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Der Klimawandel spielt in unserer Gesellschaft eine große Rolle. Bereits jetzt sind die Auswirkungen zu spĂŒren. Dass dies sowohl die Politik als auch der Verbraucher ernst nimmt, zeigen entsprechende Gesetze in Deutschland, die zum Beispiel dafĂŒr sorgen, den PlastikmĂŒll zu reduzieren. Mithilfe des Umweltschutzes kann die Menschheit vorbeugen, dass sich der Zustand der Welt weiter verschlechtert und stattdessen fĂŒr eine sichere Zukunft sorgen.

Diese Denkweisen bilden den Grundstein fĂŒr Impact Investing, bei welchem Anleger in nachhaltige Projekte oder Unternehmen investieren. Wie das geht? Das verraten wir im folgenden Beitrag.

Was versteht man unter Impact Investing?

Im Rahmen des Impact Investing legen Investoren Geld in Projekte und Unternehmen an, die ihren Fokus auf Nachhaltigkeit legen. Das können erneuerbare Energien, nachhaltige Landwirtschaft oder Integrationsprogramme fĂŒr behinderte Menschen sein. Diese sozialen wie ökologischen Auswirkungen mĂŒssen zudem direkt messbar sein. Das heißt im konkreten Fall, dass beispielsweise eine Firma, die Strom aus erneuerbaren Energien gewinnt, ausweißen muss, wie viel Kilowatt grĂŒner Strom tatsĂ€chlich eingespeist wurde.

Impact Investing ist ebenfalls unter dem Synonym SRI bekannt, was fĂŒr Socially Responsible Investing steht. In Deutschland verwendet die Finanzwelt den Begriff wirkungsorientiertes Investieren.

Nachhaltige Geldanlagen sind in der Finanzwelt schon lĂ€nger ein Begriff. Der Grundstein liegt darin, sein Geld in Betriebe zu investieren, die nach ethischen und grĂŒnen Richtlinien handeln.

Das Ziel des Anlegers: finanzielle Rendite und Förderung eines sozialen bzw. nachhaltigen Projekts

Impact Investing setzt an Àhnlichen Stellschrauben an. Wichtig ist aber hier die direkte und unmittelbare Wirkung. Es reicht nicht aus, dass ein Unternehmen den nachhaltigen Gedanken vertritt. Stattdessen muss es gezielt Ergebnisse bringen.

Die GIIN, die Global Impact Investment Network, ist eine wichtige Organisation fĂŒr das wirkungsorientierte Investieren. Diese fördert gezielt Impact Investing und fĂŒhrt zudem jĂ€hrlich Umfragen zur aktuellen Lage am Markt durch.

Was ist Nachhaltigkeit eigentlich?

Obwohl der Begriff der Nachhaltigkeit bereits seit einigen Jahren im Trend liegt, verwechselt die Gesellschaft den Begriff noch hÀufig mit Umweltbewusstsein.

Dabei handelt es sich allerdings nur um einen Aspekt. Dies verdeutlichen verschiedene Modelle wie das Nachhaltigkeitsdreieck oder das Drei-SĂ€ulen-Modell der Nachhaltigkeit.

Nachhaltigkeit setzt sich nach diesen Modellen aus folgenden Aspekten zusammen:

  • Gesellschaft/Soziales
  • Umwelt/Ökologie
  • Wirtschaft/Ökonomie

Wer nachhaltig lebt, berĂŒcksichtigt diese drei Punkte in gleicher Weise. Dieser Maxime können Menschen sowohl im Privat- als auch im Berufsleben folgen. Indem sie zum Beispiel ihr Einkaufsverhalten anpassen, Licht und Wasser nicht unnötig verschwenden oder Mitmenschen etwas geben, die weniger haben als sie selbst.

Wieso Impact Investing?

Wirkungsorientiertes Anlegen sorgt dafĂŒr, dass Investoren Geld verdienen, indem sie gleichzeitig wichtige Projekte der Nachhaltigkeit fördern.

Impact Investing bietet daher einige Vorteile:

  • Anleger investieren Geld fĂŒr nachhaltige Produkte/Projekte
  • Investitionen unterstĂŒtzen ehrliche Unternehmen
  • Anleger erwirtschaften Gewinne
  • Rendite aufgrund zukunftsorientierter Aussichten

Anlegeformen von Impact Investing

Beim Impact Investing wird Geld vor allem in nachhaltige Unternehmen investitert, zum Beispiel ĂŒber Aktien, Fonds oder Crowdfunding-Projekte. Auch grĂŒne Immobilien oder Bildungseinrichtungen spiele aber eine Rolle.

Vor einer Investition sollten Anleger intensiv recherchieren. Nur so können sie sicher sein, dass das Projekt, in das sie investieren, den eigenen Werten entspricht.

Mögliche Bereiche fĂŒr Impact Investing

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, wÀhlt selektive Unternehmensfelder. Nachhaltige Anlagemöglichkeiten liegen zum Beispiel bei:

  • Bildungsprojekten
  • Gesundheitsprojekten
  • Energieprojekten
  • nachhaltiger Landwirtschaft
  • ethischen Projekten

Laut einer Befragung der GIIN von 2019 floss wirkungsorientiertes Kapital in sehr viele verschiedene Bereiche. Mit 15 Prozent lag der Energiesektor jedoch auf Platz eins. Danach folgten Mikrofinanz-Dienstleistungen, andere Finanzdienstleistungen sowie Landwirtschaft und ErnÀhrung. Unter zehn Prozent investierten danach in Wasser, SanitÀr und Hygiene und in das Wohnungswesen.

Umweltschutz

Inwiefern sich ein Unternehmen nachhaltig verhĂ€lt, kann sich grundlegend unterscheiden. Es kann beispielsweise ein nachhaltiges Produkt herstellen oder bei seiner Entwicklung auf umweltschonende Ressourcen zurĂŒckgreifen. Dazu zĂ€hlen zum Beispiel Hersteller, die natĂŒrliche Rohstoffe wie Bambus verwenden, statt auf Plastik zu setzen.

Das Investieren in erneuerbare Energien ist ebenfalls ein großes unternehmerisches Feld. Verantwortliche verfolgen hier das Ziel, die Umwelt weder auszubeuten noch zu verletzen. Wind-, Solar- und Wasser-Anlagen sind die hĂ€ufigsten Ertragsformen, die der Kohle- und Ölgewinnung gegenĂŒberstehen.

Ethische Prinzipien

Unternehmen, die besonders auf ethische Werte zielen, setzten sich fĂŒr gerechte Arbeits- und Lebensbedingungen ein. Sie zahlen faire Löhne bzw. sorgen fĂŒr Sicherheit am Arbeitsplatz. Auch wenn in Deutschland rechtliche Vorgaben existieren, gibt es außerhalb Europas noch viele Defizite in diesem Bereich. Besonders Textil-Hersteller haben in ihren Fabriken in entwicklungsarmen LĂ€ndern hĂ€ufig MissstĂ€nde, die gegen den nachhaltigen Grundsatz sprechen.

Mikrofinanz-Fonds

Bei diesen Fonds handelt es sich um Dienstleistungen im Finanzbereich, die einkommensschwache Menschen unterstĂŒtzt. Vor allem in Schwellen- und EntwicklungslĂ€ndern sollen Kleinkredite bei der ExistenzgrĂŒndung bzw. -sicherung den Menschen helfen, die bei Banken kein Darlehen bewilligt bekommen haben.

VerstĂ€ndlicherweise ruft diese finanzielle UnterstĂŒtzung auch Kritiker hervor. Das liegt zum einen an den meist extremen hohen Zinsen, zum anderen an der FragwĂŒrdigkeit, ob Kredite armen Menschen etwas bringen oder nicht doch eher weiter in die Armut treiben.

Wie bei allen Projekten in Bezug auf Impact Investing, sollten sich auch hier Anleger im Vorfeld stark mit individuellen Inhalten beschÀftigen. Es gibt zum Beispiel auch Anbieter von Mikrofinanzfonds, die geringere Zinsen anbieten und damit eher den eigenen Wertvorstellungen entsprechen.

Greenwashing beachten

Besondere Vorsicht sollten Anleger bei der Auswahl der Projekte und Unternehmen auf Greenwashing legen. Dieser Begriff bezeichnet Unternehmen, die sich damit brĂŒsten, besonders ökologisch, sozial oder ökonomisch zu sein, obwohl das Gegenteil der Fall ist.

Besonders große Konzerne versuchen hĂ€ufig, auf den Zug der Nachhaltigkeit aufzuspringen. Sie versuchen, positive Auswirkungen besonders zu betonen und negative in den Hintergrund zu stellen. Damit wollen sie ein grĂŒnes Image schaffen, das so nicht existiert.

Messung von Impact Investing

Impact Investing unterscheidet sich von nachhaltigen Geldanlagen vor allem aufgrund der messbaren ökosozialen Wirkung. Den Firmen steht es dabei frei, wie bzw. welche Zahlen sie nach außen tragen.

So geben manche Unternehmen projektbezogen Kennzahlen, andere hingegen allgemeine Angaben heraus. Zum Beispiel, welche Mengen an MĂŒll innerhalb eines Jahres recycelt wurden.

Auf jeden Fall sollten Anleger darauf achten, dass Unternehmen mindestens einmal im Jahr Auskunft ĂŒber die ESG-relevanten Auswirkungen geben, die sie mit der Geldanlage bewirkt haben.

Prognosen fĂŒr die zukĂŒnftige Entwicklung

Da immer mehr Firmen verstehen, welche Erfolge die nachhaltige Ausrichtung mit sich bringen, legen Betriebe zunehmend Wert auf eine ökologische und soziale Ausrichtung. Vor allem junge Start-ups handeln hĂ€ufig aus Überzeugung und entwickeln immer breitere Themen-Felder.

Gleichzeitig sprechen die aktuellen Zahlen dafĂŒr, dass sozialer Profit genauso hoch ausfallen kann wie in anderen Bereichen. Hier kommt es wie bei allen Kapitalanlagen auf die Investitionsarten an, die je nach Sektor höhere oder niedrigere Gewinne erbringen.