Dachfonds

Was sind Dachfonds?

Dachfonds sind von Investmentgesellschaften, Banken und Versicherungen betriebene Investmentfonds, die das Anlagevermögen in weiteren Investmentfonds, sogenannte Zielfonds, anlegen. Der Sonderfall, dass ein Fonds sowohl in Wertpapiere selbst als auch in Investmentfonds anlegt, wird als Superfonds bezeichnet. Dachfonds werden aufgelegt, um Anleger am Ertrag aussichtsreicher, d.h. mutmaßlich renditestarker Einzelfonds, zu beteiligen. Zugleich soll aber das Anlegerrisiko verringert werden. Das Spektrum reicht von sehr konservativer Ausrichtung (z.B. mit einem hohen Anteil von Staatsanleihen hoher Bonität) bis zu eher renditeorientierter Positionierung (z. B. mit hohem Aktienanteil). Einige Investmentgesellschaften lassen ihre Dachfonds nur in eigene Zielfonds investieren.

Ziel der Risikodiversifizierung

Neben der Erwirtschaftung einer Rendite als Hauptziel eines Dachfonds, besteht der wesentliche Zweck darin, eine hohe Risikodiversifizierung herbeizuführen, um das Verlustrisiko zu mindern. Die Streuung des Risikos gelingt umso besser, je unterschiedlicher die Anlageklassen (assets) der Zielfonds sind, je geringer die Korrelationen zwischen den Anlagekategorien sind und je größer die geografische Streuung der Anlagen ist. Zu den gängigsten Assetklassen gehören Aktien, Rentenpapiere (Staats- und Unternehmensanleihen), Immobilien, Geldmarkttitel und Rohstoffe, einschließlich Edelmetalle.

Diese Fonds erzielen, sofern sie in mehrere Anlageklassen investieren, eine ähnliche Wirkung wie Mischfonds. Ein Unterschied besteht darin, dass das Dachfondsmanagement zur Bewirtschaftung der unterschiedlichen Assetklassen das Know-how der Zielfonds nutzt. Verschiedene Fonds diversifizieren nur innerhalb einer Anlagekategorie. So gibt es Fonds, die das Vermögen nur in Aktienfonds oder in die heterogene Gruppe der Hedgefonds anlegen.

Gesetzliche Auflagen

Nach deutschem Investmentrecht dürfen diese Fonds nur in Zielfonds investieren, die auch in Deutschland zum Vertrieb zugelassen sind. Ihnen ist es nur gestattet, höchstens 20 Prozent des in ihnen angelegten Vermögens in einen einzelnen Zielfonds anzulegen. Diese Auflage dient der Vorbeugung eines Klumpenrisikos. Ferner dürfen nur bis zu 10 Prozent des Vermögens eines Zielfonds gehalten werden. Diese Regelung soll Preisturbulenzen beim Zielfonds vermeiden, sollte der Dachfonds seine Beteiligung nennenswert reduzieren.

Rendite und Kosten

Die Fondsmanager des Dachfonds schichten die Beteiligungen an den Zielfonds je nach Marktentwicklung um, um für die Anleger eine möglichst hohe Rendite zu erwirtschaften. Gewinne werden entweder an die Anleger ausgeschüttet oder reinvestiert (thesauriert), wodurch der einzelne Anteil an dem Fonds wertvoller wird. In der Vergangenheit blieb die Rendite dieser Fonds wegen der Kosten häufig hinter der von Zielfonds zurück.

Da nicht nur für Zielfonds, sondern auch für Dachfonds Management- und Verwaltungskosten anfallen, die sich zumeist in Ausgabeaufschlägen beim Erwerb und einem Abzug von den Ausschüttungen ausdrücken, sind die Gesamtkosten dieser Fonds i. d. R. höher als ein Einzelerwerb der Zielfonds. Verbraucherschützer sehen diesen Sachverhalt häufig eher kritisch.

Mentalität der Anleger und Eignung

Dachfonds sind besonders geeignet für risikoaverse Investoren, die Wert auf ein diversifiziertes Portfolio legen, ihre Vermögensanlage aber nicht selbst betreiben wollen und daher in professionelle Hände geben. So gibt es selbst Fonds für rein institutionelle Investoren. Ferner zielt diese Art der Fonds auf Anleger ab, ein eher kleines Vermögen oder regelmäßig kleinere Anlagebeträge z.B. über einen Sparplan investieren wollen, gleichwohl aber eine Diversifizierung über verschiedene Anlageklassen anstreben. Allerdings bietet der Markt heute bereits Investmentfonds und börsengehandelte Indexfonds, in die mit kleinen Sparraten investiert werden kann.

Investmentsteuerreform und Jahressteuergesetz 2018

Die Anfang 2018 in Kraft getretene Investmentsteuerreform hat vor allem in solchen Fällen zu Unklarheiten bei der Besteuerung von Aktien-Dachfonds geführt, in denen ein in Aktien investierender Zielfonds durch das Vorhalten einer zu hohen Liquidität faktisch unter die Schwelle des 51-Prozent-Aktienanteils gefallen ist. Dadurch sank der steuerfreie Anteil der Ausschüttungen des Dachfonds von 30 auf 15 Prozent. Das Jahressteuergesetz 2018 stellt nunmehr klar, dass ein Aktien-Dachfonds in Zukunft steuerlich wie ein Aktienfonds zu behandeln ist, wenn der Dachfonds in Aktienfonds investiert, die wiederum mindestens zu 51 Prozent Aktien halten und dies regelmäßig nachweisen.