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Allokation

Was bedeutet Allokation?

Wenn es um Investitionen geht, sind Risiko und Ertrag untrennbar miteinander verbunden. Private und institutionelle Anleger sind bestrebt, durch eine ausgewogene Diversifikation  ihres Portfolios das Risiko zu minimieren und den Ertrag der Investitionen zu erhöhen. Die Aufteilung des Anlagevermögens, also die Allokation hat dabei eine wichtige Bedeutung.

Der Begriff stammt vom lateinischen „allocare“ und bedeutet auf Deutsch „platzieren“. In der Volkswirtschaftslehre wird der Ausdruck Allokation allgemein für die optimale Zuordnung, Verteilung oder Aufteilung der zur Verfügung stehenden Ressourcen verwendet. In Bezug auf das Anlagevermögen steht Allokation oder Vermögensallokation per Definition für die Entscheidung, wie das Anlagevermögen auf mehrere verschiedene Asset-Kategorien aufgeteilt wird. In den einzelnen Anlage- oder Asset-Klassen sind unterschiedliche Finanzinstrumente mit ähnlichen Eigenschaften in Bezug auf Liquidität, Sicherheit und Rentabilität zusammengefasst. Die Anzahl der gewählten Asset-Kategorien und der Prozentsatz des Anlagevermögens, der jedem Asset zugewiesen wird, ist im Wesentlichen abhängig von der Anlagestrategie, der Gesamtgröße des Portfolios und der Risikobereitschaft des Anlegers.

Allokationsziel: Die Bedeutung für das Anlagevermögen

Aktien, Anleihen  sowie Bargeld- oder Bargeldalternativen wie Spareinlagen, Schatzwechsel, Geldmarktkonten und Geldmarktfonds sind die häufigsten Komponenten einer Asset-Allocation-Strategie und nur einige Beispiele. Das allgemeine Ziel einer effizienten Allokation ist es, das Risiko von Investitionen zu minimieren und gleichzeitig die Rendite zu maximieren. Dabei sollte jedoch beachtet werden, dass eine durchdachte Asset-Allokation alleine noch keinen Gewinn garantiert oder einen Verlust verhindern kann.

Der Prozess der Allokation beinhaltet eine Aufteilung des Anlagevermögens auf unterschiedliche Anlagekategorien, die optimalerweise nicht im gleichen Maße auf Veränderungen des Marktumfeldes reagieren. Eine Allokation kann zum Beispiel in Immobilien, Aktien oder Edelmetallen erfolgen. Wichtig ist, dass das Anlagevermögen entsprechend der Größe des Portfolios, der Risikobereitschaft und den Anlagenzielen sowie des Zeithorizontes des Anlegers aufgeteilt wird. Einfach strukturierte Portfolios von Privatanlegern umfassen häufig nur drei unterschiedliche Assets und beinhalten eine Zuweisung in Anleihen, Aktien sowie Bargeld oder Zahlungsmitteläquivalente.

Ein komplexeres Portfolio basierend auf einem großen Anlagevermögen kann viele weitere Anlagekategorien umfassen. In der Regel werden bei professionell gemanagten Portfolios die einzelnen Anlagekategorien allokativ optimiert, indem sie in weitere Unterkategorien aufgeteilt werden. Zum Beispiel kann sich der Aktienbestand eines Portfolios aus Small Cap und Large Cap Aktien, internationalen Aktien und Tech-Aktien zusammensetzen.

Ausrichtung der Allokation am Anlageziel

Anleger investieren aus unterschiedlichen Gründen mit unterschiedlichen Zielen. Die meisten Asset-Allokation-Modelle bewegen sich zwischen vier Zielen: Kapitalerhalt, Einkommen, Ausgewogenheit oder Wachstum.

  • Kapitalerhalt: Asset-Allocation-Modelle, die auf die Erhaltung des Kapitals ausgelegt sind, werden vor allem von Anlegern eingesetzt, die voraussichtlich innerhalb der nächsten zwölf Monate über das eingesetzte Kapital verfügen müssen und nicht riskieren wollen, das sie mit ihrer Investition einen Verlust erleiden. Bei diesen Portfolios beträgt der Anteil von Barmitteln, festverzinslichen Wertpapieren oder beispielsweise Geldmarktfonds oft mehr als 80 % am gesamten Anlagevermögen. Hierbei besteht jedoch die Gefahr, dass das investierte Vermögen aufgrund der Inflation real an Wert verliert.
  • Einkommen: Portfolios, die darauf abzielen, Einkommen für die Anleger zu generieren, bestehen häufig aus Investment-Grade-Anleihen großer, rentabler Unternehmen sowie Immobilien. Sie enthalten nur in geringerem Umfang Aktien von Blue-Chip-Unternehmen mit regelmäßigen Dividendenzahlungen.
  • Ausgewogenheit: Für die meisten Anleger ist ein ausgewogenes Portfolio nicht aus finanziellen Gründen, sondern aus emotionalen Gründen die wahrscheinlich beste Option. Auf diesem Allokations-Modell basierende Portfolios versuchen, einen Kompromiss zwischen einem langfristigen Wachstum und laufenden Erträgen zu finden. Für diese Portfolios gilt eine Mischung aus Vermögenswerten, die sowohl Einkommen generieren als auch im Laufe der Zeit an Wert gewinnen, als ideal. Ausgewogene Portfolios enthalten in der Regel einen großen Anteil festverzinslicher Schuldtitel mit einem Investment Grade Rating sowie Aktien von Unternehmen, die regelmäßig Dividenden an die Anleger ausschütten.
  • Wachstum: Anleger, die mit ihrem Vermögen keine laufenden Erträge, sondern einen Vermögenszuwachs erwirtschaften wollen, nutzen wiederum andere Anlagestrategie, als Anleger, die auf Erträge aus ihrem Vermögen nicht verzichten wollen. Wachstumsorientierte Anleger erhöhen oft durch regelmäßige Einzahlungen und die Wiederanlage von ausgeschütteten Dividenden über viele Jahre hinweg den Wert des gesamten Anlagevermögens. Die Zusammensetzung eines wachstumsorientierten Portfolios ist meist recht einfach und besteht nicht selten 100 % aus nationalen und internationalen Aktien.

Die Festlegung einer den eigenen Zielen entsprechenden Asset Allocation ist eine der wichtigsten Anlageentscheidungen. Dieser Entschluss hat in der Regel einen höheren Einfluss auf die Rendite der Gesamtinvestition als die Planung einen einzelnen Anlagetitel zu erwerben. Studien zeigen, dass der Erfolg eines Portfolios zu rund 88 Prozent auf der richtigen Allokation in der Wirtschaft beruht und weniger auf den gewählten Anlageinstrumenten. Anleger sollten ihr Portfolio regelmäßig daraufhin überprüfen, ob die Mischung verschiedener Assets noch den eigenen Anlagezielen entspricht. Die Bedürfnisse und Ziele können sich im Laufe der Zeit ändern. Entsprechend sollte die Allokation des Portfolios angepasst werden.

 

 

 

 

 

 

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Gepostet am

10. September 2019