Basel III

Was ist Basel III?

Als Basel III werden die aktuellen vom Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht im Dezember 2010 abgegebenen Liquiditäts- und Eigenkapitalregeln für Banken und andere Kreditinstitute bezeichnet. Die in Basel III enthaltenen Richtlinien wurden seit der ersten Veröffentlichung 2010 kontinuierlich weiterentwickelt. Erst am 7. Dezember 2007 erfolgte die abschließende Bearbeitung der neuen Empfehlungen.

Alle Kredite, die von Banken an Verbraucher oder Unternehmen vergeben werden, müssen mit einem vorgeschriebenen Anteil Eigenkapital der Bank gedeckt sein. Diese Eigenkapitalregelungen werden vom bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, abgekürzt BIZ, in Basel ansässigen Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht erarbeitet und als Basel I bis III bezeichnet.

Das Ziel von Basel III

Die mit Basel III abgegebenen Eigenkapital- und Liquiditätsrichtlinien sollen die Qualität und die Quantität des Eigenkapitals von Banken und anderen Kreditinstituten verbessern. Zudem wurden mit Basel III eine Verschuldungsobergrenze für Banken sowie zwei neue Kennziffern für die Liquidität eingeführt und eine neue Richtlinie für eine verbesserte Corporate Governance einschließlich einer höheren Transparenzanforderung verabschiedet.

Warum wurden die neuen Richtlinien eingeführt?

Die neuen Liquiditäts- und Eigenkapitalrichtlinien für Banken sind eine direkte Folge der weltweiten Finanzkrise in den Jahren 2008 und 2009. Durch die neuen Richtlinien soll dem Haftungsprinzip wieder Geltung verschafft werden. Im Zuge der Finanzkrise hatte sich gezeigt, dass die meisten Kreditinstitute nicht über ein ausreichend hohes Eigenkapital und eine ausreichende Liquidität verfügen, um die mit der Kreditvergabe verbunden Risiken abzudecken. Mit den neuen Richtlinien in Basel III sollen in Zukunft die Stabilität der Finanzmärkte gesichert und die Belastungen der Staaten, das heißt der Steuerzahler, durch Hilfspakete und Rettungsschirme für Banken und andere Kreditinstitute reduziert und im besten Fall ganz vermieden werden.

Umsetzung der Baseler Liquiditäts- und Eigenkapitalrichtlinien in Europa

Auf europäischer Ebene wurden die neuen Richtlinien auf der Grundlage der EU Verordnungen Capital Requirements Directive (CRD IV) und der Capital Requirements Regulation (CRR) umgesetzt. Die EU-Verordnung CRR richtet sich an die betroffenen Kreditinstitute, während die EU-Richtlinie CRD IV die für die Mitgliedstaaten der EU wichtigen Anforderungen sowie Vorgaben für die Zulassung und Beaufsichtigung von Finanzdienstleistern enthält. Zudem sind darin die bei Verstößen gegen die Verordnungen vorgesehenen Sanktionen enthalten.