Crowdinvesting für Immobilien

Was ist Crowdinvesting für Immobilien?

Beim Crowdinvesting für Immobilien handelt es sich generell um eine spezielle Form des Crowdfundings. Dabei investiert eine große Anzahl privater Investoren in ein privates oder wirtschaftliches Bauprojekt. Im Vergleich zum herkömmliches Crowdfunding verfolgen Investoren beim Crowdinvesting ausschließlich eine finanzielle Rückzahlung in Form von Renditen. Da beim Crowdfunding eine Vielzahl an Investoren beteiligt ist, sind die Investitionsbeträge meist gering. Das letztlich zusammengetragene Geld wird dem Projektträger anschließend als Eigenkapital zur Verfügung gestellt. Als Ausgleich dazu erhalten die Investoren Zinsen für die Bereitschaft das Projekt zu unterstützen, sowie für das Risiko, das eine jede Investition mit sich bringt.

Die gesamte Abwicklung einer solchen Investition läuft dabei über eine entsprechende Plattform im Internet. Dort können Bauträger ihr Projekt sowie die finanziellen Rahmenbedingungen vorstellen. Neben der Übersicht, wie das Projekt aussieht, werden auch das Zeitfenster für die Investitionskampagne sowie das gewünschte Budget präsentiert. Anleger können sich nun für ein oder mehrere Projekte entscheiden und ihr Kapital dort anlegen.

Möglichkeiten und Risiken

Der wesentliche Vorteil beim Crowdinvesting für Immobilien liegt im Bereich der hohen Renditechancen. Die Renditen für Investitionen in diesem Bereich gelten als überdurchschnittlich. In Kombination mit den kurzen Bindungsfristen zwischen zwölf und 48 Monaten bietet das Crowdinvesting bei Immobilien eine kurzfristige aber ertragreiche Investitionsoption. Darüber hinaus ist positiv zu vermerken, dass Investments in dieser Branche von zusätzlichen Gebühren befreit sind. So gesehen arbeitet das Geld für sich alleine.

Dort, wo hohe Erfolgsaussichten bestehen, verbergen sich meist auch Risiken. Dies trifft auch auf das Crowdinvesting für Immobilien zu. Eine mögliche Insolvenz des Projektträgers kann zur Folge haben, dass Investoren einen vollständigen Verlust ihrer Anlagen befürchten müssen. Um ein etwaiges Szenario zu verhindern, respektive um die Risiken durch etwaige Anlagen zu minimieren, ist eine große Streuung der Investitionssumme ratsam. Während das Geld in entsprechendes Projekt investiert ist, kann es nicht genutzt werden. Aus diesem Grund sollten Anleger zunächst genau überprüfen, ob sie die Ausgaben auch tatsächlich stemmen können. Im besten Fall kann das Projekt schneller realisiert werden, als ursprünglich geplant. In etwaigen Fällen erhalten die Anleger ihr Kapital unter Umständen schneller zurück, als er der Finanzierungsplan zunächst vorgesehen hatte.

Wie funktioniert das Crowdinvesting für Immobilien?

Ein mögliches Crowdinvesting für Immobilien beginnt immer mit der Präsentation des Immobilienprojekts seitens des Bauträgers. Im Mittelpunkt der Vorstellung steht das Bauvorhaben selbst sowie sämtlichen relevanten Informationen und Konditionen mit Blick auf die Finanzierung. Der Zeitraum, in dem Geld für das Bauvorhaben gesammelt werden kann, wird dabei nach Absprache zwischen der Crowdinvesting-Plattform und dem Bauträger festgelegt. Innerhalb dieses abgesteckten Zeitfensters gilt es in der Folge, das benötigte Funding-Volumen zu generieren. Wird der gewünschte Betrag innerhalb der vorgegebenen Zeit erreicht, kann das Projekt realisiert werden.

Scheitert das Projekt im ersten Versuch an der Finanzierung, so ergeben sich daraus unterschiedliche Konsequenzen. So hat der Projektträger die Möglichkeit, das gesammelte Kapital für die Realisierung des Bauprojekts zu nutzen oder den Finanzierungszeitraum in Absprache mit der Plattform zu verlängern. Reicht das Kapital dennoch nicht aus, um das Bauprojekt umzusetzen, so geht das bis dahin investierte Geld an die Anleger zurück. Um diesen Schritt sicherzustellen, werden sämtliche investierte Beträge von der Plattform an einen Zahlungsdienstleister weitergeleitet. Dieser verwaltet die gesamte Investitionssumme, bis das Projekt realisiert werden kann oder das bisherige Kapital an die Investoren zurückgezahlt werden muss. Sofern die Finanzierung vollständig ist und das Bauprojekt umgesetzt wird, werden die Anleger in regelmäßigen Abständen über die jeweilige Plattform mit Informationen versorgt.

Beim Crowdinvesting in Immobilien unterliegt eine jede Investition strikten Bedingungen seitens der Plattformbetreiber. Einerseits müssen sich Investoren zunächst entscheiden, auf welche Art und Weise sie in ein Projekt investieren möchten. Dies kann in Form von Nachrangdarlehen, stillen Beteiligungen, in Form von Genussrechten oder als partiarische Darlehen geschehen. Darüber hinaus sind je nach Investitionsoption Mindestanlagebeträge für das Crowdinvesting für Immobilien vorgesehen. In der Regel beträgt die Summe für Mindestanlagebeträge zwischen 25 und 500 Euro. Wie hoch die Anlage letztlich verzinst wird, richtet sich primär nach dem Risiko des jeweiligen Bauprojekts sowie der Laufzeit und des gewählten Ausschüttungsmodus. In den meisten Fällen wird der Festzins dabei jährlich oder mit Ende der Laufzeit als Ganzes ausgezahlt.

Um die Entwicklung des Crowdinvesting für Immobilien voranzutreiben, hat auch der Gesetzgeber das Thema aufgegriffen und mit Sicherheiten für die Anleger ausgestattet. So sieht die derzeitige Gesetzgebung vor, dass Kleininvestoren maximal 10.000 Euro pro Projekt investieren dürfen. Dabei sind die Anleger verpflichtet, der dienstleistenden Plattform Auskunft über das Vermögen zu geben, sofern die Investitionssumme mehr als 1.000 Euro beträgt. In solchen Fällen gilt es nachzuweisen, dass der Investor über mindestens 100.000 Euro Privatvermögen verfügt oder nicht mehr als zwei Netto-Monatsgehälter investiert werden.

Worauf gilt es zu achten?

Wie bei anderen Anlage- und Investitionsmöglichkeiten bieten auch das Crowdinvesting für Immobilien mittlerweile einen großen Markt. Daher ist es wichtig, dass Anleger die Projekte zunächst exakt begutachten und sich erst danach für oder gegen eine Investition entscheiden. Anhand unterschiedlichster Indikatoren und Faktoren lässt sich das Erfolgspotenzial in der Regel gut einschätzen.

Einer der wichtigsten Faktoren eines Bauprojekts ist die Lage. Je attraktiver und gefragter die Lage ist, desto höher sind auch die Erfolgsaussichten. Andererseits wirkt sich eine Lage in kleinen Ortschaften sowie die Nähe zu Lärmquellen oder stark frequentieren Straßen negativ aus. Entsprechende Aspekte sollten bei der Auswahl des Investments als Erstes geprüft werden.

Weiterhin spielt der Zustand einer jeweiligen Immobilie in puncto Erfolgschancen eine wichtige Rolle. Neubauten unterliegen einem höheren Risiko als Bestandsimmobilien. Des Weiteren gilt es zu prüfen, ob das jeweilige Projekt bereits im Besitz einer gültigen Baugenehmigung ist und inwiefern die Finanzierung sichergestellt ist.

Zu guter Letzt lohnt sich für potenzielle Anleger immer ein Blick auf das Eigenkapital des Bauträgers. Hierbei können sich Anleger nach einer simplen Faustformel richten: Je höher das Eigenkapital des Bauträgers ist, desto besser sind die Erfolgschancen. Ist die Fremdkapitalquote hingegen auffällig hoch, sollte das Risiko der Investition genau abgewägt werden.

Vor- und Nachteile

Verglichen mit anderen Investmentmöglichkeiten bietet das Crowdinvesting in Immobilien eine Vielzahl an Vorteilen. Parallel dazu gibt es jedoch auch Nachteile, deren sich Anleger bewusst sein sollten.

Ein entscheidender Vorteil ist die Möglichkeit des Anlegers, eigenes Kapital in Sachwerten anlegen zu können. Dabei spielt insbesondere die Höhe der Investition eine wichtige Rolle. Während andere Anlagen meist kostspielig sind, bietet das Crowdinvesting für Immobilien die Möglichkeit kleinere Beträge anzulegen. Darüber hinaus profitieren Anleger von den vergleichsweise hohen Renditen. Da ein jeweiliges Bauprojekt auch gewisse Risiken birgt, können Anleger mit Renditen von bis zu acht Prozent rechnen. Im Erfolgsfall können die Renditen sogar erhöht oder das Kapital vorzeitig zurückgezahlt werden. Da etwaige Anlagen keinen Kursschwankungen oder Ähnlichem unterliegen, müssen sich Investoren nicht weiter um den Ablauf der Finanzierung kümmern.

Auch aus praktischer Sicht weist das Crowdinvesting für Immobilien einige Vorteile auf. So müssen sich potenzielle Investoren nicht mit der Materie auskennen. Stattdessen können sie sich die Expertise der Crowdfunding-Plattform zunutze machen und ohne Vorkenntnisse in den Markt einsteigen. Die Projekte werden auf den jeweiligen Plattformen übersichtlich und informativ präsentiert, sodass Überblick sowie Handhabung einfach gestaltet sind.

Zwar bietet diese Form der Investition die Möglichkeit, große Renditen zu erwirtschaften, jedoch birgt das Crowdinvesting für Immobilien auch Risiken. Im schlimmsten Fall verlieren Investoren ihr gesamtes Kapital. Auch darf der Aspekt nicht unterschätzt werden, dass angelegtes Kapital während der Finanzierungslaufzeit nicht verfügbar ist. Für Großanleger eignet sich das Crowdinvesting für Immobilien ebenfalls nur bedingt. Da die Investitionssumme seitens des Gesetzgebers gedeckelt ist, können Privatpersonen maximal 10.000 Euro pro Bauprojekt investieren.