Anteilsschein

Was ist ein Anteilsschein?

Der Anteilsschein verbrieft auf Papier oder in elektronischer Form Eigentumsrechts und Ertragsansprüche. In Deutschland besitzen Millionen Geldanlegerinnen und Geldanleger mehr als einen Anteilschein – wahrscheinlich ohne sich wirklich Gedanken über dieses Instrument und dessen Chancen zu machen. Der Anteilschein verbrieft in klassischer Form auf Papier oder elektronisch (beispielsweise in Form einer Girosammelverwahrung bzw. einem elektronischen Aktienbuch) das Eigentum beispielsweise an einem Unternehmen (Aktie) oder einen Anteil an einem Investmentfonds. Gegenüber einer individuellen Vereinbarung zur Einzahlung eines bestimmten Betrags in ein Unternehmen bietet der Anteilsschein verschiedene Vorteile:

Standardisierung und Handelbarkeit dank festgelegter Größen und Wertpapierkennnummern

Im Gegensatz zu einer Unternehmensbeteiligung an einem nicht an der Börse gelisteten Unternehmen kann der Anteilschein praktisch jederzeit an einen anderen Anleger weiterverkauft werden. Ein wesentliches Element dafür ist die Standardisierung des Anteilsscheins: Wenn Sie einen größeren Betrag investieren möchten, dann wird keine neue Gattung oder Art der Beteiligung geschaffen, sondern einfach eine größere Stückzahl geordert und dann im Depot verbucht.

Der Vorteil liegt dann in der Hochskalierbarkeit der Anlage bei Kauf und Verkauf. Bei Unternehmen einer entsprechenden Größenordnung (beispielsweise den Werten des Deutschen Aktienindexes DAX30, MDAX, SDAX etc.) gibt es de facto keine Zeitverzögerung bei der Erhöhung oder Verringerung der Anteilschein Anzahl.

Gleichbehandlung bei der Ertragsverteilung (pro Anteil und nicht „pro Kopf“)

Die deutschen Gesetze (unter anderem das Handelsgesetzbuch) beschreiben diverse Rechtsformen von Unternehmen, bei denen die Handelbarkeit der Beteiligung, die notwendige Zustimmung der weiteren Anteilseigner und auch die Gewinnverwendung explizit und vorab geregelt werden. Das Ziel: Alle, die sich am Unternehmen beteiligen, sollen klare Perspektiven im Hinblick auf die Gewinnverwendung und auch die eigene, einzubringende Arbeitsleistung haben.

Der Anteilschein ist eine Form, bei der Sie sich als Anleger ausschließlich mit Kapital – nicht aber mit Arbeitsleistung oder Mitarbeit einbringen. Der Anteilschein ist zudem ein Instrument, welches bei der prozentualen Rendite nicht zwischen einem Anteilseigner mit nur einem Anteilschein, einem mit hundert oder einem mit hunderttausend Wertpapieren unterscheidet.

Das Beispiel BMW oder anderer Aktiengesellschaften mit einem großen „Familienanteilseigner“ verdeutlicht dies: Einziges Privileg ist die Möglichkeit, sich mit Mehrheit in den Aufsichtsrat wählen zu lassen und damit einen größeren Einfluss auf das Geschäft zu haben. In Bezug auf die prozentuale Rendite bzw. Ausschüttung ist dann die Familie Quandt (oder Piech bei VW) prozentual allen anderen Eigentümern gleich gestellt.

Zusammengefasst können Anteilsscheine aufgrund ihrer Standardisierung, der Fairness der Gewinnverteilung und den Stimmrechten und der schnellen Investmentmöglichkeit und Veräußerbarkeit eine der interessantesten Möglichkeit für Unternehmensbeteiligungen sein.