Aktiengesellschaft

Was ist eine Aktiengesellschaft?

Unternehmen können in Deutschland als Einzelunternehmung, Personengesellschaft oder Kapitalgesellschaft geführt werden. Zu den bekanntesten Kapitalgesellschaften gehört unter anderem die Aktiengesellschaft.

Eine Aktiengesellschaft, abgekürzt AG, ist eine Handelsgesellschaft und zählt zu den Kapitalgesellschaften. Eine AG ist eine eigene Rechtspersönlichkeit, eine sogenannte juristische Person, die für Verbindlichkeiten ihren Gläubigern gegenüber gemäß § 1 Aktiengesetz nur mit ihrem Gesellschaftsvermögen haftet. Das Grundkapital oder Gesellschaftsvermögen einer AG wird in mehrere Aktien aufgeteilt. Durch diese Aufteilung des Grundkapitals in Aktien ist es möglich, eine Beteiligung an einer Aktiengesellschaft für vergleichsweise geringe Beträge zu erwerben. Die Anteilseigner, die sich über den Kauf von Aktien am Kapital der Gesellschaft beteiligen, werden als Aktionäre bezeichnet. Bei an der Börse notierten AGs werden die Aktien an der Börse gehandelt.

Geschäftsführung und Organe einer Aktiengesellschaft

Die Geschäftsführung einer Aktiengesellschaft kann durch einen oder mehrere Geschäftsführer erfolgen. Dieser oder diese werden vom Aufsichtsrat berufen und vertreten die Gesellschaft nach innen gegenüber den Aktionären und außen gegenüber Geschäftspartnern und Gläubigern. Die Gesamtheit der Geschäftsführer wird als Vorstand bezeichnet. Der Vorstand setzt sich aus einem Vorstandsvorsitzenden und weiteren Mitgliedern zusammen. Hierzu zählen bei großen AGs beispielsweise der Finanzvorstand, der Personalvorstand oder der Entwicklungsvorstand.

Der Aufsichtsrat ist ein vom Gesetzgeber unabhängig von der Größe einer AG vorgeschriebenes Organ. Das heißt, jede AG muss einen Aufsichtsrat einsetzen. Der Aufsichtsrat wird von der Hauptversammlung gewählt. Aufgabe des Aufsichtsrats ist die Überwachung des Vorstandes und die Vertretung der AG gegenüber dem Vorstand.

Die Hauptversammlung ist ein weiteres vom Gesetzgeber vorgeschriebenes Organ einer AG. Auf der mindestens einmal jährlich stattfinden Hauptversammlung werden wichtige Entscheidungen von den Aktionären getroffen. Der Vorstand kann nur durch die Hauptversammlung entlastet werden.

Gründung einer Aktiengesellschaft

Eine Aktiengesellschaft kann von einer oder mehreren natürlichen oder juristischen Personen gegründet werden. Voraussetzung dafür ist, dass die natürlichen Personen voll geschäftsfähig sind. Mit dem vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Eintrag in das Handelsregister entsteht die Aktiengesellschaft. Dort wird die AG wie eine GmbH als Kapitalgesellschaft in der Abteilung B eingetragen.

Für die Gründung einer AG ist ein Gesellschaftsvertrag erforderlich. Der Gesellschaftsvertrag muss vor einem Notar geschlossen und von diesen beurkundet werden. Zu den wichtigsten Bestandteilen des Gesellschaftsvertrages zählen die Angaben zur Firma, zum Firmensitz und zum Gegenstand oder Geschäftszweck der AG. Darüber hinaus muss im Gesellschaftsvertrag die Höhe des Grundkapitals der AG und dessen Aufteilung angegeben werden.

Um eine AG gründen zu können, ist ein Mindestkapital von 50.000 Euro erforderlich. Davon müssen bei der Gründung wie bei einer GmbH mindestens 12.500 Euro auf ein Konto der AG eingezahlt worden sein.

Buchführungs- und Publizitätspflicht einer AG

Jede Aktiengesellschaft ist als Formkaufmann verpflichtet, entsprechend den gesetzlichen Vorgaben des HGB (Handelsgesetzbuches) eine doppelte Buchführung zu betreiben. Darüber hinaus ist eine AG verpflichtet, eine Jahresbilanz zu erstellen. Eine weitere gesetzliche Vorschrift betrifft die Publizitätspflicht einer AG. Publizitätspflicht bedeutet, dass eine AG den Jahresabschluss eventuell zuzüglich der Bilanz sowie einer Gewinn- und Verlust-Rechnung im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlichen muss. Für die Einhaltung der Publizitätspflicht ist der Vorstand verantwortlich.

Haftungsbeschränkung der Aktionäre

Die Aktionäre einer AG sind, ähnlich wie die Gesellschafter einer GmbH, in ihrer Haftung beschränkt. Die Aktionäre haften grundsätzlich nur mit ihren Anteilen an der Gesellschaft und nicht mit ihrem Privatvermögen. Darüber hinaus sind die Aktionäre nicht zu einem Nachschuss von Kapital verpflichtet.