Bottom Up-Ansatz

Was ist ein Bottom Up-Ansatz?

Bottom Up-Ansatz ist ein Investmentansatz, der sich auf die Analyse der wirtschaftlichen Kennziffern einzelner Unternehmen konzentriert. Die Berücksichtigung von Marktzyklen und makroökonomische Kennzahlen folgt erst in weiteren Analyseschritten. Bei einer Bottom Up-Ansatz konzentriert sich ein Investor zunächst auf ein bestimmtes Unternehmen und dessen wirtschaftliche Grundlagen und nicht auf die Branche, in der das Unternehmen tätig ist oder auf die gesamtwirtschaftliche Lage. Dieser Ansatz setzt voraus, dass sich einzelne Unternehmen in einer Branche, die zumindest relativ gesehen keine gute Leistung erbringen, überdurchschnittlich behaupten können.

Investoren und Kapitalanleger verfolgen unterschiedliche Strategien und Investment-Ansätze bei ihren Anlageentscheidungen. Allgemein werden dabei Makro- und Mikroökonomische Daten analysiert und für die Entscheidungsfindung genutzt. Investoren, die bei Ihrer Anlageentscheidung dem Bottom Up-Ansatz folgen, beginnen mit der Analyse auf Unternehmensebene.

Vorgehen

Der Bottom Up-Ansatz zwingt Anleger dazu, in erster Linie mikroökonomischen Faktoren zu berücksichtigen. Zu diesen Faktoren gehören die allgemeinen betriebswirtschaftliche Daten eines Unternehmens, die Analyse des Jahresabschlusses, die Qualifikation der Mitarbeiter, die angebotenen Produkte und Dienstleistungen, der Return-on-Invest oder der Return-on-Sales, das Angebot und die Nachfrage sowie andere individuelle Indikatoren für die Unternehmensleistung im Zeitverlauf. Beispielsweise kann eine einzigartige Marketingstrategie oder Organisationsstruktur eines Unternehmens ein Frühindikator sein, der einen Investor veranlasst, in ein Unternehmen zu investieren. Auf der anderen Seite können wiederkehrende finanzielle Engpässe oder eine hohe Mitarbeiterfluktuation auf mögliche Probleme bei einem Unternehmen in einem ansonsten boomenden Marktsektor hinweisen.

Erst wenn die Unternehmens-Kennziffern im Detail analysiert worden sind und vielversprechend ausfallen, wird die Bewertung auf das wirtschaftliche Umfeld, die Branche in der das Unternehmen tätig ist und letztendlich die gesamtwirtschaftliche Situation ausgeweitet. Branchengruppe, Wirtschaftssektor, Markt und makroökonomische Faktoren werden nacheinander in die Gesamtanalyse einbezogen, jedoch von unten nach oben.