Blockheizkraftwerk (BHW)

Was ist ein Blockheizkraftwerk (BHKW)?

Ein Blockheizkraftwerk (BHKW) ist eine moderne Art des Kraftwerkbaus, bei dem die Energie der Kraftwärmekopplung genutzt werden kann. Besonders beliebt ist diese Bauart vor allem, weil sie sich mit mehreren Energieträgern speisen lässt. Die in Deutschland und der EU stattfindende Energiewende hat dafür gesorgt, dass die Nachfrage nach solchen Kraftwerken immer weiter steigt. Dabei muss ein BHKW nicht zwangsläufig sehr groß sein. Vielmehr kann es auch so konstruiert werden, dass es lediglich ein Haus mit Energie versorgen kann. In der Regel ist dann davon auszugehen, dass das Blockheizkraftwerk deutlich mehr Energie produziert als benötigt wird. In diesem Falle kann die überschüssige Energie in das allgemeine Stromnetz eingespeist werden. Für die Einspeisung durch private Erzeuger ist in vielen Fällen eine Vergütung vorgesehen.

Bekannte Betriebsarten

Es gibt vier unterschiedliche Betriebsarten eines BHKW. Diese unterscheiden sich in Effizienz, aber auch in Leistung teilweise deutlich. Je nach Bauart kann die Wahl der Betriebsart entscheidend für die Effizienz des Kraftwerks sein.

Bei einem wärmegeführten Blockheizkraftwerk spielt der aktuelle Wärmebedarf der Region eine Rolle. Diese Bauart wird besonders bei kleinen und privaten Kraftwerken angewandt. Indem die Heizleistung geregelt wird, werden die verschiedenen Aggregate je nach Bedarf aktiviert oder deaktiviert. So entsteht ein hoher Effizienzgrad bei der Wärmeerzeugung. Für den produzierten Strom ist häufig ein Speicher angeschlossen, der bei einem niedrigen Bedarf an Wärme und der damit verbundenen niedrigen Stromerzeugung einspringen kann. Der Nachteil dieser Betriebsart ist, dass bei einem hohen Wärmebedarf sehr viel überschüssiger Strom produziert wird. Da dieser nicht gespeichert werden kann, muss er in das öffentliche Netz eingespeist werden.

Im Gegensatz zu einem wärmegeführten BHKW richtet sich der Einsatz eines stromgeführten BHKW nach dem Strombedarf. Da hier höhere Vergütungen durch die Einspeisung von Strom in die allgemeinen Netze erreicht werden können, ist diese Bauart in Deutschland sehr verbreitet. Allerdings kann die entstandene Wärme in der Regel nicht optimal genutzt werden. Aus diesem Grund ist ein stromgeführtes Blockheizkraftwerk in der Regel keine nachhaltige und umweltfreundliche Lösung.

Das stromorientierte Blockheizkraftwerk ist, um es plastisch auszudrücken, eine Mischung aus den beiden vorigen Bauarten. Es produziert nur solange Strom, wie er auch benötigt wird. Die entstehende Wärme wird direkt genutzt oder in einem Wärmespeicher für den späteren Bedarf gespeichert.

Ein netzgeführtes Blockheizkraftwerk ist in der Regel eine größere Anlage. Denn die Leistung des BHKW orientiert sich sehr streng an der Nachfrage im allgemeinen Netz. Diese Bauart wird häufig verwendet, wenn es darum geht eine Notfallreserve mit hohem Leistungsvolumen und geringen Ansprüchen bereitzuhalten. Für den privaten Gebrauch ist ein netzgeführtes Blockheizkraftwerk in der Regel nicht sinnvoll.

Vorteile und Nachteile eines BHKW

Gegenüber anderen Kraftwerken, welche auch für den Einsatz im privaten Bereich tauglich sind, ist das Blockheizkraftwerk fast immer im Vorteil. Es ist relativ kostengünstig in der Anschaffung und wird, zumindest in Deutschland, auch staatlich subventioniert. Da gleichzeitig Wärme und Strom erzeugt werden können, gilt diese Kraftwerksart als besonders effektiv und umweltschonend.

Nachteilig ist allerdings die Vielzahl der verschiedenen Brennstoffe, welche verwendet werden können. Oftmals entscheiden sich private Nutzer für die billigste Lösung. Das ist meist Palmöl oder aber Kohle und Holz. Oft werden letztere in Form von Briketts verfeuert. Palmöl, aber auch Kohlebriketts gelten allerdings als sehr umweltschädlich. Palmöl vor allem wegen der Abholzung der Regenwälder. Kohle hingegen wegen des hohen Ausstoßes an umweltschädlichen und gesundheitsschädlichen Stoffen bei der Verbrennung. Empfohlen werden oft Blockheizkraftwerke, die auf fossile Brennstoffe verzichten und Biomasse verwenden. Diese ist aber nicht flächendeckend beziehbar. Das schreckt die Verbraucher ab und sorgt für hohe Kosten bei der Anschaffung von Biomasse.

Ein weiterer Vorteil dieser Kraftwerke ist die hohe Wirtschaftlichkeit. Mit vergleichsweise wenig Aufwand und geringen Wartungskosten kann ein BHKW problemlos von einem Fachmann installiert werden. Auch bestehende Systeme können im Rahmen einer Sanierung komplett auf die neue Bezugsquelle umgestellt werden. Der Nutzer erhält eine kontinuierliche Vergütung für die Einspeisung von Strom in das öffentliche Netz. Zudem werden die Heizkosten deutlich reduziert.

Der Vorteil der öffentlichen Förderung

Durch die Energiewende wurden auch Blockheizkraftwerke für Hausbesitzer sehr interessant. Seit 2009 wird der Bau eines solchen Kraftwerks durch den Staat gefördert. Netzbetreiber wurden verpflichtet solche Kraftwerke in ihr reguläres Netz zwischenzuschalten. Dadurch wurden der Atomausstieg, aber auch der Kohleausstieg ohne Leistungsverlust letztlich erst möglich. Private Betreiber sogenannter „Mini-KWs“ können ebenfalls von staatlichen Förderungen profitieren. Möglich ist eine Absetzung der Kosten von der Einkommenssteuer des Besitzers, aber auch die Nutzung von besonders günstigen Krediten der Förderbank KfW. Besonders große Vorteil entstehen bei der Nutzung von Biomasse als Energieträger. In diesem Falle können die Besitzer mit einer zusätzlichen, und staatlich garantierten Förderung von 3 Cent/KWh rechnen.

Zusätzliche Förderungen können durch die Kommunen, aber auch durch die örtlichen Energieversorger beansprucht werden. Wer sich für den Bau eines Blockheizkraftwerks interessiert, sollte sich deswegen vorher umfassend informieren. Die zahlreichen Fördermöglichkeiten wirken auf den ersten Blick recht verwirrend. Eine entsprechende Expertise können Dienstleister erbringen, die sich auf den Bau und den Vertrieb von Mini-KWs spezialisiert haben.