowie in weitere Wertpapiere investiert wird.

Wechselwirkung der Finanzinstrumente

Der Zusammenhang der einzelnen Finanzprodukte und deren Reaktion auf wirtschaftliche Veränderungen entscheiden über das Anlageergebnis. Die Wechselwirkung der Finanzinstrumente ist der Maßstab für ihre wechselseitige Beziehung. Um bei einer Wirtschaftskrise hohe Verluste im Portfolio zu vermeiden, sollten die einzelnen Anlageformen in ihrer Wertentwicklung möglichst wenig miteinander korrelieren. Die Kurse in einem Portfolio sollten nicht im gleichen Ausmaß sinken. Sinkende Kurse bei verschiedenen Anlageformen können durch Kursanstiege anderer Anlageformen zumindest teilweise ausgeglichen werden.

Die Korrelation kann mit einem Wert gemessen werden. Liegt dieser Wert bei plus 1, verhalten sich die Anlagen völlig gleich. Bei einem Wert von minus 1 entwickeln sich die Kurse entgegengesetzt. Bei einer positiven Korrelation vollziehen die Anlagen bei einer wirtschaftlichen Veränderung ähnliche Preisbewegungen. Das Risiko von Verlusten ist im Portfolio umso geringer, je geringer die Abhängigkeit der Finanzanlagen voneinander ist. Legt ein Investor sein Geld in einzelne hochriskante Anlagen an, riskiert er einen Totalverlust. Das Risiko kann gesenkt werden, wenn zusätzlich in Wertpapiere investiert wird, die nur wenig oder gar nicht mit diesen hochriskanten Anlagen korrelieren.

Die Diversifikation als Anlagestrategie

Die Diversifikation ist eine Anlagestrategie, die zu einer ausgewogenen Vermögensstruktur führt. Anleger können teure Fehlinvestitionen durch spontane Entscheidungen aufgrund von Marktereignissen und aktuellen Nachrichten vermeiden. Das zur Verfügung stehende Kapital sollte auf verschiedene Finanzprodukte gesplittet werden. Für Aktien kann mit 10 Einzelwerten eine gute Streuung erreicht werden. Eine Alternative zu Aktien für Kleinanleger mit einem geringen Budget sind Aktienfonds oder ETFs als börsengehandelte Fonds, da sie mehrere Werte enthalten und eine gute Risikostreuung ermöglichen. Dabei müssen die Anleger nicht die Einzelwerte erwerben. Genauso funktioniert die Diversifikation in Immobilien für Kleinanleger, da sie in offene oder geschlossene Immobilienfonds investieren können. Privatanleger sollten darauf achten, in Geldanlagen zu investieren, die unterschiedlich riskant sind. Das Risiko unterscheidet sich nicht nur zwischen den verschiedenen Anlageklassen, sondern auch innerhalb der einzelnen Anlageklassen.

Fazit: Geringeres Risiko mit Diversifikation

Der Vorteil der Diversifikation kann von professionellen und privaten Anlegern gleichermaßen ausgenutzt werden. Das Risiko von Verlusten wird gestreut, indem in mehrere Anlageformen investiert wird. Auch innerhalb einer Anlageform kommt es auf Diversifikation an, um das Risiko zu reduzieren. Wichtig ist das Verhältnis der einzelnen Anlageformen zueinander. Die Anlageformen sollten nur wenig miteinander korrelieren, damit es nicht bei allen Anlageformen zu Verlusten kommt. Verluste im Portfolio können durch Diversifikation zumindest teilweise ausgeglichen werden.