Ob zum Einkaufen oder auf dem Weg zur Arbeit: Über 50 Prozent aller Wege legen die Deutschen mit dem Pkw zurück. Damit ist das Auto in Deutschland immer noch ungeschlagen auf Platz eins der beliebtesten Fortbewegungsmittel.

Nachhaltigkeit und Mobilität steht in diesem Zusammenhang in einem großen Kontrast. Denn ein normaler Pkw stößt täglich große Mengen an CO2 aus. Etwa 20 Prozent aller Treibhausgase gehen auf das Konto von Autos. Zusätzlich hat die Produktion selbst einen großen Einfluss auf die Umweltbelastung.

Um dem entgegenzuwirken, soll nachhaltige Mobilität sowohl Emissionen als auch den Ressourcenverbrauch verringern. Gleichzeitig fördert nachhaltige Mobilität im Alltag die Gesundheit, da es bewiesen ist, dass der Verzicht auf ein eigenes Auto die Bewegung deutlich fördert.

Wer seine eigene Lebensweise positiv ändern möchte, hat mehrere nachhaltige Mobilitätskonzepte zu Auswahl. Wir stellen hier fünf Alternativen vor, die jeder ganz einfach selbst im täglichen Leben umsetzen kann.

1. Öffentliche Verkehrsmittel

Nachhaltige Mobilität beruht hauptsächlich darauf, weniger Auto zu fahren und auf umweltfreundlichere Alternativen umzusteigen. Doch bei den nachhaltigen Optionen liegen die öffentlichen Verkehrsmittel schon seit Jahren auf dem letzten Platz der Beliebtheitsskala. Trotz steigenden Umweltbewusstseins nehmen die wenigsten Deutschen das Angebot der öffentlichen Verkehrsmittel war, obwohl die Auswahl relativ groß ist. Ob Zug, Straßenbahn oder Bus – nachhaltige Mobilität ist besonders in der Stadt einfach umzusetzen.

Pendler können zum Beispiel bei einem Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel in einem Jahr rund 320 Kilogramm CO2 sparen und gleichzeitig auch einiges an Geld. Monats- oder Jahrestickets sind günstiger als die Anschaffung eines Fahrzeugs bzw. das wöchentliche Tanken.

Wenn es um nachhaltige Mobilität im ländlichen Raum geht, sind vor allem schlechte Anbindungen und fehlende Angebote im Gespräch. Dort ist es beinahe unmöglich, effizient öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. Viele Dörfer besitzen weder einen eigenen Bahnhof noch Straßenbahn-Netze. Vorhandene Busverbindungen fahren so selten, dass nur die wenigsten Bewohner von den Fahrzeiten profitieren können. Deshalb hat sich die Politik zum Ziel gesetzt, die Verbindungen immer weiter auszubauen. Die Bundesländer sollen erhalten 2020 bis 2023 1,2 Milliarden Euro, um den Regionalverkehr weiter auszubauen. Nur so können die Bewohner in ganz Deutschland nachhaltige Mobilität mit öffentlichen Verkehrsmitteln nutzen.

2. Das Fahrrad

Beinahe so selten wie öffentliche Verkehrsmittel verwenden die Deutschen das Fahrrad. Dabei nehmen Experten an, dass Autofahrer über 30 Prozent ihrer Wege mit einem Fahrrad bestreiten könnten.

Nachhaltige Mobilität für die Stadt kann nur dann funktionieren, wenn es eine nachhaltige Verkehrsplanung gibt. Sie trägt dazu bei, dass Fahrrad fahren attraktiver wird und mehr Leute darauf umsteigen können. Doch in Deutschland gibt es bisher nicht genug Städte mit fahrradfreundlichen Fahrbahnspuren.

Nichtsdestotrotz gelangen Fahrradfahrer gerade auf kurzen Strecken (unter fünf Kilometer) doppelt so schnell wie Autofahrer an ihr Ziel. Zusätzlich fördert das Fahrradfahren die Gesundheit nachweislich und die Erhaltungskosten sind um einiges günstiger als bei einem Pkw.

3. Zu Fuß

Nach dem Autofahren bewegen sich die Deutschen am liebsten zu Fuß. Fußgänger sind zwar deutlich langsamer als andere vergleichbare Transportmittel, dafür aber vollkommen umsonst. Laufen ist zudem die sicherste Art der Fortbewegung und verhilft genauso wie das Fahrradfahren zu mehr Bewegung bzw. gesteigerter Gesundheit.

Um diesen Aspekt weiter zu fördern, ist vor allem die 15 Minuten Stadt in aller Munde. In dieser sollen alle Orte, die ein Mensch zum Leben braucht, fußläufig erreichbar sein. Ein Auto ist in dieser Zukunftsversion vollkommen unnötig, was den Klimaschutz enorm fördert.

4. Alternative zu Diesel und Benziner

Fahrzeuge mit ökologischem Antrieb sind für die Umwelt eine gute Alternative zum traditionellen Pkw. Sie stoßen keine Emissionen aus und bieten trotzdem den Komfort eines Autos. Daher zählen auch sie zur nachhaltigen Mobilität, da sie einen guten Kompromiss bieten.

E-Autos

Elektroautos erleben seit einigen Jahren einen großen Boom. Die Angebote werden immer größer, sodass fast alle Hersteller mindestens ein elektrofähiges Modell anbieten. Zusätzlich wird der Kauf subventioniert, was es für viele Käufer attraktiver macht, sich einen Neuwagen mit dieser Förderung zu leisten. Dies liegt daran, dass ein E-Auto beim Betrieb keinerlei CO2 ausstößt. Viele Ladestationen sind zudem kostenfrei, was den Blick auf die täglichen Benzinpreise nicht mehr relevant macht.

Gegensprecher beklagen allerdings die geringe Reichweite und die lückenhafte Abdeckung an Ladestationen, was heute nur noch bedingt zutrifft. Dennoch ist die Produktion solcher E-Autos nicht besonders umweltfreundlich. Für die Herstellung von Batterien werden umstrittene Rohstoffe wie Lithium benötigt.

Fahrzeuge mit Wasserstoffantrieb

Wasserstoff-Autos sind hingegen noch eine kleine Nische. In Deutschland fahren nur 0,001 Prozent der Pkws mit diesem Antrieb. Dies liegt zum einen daran, dass es kaum Modelle auf dem Markt gibt, zum anderen, dass die Preise im Vergleich noch deutlicher höher sind. Autos fahren hier mit einer Brennstoffzelle, die aus einer Kombination von Wasserstoff und Strom den Motor betreibt. Damit stoßen solche Fahrzeuge nur Wasserdampf aus, was vollkommen Schadstoff frei ist.

5. Carsharing

Nachhaltige Mobilität heißt nicht immer, dass man auf ein normales Auto verzichten muss. Es reicht auch aus, wenn der Pkw einfach weniger benutzt wird. Wer nicht extra ein neues Fahrzeug erwerben möchte, kann die kombinierte Mobilität nutzen.

Statt einen eigenen Pkw zu erwerben, melden sich Nutzer bei einer Carsharing-Firma an, um jederzeit ein Auto ausleihen zu dürfen. Die Abwicklung läuft über das Smartphone. Darüber sehen die Anwender, wo das nächste Fahrzeug zur Verfügung steht. Autofahrer zahlen wirklich nur dann, wenn sie das Angebot nutzen, und sparen dadurch eine Menge Geld. Zudem verzichten sie damit darauf, für jede Kleinigkeit das Auto zu nutzen.

Fahrgemeinschaften

Klassische Fahrgemeinschaften, auch unter dem Namen Carpooling bekannt, sind ebenfalls nachhaltige Alternativen. Dabei besitzen meistens alle Parteien einen eigenen Pkw und wechseln sich mit dem Fahren ab.

In Amerika gibt es beispielsweise schon seit sehr vielen Jahren extra Fahrspuren für Fahrgemeinschaften. Diese sollen die Menschen dazu motivieren, eine solche zu gründen, um schneller voranzukommen.

Vor allem für den Arbeitsweg können sich Kollegen miteinander absprechen und abwechselnd fahren. Neben dem Umweltschutzgedanken fördert dies auch den sozialen Austausch durch die gemeinsam verbrachte Zeit.

Kleine Schritte führen zum Ziel

Nachhaltige Mobilität kann jeder langfristig umsetzen. Niemand muss sich sofort morgen ein E-Auto besorgen, um sich für den Umweltschutz einzusetzen. Kleine Bemühungen bewirken ebenfalls viel. So kann sich zum Beispiel jeder selbst für den Anfang die Aufgabe stellen, mindestens einen Tag in der Woche das Auto stehen zu lassen. Solche Bemühungen sind ein Schritt in die richtige Richtung.

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