Branchenfonds

Was sind Branchenfonds?

Branchenfonds sind Aktienfonds, die schwerpunktmäßig in einen bestimmten Wirtschaftssektor investieren. Sie gehören damit wie Länderfonds oder Themenfonds zu den Spartenfonds. Typische Branchen sind zum Beispiel Biotechnologie, Healthcare oder auch Immobilien und Telekommunkation.

Besonderheiten

Während der klassische Aktienfonds eine möglichst breite Streuung über viele unterschiedliche Branchen hinweg anstrebt, konzentriert sich der Branchenfonds auf ausgewählte Aktien aus dem vorgegebenen wirtschaftlichen Sektor. Investiert wird ausschließlich in diese speziellen Branchen. Auf eine angemessene Diversifikation und damit Risikostreuung wird zugunsten höherer Ertragsaussichten verzichtet. Die Auswahl der einzelnen Unternehmensaktien erfolgt in aller Regel nach klar definierten Anlagegrundsätzen, die dem Anleger transparent dargestellt werden. Je mehr unterschiedliche Branchenaktien dem Fonds hinzugefügt werden, umso höher ist die fondsinterne Diversifikation. Nicht selten operieren Branchenfonds über Ländergrenzen hinweg.

Chancen

Der größte Vorteil für Anleger, die in einen Branchenfonds investieren, liegt in der Konzentration auf einen einzelnen Wirtschaftsbereich. Vorzugsweise wird in junge wachstumsstarke Branchen investiert, die eine hohe Dynamik aufweisen und denen ein hohes Entwicklungspotential zugeschrieben wird. Ursächlich dafür sind die hohen Renditeerwartungen: Innovative Wirtschaftszweige erwirtschaften erfahrungsgemäß nennenswert höhere Renditen als der Durchschnitt im Marktvergleich.

Für die Investition in einen Branchenfonds spricht auch, dass ein Anleger der an einen Wirtschaftszweig glaubt, mit einem vergleichsweise kleinen Kapitaleinsatz die gesamte Branche abdecken kann: Branchenfonds kaufen Aktien von zahlreichen Unternehmen. Dies vermindert das Risiko im Vergleich zu einer Investition in Einzelaktien.

Risiken

Branchenfonds weisen insgesamt ein deutlich höheres Risiko auf als die meisten diversifizierten Investmentfonds. Sie haben kaum oder keine Streuung und sind anfälliger für Schwankungen. Eine einzelne Branche reagiert häufig heftiger auf allgemeine wirtschaftspolitische oder gesellschaftliche Entwicklungen als der Gesamtmarkt. Die gezielte Fokussierung auf einen einzigen Anlageschwerpunkt wird problematisch, wenn es genau in diesem Zielmarkt zu Turbulenzen kommt. Ein Ausweichen auf andere Branchen ist nicht möglich, weil die vorgegebene Anlagestrategie dies nicht zulässt.

Prominente Beispiele für Branchenfonds und das damit verbundene Risiko sind die Telekommunikationsfonds, die in den Medien massiv beworben wurden und bei Privatanlegern reißenden Absatz fanden. Mit dem Platzen der „Internetblase“ fielen die Kurse und bescherten den Anlegern hohe Verluste. Andererseits zeigen Biotechnologiefonds in den letzten Jahren, dass die hohen Renditen durchaus möglich sind. Maßgeblich für Erfolg oder Nichterfolg von Branchenfonds ist die profunde Marktkenntnis der Fondsmanager und – wie immer an der Börse – das richtige Timing.