Ausgabeaufschlag

Was ist ein Ausgabeaufschlag?

Der Ausgabeaufschlag ist eine einmalige Zahlung, die ein Wertpapierinvestor entrichten muss, wenn er Anteile an Fonds kauft. Der Ausgabeaufschlag ist auch unter den Bezeichnungen Agio und Aufgeld bekannt. Die Berechnungsgrundlage für dieses Aufgeld ist ein bestimmter Prozentsatz vom Rücknahmepreis des erworbenen Wertpapiers.

Der Ausgabeaufschlag wird festgelegt von der Gesellschaft, bei der das Wertpapier erworben wurde. Er kann zwischen null und sieben Prozent liegen. Kauft der Investor beispielsweise Aktien im Wert von 200 Euro und beträgt das Aufgeld 3 %, muss er insgesamt 206 Euro zahlen. Die Spanne zwischen null und sieben Prozent ist zurückzuführen auf die unterschiedliche Beratungsintensität eines Fonds. Die Fonds, die aktiv gemanagt werden, haben üblicherweise ein höheres Aufgeld; die anderen folglich einen geringeren Ausgabeaufschlag. Bei mindestens 50 % der in Deutschland gängigen Fonds wird ein Aufgeld von 5 % erhoben. 25 % haben einen Ausgabeaufschlag, der noch einen Prozentpunkt höher liegt.

Warum wird der Ausgabeaufschlag auf Fonds erhoben?

Mit dem Aufgeld auf den Fonds sollen die Kosten der Fondsgesellschaft gedeckt werden, die für den Vertrieb und die Verwaltung geleistet wurden. Der Ausgabeaufschlag ist aber nicht für die Kapitalanlagegesellschaft bestimmt, sondern für deren Vertriebspartner. Dies kann z. B. die Hausbank des Investors sein.

Warum wird bei der Vergabe von Krediten ein Ausgabeaufschlag erhoben?

Der Ausgabeaufschlag wird nicht nur bei dem Verkauf von Fonds erhoben. Wenn die Bank einen Kredit vergibt, ist dies für sie mit Kosten für den Verwaltungsaufwand verbunden. Dazu gehört neben einer eingehenden Beratung des Kunden auch die Prüfung des Kredits. Nachdem der Kredit bewilligt wurde, wird ein entsprechendes Konto eingerichtet und der Kreditvertrag erstellt. Der hierbei entstehende Aufwand – dieser ist teilweise auch durch automatische Abläufe gedeckt – muss honoriert werden. Dafür erhebt die Bank auf den Kredit ein Aufgeld, der in aller Regel ein fester Bestandteil des Kredites ist. Hinsichtlich der Höhe kann der Kreditnehmer hierauf kaum einwirken.

Was ist der Unterschied zwischen einem Aufgeld und einem Disagio?

Ein Disagio ist ein Abgeld und damit das genaue Gegenteil eines Aufgelds. Für das Disagio ist in der Finanzwelt auch der Begriff Damnum geläufig. Bei der Festsetzung des Abgelds sind die Direktiven der Bank einzuhalten. Ansonsten ist das Abgeld – ebenso wie der Ausgabeaufschlag – zwischen den Vertragspartner frei gestaltbar, wobei die Grenze zwischen null und sieben Prozent als Anhaltspunkt gewertet werden kann. Werden Aktien verkauft, darf kein Abgeld erhoben werden. Dies ist gesetzlich geregelt, weil man verhindern wollte, dass die Zinsen, die auf den Nennwert der Aktie zu zahlen sind, sich erhöhen. Werden Anleihen veräußert, ist es jedoch zulässig, wenn ein Disagio vereinbart wird.

Welche Wirkung hat ein Aufgeld auf die Zinsen?

Wenn ein Kredit veräußert wird, ist für die Ermittlung des Agios die Berechnungsgrundlage der Nennwert der Aktie. Die Zahlungen, die auf die Zinsen geleistet werden, zählen demnach nicht zu dem Aufschlag. Eine Wirkung des Aufschlags ist dennoch zu verzeichnen, weil der Aufschlag die gesamten Kosten des Kredits – und damit auch die Zinsen – beinhaltet. Handelt es sich bei dem Darlehen um keine Annuität, wird das Agio über die gesamte Laufzeit des Kredits gezahlt. Wird das Darlehen dagegen in einen Zins- und in einen Tilgungsanteil aufgeteilt, wird das Aufgeld mit jeder Tilgung kleiner.