Crowdinvesting

Was ist Crowdinvesting?

Crowdinvesting ist laut Definition eine Finanzierungsform, bei der sich viele Anleger mit kleinen Beträgen an der  eines Unternehmens oder eines Projektes beteiligen. Die „crowd“, auf Deutsch „Menge“, finanziert gemeinschaftlich das gleiche Projekt.

Wenn sich die Idee bzw. die Firma wie geplant entwickelt, erhalten Investoren ihr Geld am Ende einer mehrjährigen Laufzeit wieder ausbezahlt.

Diese Finanzierungsform zählt zum sogenannten grauen Kapitalmarkt. Das heißt, die Anbieter und die Unternehmen, die Kapitalgeber suchen, werden wesentlich weniger kontrolliert und reguliert als beispielsweise , deren Aktien auf dem sogenannten weißen Kapitalmarkt gehandelt werden.

In welchen Bereichen ist Crowdinvesting möglich?

In den Anfängen war Crowdinvesting im Wesentlichen auf die Finanzierung von Startups und anderen jungen Unternehmen beschränkt. Seit ein paar Jahren ist das Angebot der Investitionsmöglichkeiten durch eine steigende Zahl von Anbietern deutlich größer. Anleger haben heute die Möglichkeit, auf digitalen Plattformen folgende Bereiche mit kleinen Geldanlagen anhand von Crowdinvesting zu unterstützen, die von nachhaltigen Projekten bis hin zu großen Immobilienfinanzierungen reichen:

  • Start-Ups
  • Kleine und mittelständische Unternehmen (KMUs)
  • Immobilien
  • Nachhaltige Projekte wie Erneuerbare Energien (Photovoltaik, Windkraftanlagen, Biomassekraftwerke usw.)
  • Produktentwicklungen, z. B. in der Medizintechnik

Je nach Anbieter, Unternehmen oder Objekt sind Investitionen bereits ab rund 50 Euro möglich. Häufig gehen Mindestbeträge der Vermögensanlage beispielsweise von 500 Euro oder 1000 Euro bei Immobilienfinanzierungen, also Crowdinvesting für Immobilien.

Welche Gegenleistung erhalten Investoren beim Crowdinvesting?

Aus wirtschaftlicher Sicht erwerben Anleger einen Anteil an einem Unternehmen. Das heißt, sie sind am wirtschaftlichen Erfolg direkt beteiligt:

  • am erwirtschafteten Gewinn
  • am Wert des Unternehmens, wenn das Unternehmen verkauft werden sollte

Bei einer stillen Beteiligung oder einem Nachrangdarlehen sind die Investoren nicht an den Verlusten der Firma beteiligt. Für Unternehmen bietet diese Form der Finanzierung den Vorteil, dass eine stille Beteiligung oder ein Nachrangdarlehen von Banken wie Eigenkapital gewertet wird. Dadurch wird die Aufnahme weiterer Kredite für die Unternehmen wesentlich erleichtert.

Aus rechtlicher Sicht ist die Investition eine stille Beteiligung oder in vielen Fällen ein partiarisches Nachrangdarlehen. Nachrangdarlehen bedeutet, bei einer Insolvenz des Unternehmens werden zuerst alle übrigen Gläubiger befriedigt, bevor das Nachrangdarlehen bedient wird. Investoren gehen also unter Umständen leer aus.

Wie können Anleger Crowdinvesting nutzen?

Im Internet gibt es mittlerweile zahlreiche Anbieter, die sich beispielsweise auf die Vermittlung von Immobilienfinanzierungen oder Finanzierungen von Start-ups spezialisiert haben. Auf den Webseiten stellen sich die Projekte, in die Privatanleger investieren können, vor. Dank genauer Details können sich diese ein genaues Bild machen.

Die Anbieter der Portale fungieren beim Crowdinvesting lediglich als Vermittler. Sie:

  • sammeln das investierte Kapital
  • leiten es an das Unternehmen weiter
  • erhalten für ihre Dienstleistung eine Provision.

 

Vor- und Nachteile von Crowdinvesting

Für Investoren bietet das Crowdinvesting grundsätzlich die Möglichkeit, mit kleinen Beträgen eine hohe Rendite zu erzielen. Ein wesentlicher Vorteil ist, dass wegen der meist geringen Mindestbeteiligung das zur Verfügung stehende Kapital auf mehrere Investitionen verteilt werden kann. Dadurch verringern diese die Risiken eines Totalverlustes deutlich und können eine Diversifikation vornehmen.

Nachteilig ist, dass, anders als beispielsweise bei Spareinlagen oder festverzinslichen Wertpapieren, das investierte Kapital vollständig verloren gehen kann.

Zwar sind Investoren nicht an Verlusten aus dem laufenden Geschäft beteiligt, wenn das Unternehmen jedoch Insolvenz anmelden muss, ist wegen der Form der Beteiligung das Kapital in den meisten Fällen vollständig verloren.

Wie bei allen Kapitalanlagen gilt auch beim Crowdinvesting: Je höher die versprochene Rendite ist, umso höher ist im Allgemeinen auch das Risiko des Investments.

Unterschiede der verschiedenen Formen

Aufgrund der vielen unterschiedlichen Begriffe für Schwarmfinanzierungen gibt es häufig Unsicherheiten, was die genauen Unterschiede bei gemeinschaftlichen Finanzierungen eines Projekts über das Internet sind.

Crowdinvesting ist zum Beispiel eine Unterform des Crowdfunding. Beim Crowdfunding erhalten Anleger jedoch das investierte Kapital in keinem Fall zurück. Die Investition erfolgt meist aus altruistischen Gründen, beispielsweise in soziale oder künstlerische Projekte. Kapitalgeber erhalten häufig eine kleine Anerkennung beispielsweise in Form einer Eintrittskarte für den finanzierten Kinofilm.

Crowdinvesting

  • Mehrere Anleger investieren meist geringe Beträge an Projekte oder Unternehmen.

  • Sie erhalten dafür nach einer bestimmten Laufzeit ihr Geld inklusiver Zinsen zurück und

  • erwerben damit gleichzeitig einen Anteil am Projekt / an der Firma.

Crowdfunding

  • Schwarmfinanzierung, bei der das investierte Geld nicht zurückgezahlt wird.

  • Bezahlung folgt nach einer gewissen Laufzeit häufig mit Sachwerten wie Produkten des Unternehmens.

Crowdfinancing

  • Viele private Investoren geben kleine Kredite ohne Beteiligung einer Bank an Darlehensnehmer mit festen:
    • Zinssätzen.
    • Laufzeiten.
    • Tilgungsmodalitäten.

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