Angemessenheitsprüfung

Was ist eine Angemessenheitsprüfung?

Im Rahmen der Vermittlung einer Kapitalanlage durch Finanzinstitute ist gemäß § 31 Abs. 7 des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) eine Angemessenheitsprüfung durchzuführen. Die rechtliche Basis dafür sind die Vorschriften der EU-Richtline MIFID II (Markets in Financial Instruments Directive). Dabei muss der Investor Fragen zu seinen Kenntnissen und Erfahrungen in Bezug auf Geschäfte mit Finanzinstrumenten, zu seinen persönlichen finanziellen Verhältnissen und zu seinen konkreten Anlagezielen beantworten. Er muss somit offenlegen, wie er seine Gelder bisher angelegt hat.

Gründe für die Prüfung

Es soll sichergestellt werden, dass der Anleger die Chancen und Risiken des gewählten Finanzinstrumentes verstehen und richtig bewerten kann. Nur dann könne er eine richtige Anlageentscheidung treffen. Das vermittelnde Finanzinstitut wiederum kann anhand dieser Angaben eine Bewertung vornehmen und in der Folge im bestmöglichen Interesse des Kunden handeln. Die Angemessenheitsprüfung dient dem Schutz des Anlegers, weil viele Finanzinstrumente hochriskant sind und hohe Verluste nach sich ziehen können.

Was ist angemessen?

Angemessen ist eine Kapitalanlage für den Investor dann, wenn er über die erforderlichen Kenntnisse und Erfahrungen im Finanzanlagenbereich verfügt, um die mit dem Investment verbundenen Risiken richtig einschätzen zu können. Die Angemessenheitsprüfung ist keine Anlageberatung. Sie dient der ausschließlich Feststellung, ob der Investor die Befähigung für die geplante Anlageentscheidung hat.