Daytrading

Was ist Daytrading?

Unter Daytrading versteht man den kurzfristigen Handel von Wertpapieren oder anderen Finanzprodukten wie CFDs und Währungspaare. Ein klassischer Daytrader kauft ein bestimmtes Wertpapier mit der Absicht, dieses nicht länger als einen Tag im eigenen Depot zu halten. Dabei sollen bereits geringe Kursschwankungen dazu genutzt werden, Gewinne mitzunehmen oder Verluste einzugrenzen.

Daytrading mit Hebelprodukten

Ein Daytrader arbeitet mit sog. Hebeln, um mögliche Gewinne maximieren zu können. Durch den Hebel muss nur ein Bruchteil des üblicherweise notwendigen Kapitals investiert werden. Wenn der Hebel zum Beispiel 1:5 beträgt, muss der Daytrader nur ein Fünftel des eigenen Geldes für den Handel verwenden. Den restlichen Betrag leiht er sich von einem Broker bzw. von einer Bank. Der Hebel sorgt dafür, dass bereits eine Bewegung um 1 Prozent ausreicht, um 5 % Gewinn zu erzielen. Allerdings wirkt der Hebel auch in die andere Richtung, sodass eine Veränderung von 1 Prozent auch zu einem Verlust von 5 % führen kann.

Märkte und Finanzprodukte

Daytrader handeln eher selten mit klassischen Wertpapieren, sondern häufig mit Derivaten wie CFDs, Futures oder Devisen. Bei den Derivaten handelt es sich um hochspekulative Finanzprodukte, die einen bestimmten Basiswert abbilden. Sie eignen sich daher sehr gut für den Handel mit einem Hebel. Der Forex-Markt ist der mit Abstand beliebteste Markt für Daytrader. Das liegt zum einen daran, dass die Händler rund um die Uhr mit verschiedenen Währungspaaren handeln können, zum anderen aber auch an dem großen Handelsvolumen und der damit verbundenen hohen Liquidität.

In den letzten Jahren hat auch der Markt für Kryptowährungen immer mehr an Bedeutung gewonnen. Die digitalen Währungen zeichnen sich durch eine hohe Schwankungsbreite aus, was eine perfekte Voraussetzung für das Daytrading ist. Die beliebteste Kryptowährung ist nach wie vor Bitcoin. Allerdings wurden auch bisher unbedeutende Währungen wie Etherum oder Ripple in den vergangenen Jahren immer beliebter.

Strategien im Daytrading

Daytrader haben die Möglichkeit, sowohl auf steigende als auch auf fallende Kurse eines bestimmten Basiswertes zu spekulieren. Wer also ein Wertpapier kauft und es später zu einem höheren Preis verkaufen möchte, geht eine Long-Position ein. Im Gegensatz dazu steht die Short-Position. Hier erzielt ein Daytrader Gewinne, wenn der Kurs des Basiswertes fällt. Im Grunde genommen handelt es dabei um ein Leihgeschäft. Der Händler leiht sich eine Aktie und verkauft sie damit sofort. Wenn der Kurs nun fällt, hat der Daytrader die Möglichkeit, das Wertpapier zu einem günstigeren Preis zurückzukaufen. Das Eingehen einer Short-Position wird daher häufig als Leerverkauf bezeichnet.

Eine beliebte Strategie ist auch das sog. Ereignis-Trading. Dabei stehen aktuelle wirtschaftliche Nachrichten, die einen Einfluss auf die Finanzmärkte haben könnten, im Vordergrund. Ein wichtiges Ereignis ist zum Beispiel die Entscheidung der EZB über die Festlegung des Leitzinses. Aber auch die Daten zum Arbeitsmarkt oder zur Inflation können einen großen Einfluss auf die Kurse haben. Wenn die Daten die Erwartungen am Markt übertreffen, gehen Händer meist eine Long-Position ein. Sind sie allerdings deutlich schlechter als erwartet, ist eine Short-Position die bessere Wahl.

Chancen beim Daytrading

Das Daytrading bietet zahlreiche Chancen, vor allem für professionelle Händler. Wer ein Gefühl für die Marktbewegungen hat, kann innerhalb kurzer Zeit sehr hohe Gewinne erzielen. Die Einstiegshürden sind zudem gering. Benötigt wird lediglich ein PC sowie eine stabile Internetverbindung. Außerdem muss ein Konto bei einem der zahlreichen Online-Broker eröffnet werden. Viele Anbieter ermöglichen den Handel ohne Mindesteinlage, sodass auch Händler mit wenig Startkapital die Möglichkeit haben, das Daytrading auszuprobieren. Für den Einstieg bieten die Broker zumeist ein kostenloses Demokonto an, mit dem Anfänger das Daytrading von Grund auf ohne Risiko lernen und erste Transaktionen durchführen können. Aber auch professionelle Händler nutzen diese Möglichkeit, um neue Strategien zu testen, bevor sie mit echtem Geld durchgeführt werden.

Risiken beim Daytrading

Trotz der Chancen müssen auch einige Risiken beachtet werden. Durch die Hebelwirkung können in kurzer Zeit sehr hohe Verluste anfallen. Insbesondere unerfahrene Anleger haben meistens noch keine ausreichenden Kenntnisse von den Märkten. Zudem fallen bei vielen Brokern Transaktionsgebühren an, die sich zu einem größeren Betrag summieren können, wenn jeden Tag neue Positionen geöffnet und geschlossen werden. Bei der Auswahl des geeigneten Brokers müssen die Anleger sehr vorsichtig sein. Manche Anbieter zeigen die Kurse nicht in Echtzeit an, sodass es bei einem Kauf bzw. einem Verkauf zu einer Verzerrung der aktuellen Kurse kommen kann.

Unterschiede zur langfristigen Investition

Das Daytrading steht im kompletten Gegensatz zum klassischen, langfristigen Investieren in Aktien. Daytrader achten kaum auf die fundamentalen Daten eines Unternehmens, sondern vor allem auf die kurzfristigen Schwankungen eines Basiswertes. Daher ist das Daytrading auch um einiges riskanter als die langfristige Investition. Wer das Daytrading betreibt, muss den Tag meistens vor dem Bildschirm verbringen, um keine wichtigen Marktereignisse zu verpassen. Beim passiven Investieren müssen Anleger hingegen nur selten auf die aktuellen Kurse schauen. Mögliche Gewinne sollen erst nach mehreren Jahren oder sogar Jahrzehnten erzielt werden.

Voraussetzungen für das professionelle Daytrading

Professionelle Daytrader müssen über ein relativ hohes Startkapital verfügen, damit anfallende Verluste auch wieder ausgeglichen werden können. Zudem sind umfassende Kenntnisse über die Märkte notwendig. Das Daytrading wird anhand der Analyse von Charts durchgeführt, wobei verschiedene Indikatoren eingesetzt werden. Schließlich müssen Daytrader auch über eine gewisse Selbstdisziplin verfügen, um hohe Verluste zu vermeiden. Impulsive Entscheidungen führen häufig zu einer Fehleinschätzung des Marktes, weshalb die eigenen Emotionen beim Daytrading keine Rolle spielen sollten.