Anlagenvermittlung

Was ist eine Anlagenvermittlung?

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) definiert den Tatbestand der Anlagenvermittlung, wenn

  • eine Vermittlungstätigkeit entsprechend der Vorschrift erbracht wird und
  • sich die Vermittlung auf Anschaffung und Veräußerung von Finanzinstrumenten bezieht.

Sowohl der Kauf als auch der Verkauf von Wertpapieren wie Aktien, Zertifikaten, Fonds oder Derivaten sind möglich. Als Vermittler gilt derjenige, der als Bote von einem Anleger eine Willenserklärung entgegennimmt, dass der Anleger ein Finanzinstrument erwerben oder veräußern will, und diese Willenserklärung an jemanden weiterleitet, der ein solches Geschäft abschließen will. Es ist unerheblich, ob die Willenserklärung mündlich, schriftlich oder auf elektronischem Wege übermittelt wird. Diese Willenserklärung darf nur an den Vertragspartner weitergeleitet werden. Der Anlagenvermittler wird für seine Dienstleistung bezahlt.

Gesetzliche Grundlage für die Anlagenvermittlung

Für die Anlagenvermittlung gilt in Deutschland das Gesetz über das Kreditwesen (Kreditwesengesetz, KWG) als gesetzliche Grundlage. Das Gesetz soll Anleger davor schützen, dass sie in schwer verständliche, fehlerhafte oder irreführende Produkte investieren. Wer als Anlagevermittler auftritt, benötigt eine Erlaubnis und unterliegt der Kontrolle durch die BaFin. Um eine Erlaubnis zu erhalten, muss der Anlagevermittler über ein Anfangskapital von mindestens 50.000 Euro verfügen oder eine Versicherung zum Schutz des Kunden mit einer Deckung bis zu 1 Million Euro je Versicherungsfall nachweisen. Von der Erlaubnispflicht ausgenommen sind:

  • Unternehmen, die eine Vermittlung nur innerhalb der Unternehmensgruppe vornehmen
  • Vermittlung von Anteilen an Investmentvermögen zwischen einem Kunden und einem inländischen Institut
  • Angehörige freier Berufe, die nur gelegentlich eine Vermittlung durchführen und einer Berufskammer als Körperschaft des öffentlichen Rechts angehören
  • Vertraglich gebundene Vermittler.

Der Unterschied zwischen Vermittlung und Beratung

Nicht immer ist der Unterschied zwischen Anlagenvermittlung und Anlagenberatung klar erkennbar. Es handelt sich um eine Beratung, wenn lediglich eine Empfehlung an den Berater gegeben wird, aber es nicht zu einer Willenserklärung kommt.