Bausparvertrag

Was ist ein Bausparvertrag?

Bei einem Bausparvertrag handelt es sich um ein spezielles Produkt der Bausparkassen. Der Anleger oder Bausparer verfolgt das Ziel, in der Zukunft eine Immobilie zu kaufen, bauen oder zu renovieren. Zu Beginn des Vertrages wird zwischen Anleger und Bausparkasse eine bestimmte Summe vereinbart. Diese orientiert sich idealerweise an ungefähr der Hälfte der zu kaufenden, zu bauenden oder zu renovierenden Immobilie. Zusätzlich wird ein fester, meist monatlicher Beitrag vereinbart, der bis zum Ende der Laufzeit vom Anleger in die Bausparkasse eingezahlt wird.

Typische Laufzeiten eines Bausparvertrages sind zwischen sieben und zehn Jahren. In dieser Zeit wird durch den regelmäßigen Beitrag ungefähr die Hälfte der vereinbarten Summe angespart. Dieses Guthaben wird verzinst und kann außerdem mit staatlicher Hilfe etwas vergrößert werden. Ist das Ziel erreicht, erwirbt der Anleger für die restliche Summe das Recht auf ein Darlehen. Die Zinsen hierfür sind ebenfalls bereits zu Beginn des Vertrages festgelegt. Diese Festlegung gibt dem Bausparer von Anfang an Planungssicherheit, weil bereits bei Vertragsabschluss die zu zahlende Rate festgelegt wird.

Wozu der Bausparvertrag angewendet wird

Der Bausparvertrag sichert sich bereits bei Abschluss festgelegte Darlehenszinsen für das später in Anspruch zu nehmende Darlehen. Diese sind festgeschrieben und damit unabhängig von den gültigen Zinsen am Kapitalmarkt. So entsteht die Sicherheit, in der Zukunft eine heute bekannte Rate zu zahlen, die auf jeden Fall garantiert ist. Ein Bauspardarlehen kann zum Bauen, Kaufen oder Renovieren einer Immobilie verwendet werden, die überwiegend zu Wohnzwecken verwendet wird. Auch Eigentumswohnungen fallen somit unter dieses Prinzip. Außerdem können Erbbaurechte oder Grundstücke von diesem Geld erworben werden. Zusätzlich kann das Darlehen aus dem Vertrag auch dazu verwendet werden, eine bestehende Verbindlichkeit einer Immobilie zu tilgen.

Die drei Phasen des Bausparvertrages

Der Bausparvertrag ist während seiner Laufzeit in drei Phasen unterteilt. In der ersten Ansparphase wird die im Vertrag festgelegte Summe durch die regelmäßigen Beiträge des Sparers zum vereinbarten Zinssatz angespart. Typisch sind drei bis zehn Promille der Gesamtsumme, wobei die Beiträge in individuellen Abständen gezahlt werden können. Da monatlich sehr viele Verträge bespart, aber gleichzeitig nur wenige ausgezahlt werden, hat die Bausparkasse immer ausreichendes Kapital zur Verfügung. Dieses Prinzip wird auch Kollektivprinzip genannt.

In der anschließenden Zuteilungsphase wird dem Bausparer sein eingezahltes Guthaben, das Darlehen und die Zinsen ausgezahlt. Wann dieser Zeitpunkt erreicht ist, variiert von Tarif zu Tarif und kann bei verschiedenen Bausparkassen unterschiedlich gehandhabt werden. Wesentliche Merkmale stellen die Bewertungszahl, eine Mindestlaufzeit vom Bausparvertrag und ein erreichtes Mindestguthaben dar. Das eingezahlte Guthaben sollte ca. 40-50 Prozent der Vertragssumme betragen und der frühestmögliche Termin zur Zuteilung des Vertrages ist zu Beginn festgelegt. Die Bewertungszahl errechnet die Bausparkasse monatlich aus den eingezahlten Beiträgen, den Zinsen und der aktuellen Vertragslaufzeit. Bei der Zuteilung wird immer der Bausparvertrag als erstes bedient, der die höchste Bewertungszahl erreicht hat. Da kein fester Zuteilungstermin vertraglich bestimmt ist, können Wartezeiten von mehreren Monaten entstehen.

In der dritten und letzten Phase erhält der Anleger den Betrag, der bis zum Erreichen der Gesamtsumme noch aussteht, als Darlehen ausgezahlt. Daher nennt man diese Phase auch Darlehensphase. Ab diesem Zeitpunkt der Auszahlung hat der Bausparer also die komplette Summe zur Verfügung und zahlt in den nächsten Jahren das Darlehen zu einem festen Zinssatz zurück. Dabei handelt es sich üblicherweise um ein Annuitätendarlehen, das zum festen Zinssatz über die gesamte Laufzeit getilgt wird. Dieser Zins wurde zu Beginn der Laufzeit vertraglich festgelegt und ist damit unabhängig von den aktuell geltenden Zinsen am Finanzmarkt. Dieser Zins wird ein wenig durch die Tatsache abgemildert, dass bei Abschluss des Bausparvertrages eine Provision von ein bis drei Prozent fällig wird. Typische Tilgungen umfassen anfangs 0,2 bis 0,9 Prozent im Monat. Anders als bei Darlehen von einer Bank kann das Bauspardarlehen allerdings jederzeit in Raten oder in einer Summe getilgt werden. Hierbei fällt dann keine zusätzliche Vorfälligkeitsentschädigung an.