Bonität

Was bedeutet Bonität?

Bonität gibt Auskunft über Zahlungsverhalten und -fähigkeit juristischer und natürlicher Personen. Wie wird sie eingestuft und wann ist die Auskunft wichtig?

Personen, Unternehmen und Staaten empfangen und leisten Zahlungen. Als Geschäftspartner eignen sich manche besser als andere. Offizielle Einstufungen informieren vor neuen Geschäftsbeziehungen darüber, wie die Zahlungsfähigkeit eines neuen Geschäftspartners einzuschätzen ist. Ausschlaggebend ist dabei nicht die Einschätzung des Kapitals oder Marktwertes einer Person, sondern wie sich diese in der Vergangenheit verhalten hat. Die Wahrscheinlichkeit, dass es zum Zahlungsausfall kommt, wird mit dem Bonitätsindex eingestuft. Welche Konsequenzen hat eine schlechte Bonität?

Bonität und ihre Auswirkungen

Ob im Privatleben oder im Beruf, eine Rechnung zu verschlafen oder nach der ersten Mahnung zu zahlen kann vorkommen. Wenn es allerdings zur Gewohnheit wird, Rechnungen bis zum Letzten auszureizen oder aufgrund von Misswirtschaft überhaupt nicht bezahlen zu können, drohen Risiken für die Geschäftspartner. Der Bonitätsindex hilft in diesem Hintergrund, keine Risiken einzugehen und nur Kunden die Zahlung auf Rechnung oder einen Kredit einzuräumen, wenn die Zahlungsfähigkeit stimmt.

Für natürliche Personen (privat agierende Menschen), juristische Personen (Firmen jeder Art) oder Staaten hat die Bonität unterschiedliche Auswirkungen. Die Einstufung der Bonität für Privatpersonen bedeutet, wie einfach ein Kredit verliehen wird, ein Konto eröffnet werden kann oder eine Ratenzahlung genehmigt wird. Bei Unternehmen beeinflusst das Zahlungsverhalten der Vergangenheit, wie groß die Summen sind, die auf Rechnung gezahlt werden können, wie groß das Zahlungsziel und auch die interne Vorleistung von Zulieferern und Dienstleistern ausfällt, bis es zur Zahlung kommt. Bei guter Bonität gibt es einfacher Kredite und auch Investoren sind schneller gefunden.

Auch Staaten werden von Ratingagenturen bewertet. Die Einstufung der Zahlungsfähigkeit erfolgt im internationalen Rahmen und richtet sich nicht nach dem Bonitätsindex. Die Vergabe von Krediten wird davon zwar beeinflusst aber letztendlich auf politischer Ebene entschieden. Ausschlaggebender ist die Einstufung für die Sicherheit von Investitionen und Anlagen.

Was sagt der Bonitätsindex aus?

Der Bonitätsindex ist eine Skala der Einstufung der Deutschen Aktiengesellschaft Creditreform. Die Leistung von Zahlungen ist ein bedeutender Teil davon. Informationen erhalten die Ratingagenturen von Geschäftspartnern oder aus Inkassoverfahren. In der Bonitätsauskunft gibt es Auskünfte darüber, ob eine Person verschuldet ist, wie das übliche Zahlungsverhalten und auch, wie die Bewertung auf einer Skala ausfällt.

Die Bewertung anhand von Punkten erfolgt auf einer Skala von 100 bis 600. Umso geringer der Bonitätsindex, umso besser ist das Zahlungsverhalten. Bei international agierenden Unternehmen gibt die Bonität nicht an, ob diese außerhalb Deutschlands verschuldet sind. Einige Mitgliedsstaaten der EU strebten aus diesem Grund ein gemeinsames Kreditregister bei der EZB an, welches Unternehmenskredite ab 25.000 EUR festhält und über diese informiert.

Wann wird die Bonität geprüft?

Das Zahlungsverhalten wird in vielen Fällen geprüft. Wichtig wird die Bonität dabei nicht nur, wenn Verträge abgeschlossen oder ein finanzielles Risiko eingegangen wird. Die Bonität wird unter anderem in diesen Fällen geprüft:

  • Vergabe von Krediten und Darlehen
  • Abschluss Von Kaufverträgen, Versicherungen oder Pachtverträgen
  • Geschäften mit Forderungen
  • Franchiseverträgen
  • Inkassoverfahren
  • Einrichtungen von Konten

Der Grund für die Anfrage muss der Ratingagentur in der Regel mitgeteilt werden. Eine entsprechende Auskunft wird nur dann erteilt, wenn eine Rechtfertigung dafür besteht.

Sinn und Unsinn des Ratings

Die Ratings von Unternehmen und Privatpersonen können vor einem Schaden schützen. Da natürliche und juristische Personen durch das Zahlungsverhalten selbst beeinflussen, wie das Rating ausfällt, ist der Bonitätsindex eine faire Art, das Wirtschaften und die Zahlungsmoral zu beurteilen.

Fraglich wird der Sinn von Ratings, wenn private Unternehmen ganze Staaten beurteilen und somit einen Einfluss auf die internationale Wirtschaft ausüben. Naturkatastrophen, Kriege und andere Einflüsse, die nicht von der Fähigkeit eines Landes zu wirtschaften abhängen, haben Auswirkungen auf die finanzielle Zukunft der Menschen, die in dem Land leben. Die Ratings der Agenturen sind dabei nur ein Teil der Verfahren, in denen Kredite an Länder vergeben werden.

Im Tagesgeschäft und vor Vertragsabschlüssen bieten Bonität und Bonitätsindex innerhalb Deutschlands nützliche Werkzeuge, welche eine Risikobewertung ermöglichen.