Das eigene Geld sinnvoll anzulegen, ist in Zeiten von Corona-Krise, Niedrigzinsen und schwankenden Aktienkursen gar nicht so einfach. Als sicherer Hafen gelten nach wie vor Immobilien, da der Immobilien-Sektor üblicherweise deutlich weniger als andere Wirtschaftszweige von Phänomenen wie Inflation und Preisverfall betroffen ist. Ganz im Gegenteil – Experten prognostizieren, dass die Immobilienpreisentwicklung in Deutschland noch mindestens bis zum Jahr 2025 dem gegenwärtigen Aufwärtstrend folgt.

Für viele Anleger bleibt der Immobilienmarkt daher eine attraktive Möglichkeit, ihr Erspartes sinnvoll und gewinnbringend zu investieren. „Betongold“ ist gefragt. Doch welche Möglichkeiten haben Interessierte überhaupt bei der Geldanlage in Immobilien? Wo liegen die Vorteile und was gilt es, vor dem Kauf eines Hauses oder einer Wohnung zu bedenken?

Was sind die Vor- und Nachteile bei Immobilien als Geldanlagen?

Immobilienanlagen bieten eine ganze Reihe von Vorteilen gegenüber anderen Kapitalanlage-Möglichkeiten, aber auch einige Nachteile. Die wichtigsten finden Sie in der folgenden Tabelle.

Vor- und Nachteile der Geldanlage in Immobilien:

Immobilien sind also bei Weitem keine risikoarme Kapitalanlage, allerdings lassen sich Risiken minimieren, wenn angehende Käufer sich ausführlich mit den Objekten beschäftigen. Außerdem gilt es, die eigenen finanziellen Möglichkeiten nicht zu überschätzen.

In welche Arten von Immobilien können Anleger Geld investieren?

Grundsätzlich wird zwischen drei Hauparten von Immobilien unterschieden:

Privatimmobilien sind die wohl beliebteste Anlageform im Bereich des Immobilienmarkts. Viele Menschen erwerben Häuser oder Wohnungen, um sie entweder selbst zu bewohnen oder weiterzuvermieten.

Eigentumswohnungen als Geldanlage stehen besonders hoch im Kurs. Das liegt daran, dass sie in der Regel günstiger zu erwerben sind als etwa Einfamilienhäuser. Außerdem stehen in Ballungsgebieten häufig deutlich mehr Wohnungen als Häuser zum Verkauf.

Apartments in guter Lage, die Käufer nicht selbst bewohnen, sondern vermieten, können wahre Goldgruben sein. Zusätzlich ist es in diesem Fall möglich, einen Teil der laufenden Kosten abzusetzen.

Den Großteil der Wartungs- und Reparaturkosten übernimmt beispielsweise die Eigentümergemeinschaft. Allgemein stellen Eigentumswohnungen eine gute Möglichkeit dar, mit geringeren finanziellen Mitteln eine solide Kapitalanlage durch Mieteinnahmen aufzubauen.

Für Anleger, die über große finanzielle Rücklagen verfügen, bieten sich auch Einfamilienhäuser an. Häuser sind in der Regel deutlich teurer als Eigentumswohnungen, dafür garantieren sie aber allgemeinen einen stärkeren Wertzuwachs. Außerdem bieten sie – sofern Eigentümer selbst darin wohnen wollen – mehr persönliche Freiheit. Schließlich müssen diese ihr Grundstück nicht mit anderen Mietern teilen.

Welche Möglichkeiten gibt es, Immobilien als Wertanlage zu nutzen?

Für Anleger gibt es mehrere Optionen beim Immobilieninvestment. Die bekanntesten sind:

  • Selbst in der Immobilie wohnen
  • Die Immobilie vermieten
  • Immobilienfonds erwerben
  • Crowdinvesting

Jede Möglichkeit bietet sowohl Vor- als auch Nachteile.

Die Immobilie selbst bewohnen

Anleger, die in der eigenen Immobilie wohnen möchten, verzichten auf mögliche Mieteinnahmen, müssen sich aber dafür nicht mit halsstarrigen Mietern oder Vermietern auseinandersetzen. Als Besitzer eines eigenen Hauses oder einer Wohnung haben sie außerdem im Alter geringere Wohnkosten – insbesondere wenn die Immobilie bis dahin schuldenfrei ist.

In Immobilienfonds investieren

Auch Immobilienfonds sind eine gute und vor allem kostengünstige Möglichkeit, Immobilien als Geldanlage zu nutzen. Bei diesen schließen sich mehrere Anleger zusammen, um Projekte zu finanzieren. Letztere können beispielsweise Einkaufszentren, Hotels, Bürogebäude, aber auch reine Wohnimmobilien sein. Aus den Mieteinnahmen oder den Wertsteigerungen bei Verkäufen generieren Anleger ihre Renditen. Bei den Fonds wird allgemein zwischen offenen und geschlossenen unterschieden.

Offene Immobilienfonds sind einfache Finanzprodukte, bei denen Anleger Anteile an mehreren Gebäuden kaufen und nach frühestens zwei Jahren wieder verkaufen können. Bei geschlossenen Immobilienfonds wird häufig nur in ein einziges Bauprojekt investiert und der Verkauf von Anteilen ist deutlich komplizierter.

Crowdinvesting

Eine besonders vielversprechende Möglichkeit ist das sogenannte Crowdinvesting. Hierbei können Anleger bereits mit kleinsten Beträgen in Immobilien investieren. Auf entsprechenden Plattformen bieten Unternehmen dabei Immobilienprojekte an und versprechen häufig hohe Renditen sowie Erfolgsbeteiligungen.

Vorsicht ist allerdings insofern geboten, als Anleger häufig nur einen sehr kleinen Teil der Kosten am Gesamtprojekt tragen. Gehen Projekte schief, werden zuerst die größeren Geldgeber entschädigt, die kleinen Anteilseigner zuletzt. Im schlimmsten Falle gehen Letztere leer aus und verlieren Ihr Geld.

Das Gebäude vermieten

Zusätzliches Geld lässt sich verdienen, wenn Anleger das jeweilige Gebäude oder Apartment vermieten. Voraussetzung dafür ist, dass die Miete mehr einbringt als die Immobilie kostet. Das zu gewährleisten ist allerdings gar nicht so einfach.

Ob es funktioniert, hängt ab von Faktoren wie:

  • Instandhaltungskosten
  • Lage
  • Entwicklung der Kosten und Nebenkosten vor Ort
  • Mietdeckelungen

Angehende Investoren sollten sich daher sehr genau über die Faktoren, die die Rentabilität beeinflussen, informieren.

Mit welchen laufenden Kosten müssen Käufer bei Immobilien als Geldanlage rechnen?

Unabhängig davon, ob Anleger eine Wohnung oder ein Haus erwerben, müssen sie die laufenden Kosten einberechnen. Diese lassen sich in drei Hauptposten unterteilen.

Laufende Kosten bei Immobilien als Geldanlage: 

Instandhaltung

Die Instandhaltung umfasst Reparaturen sowie Wartungsarbeiten. Wie bereits beschrieben, haben Wohnungsbesitzer die Möglichkeit, einen Teil der Kosten an die Mieter zu übertragen. Für Renovierungen sowie Sanierungsarbeiten müssen Erstere allerdings selbst aufkommen. Eine Faustformel besagt, dass Hausbesitzer etwa 1,5 Prozent des Kaufpreises als Renovierungsrücklage zurücklegen sollten. 

Betrieb

Hierunter fallen Kosten für Wasser, Abwasser, Straßenreinigung, Schornsteinfeger etc. Diese werden entweder vom Vermieter oder von der Eigentümergemeinschaft getragen. Grundsätzlich sollten Eigentümer mit 3 bis 4 Euro pro Quadratmeter an Betriebskosten rechnen.

Anschlussfinanzierung

Vor dem Kauf einer Immobilie als Geldanlage schließen die meisten Anleger einen Kreditvertrag bei einer Bank ab. Läuft dieser nach Jahren aus, müssen die Kreditnehmer eine Anschlussfinanzierung vereinbaren. Hiermit gilt es, sich möglichst frühzeitig auseinanderzusetzen, damit die Bank keinen höheren Zins für die Finanzierung der Restschuld verlangt.

All diese Kostenpunkte sollten angehende Hauskäufer verinnerlichen und gegenrechnen. Viele Geldinstitute bieten Finanzierungsmöglichkeiten für Anleger an, welche aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase mit besonders günstigen Konditionen locken.

Trotzdem sollten Käufer sich der Chancen und Risiken von Immobilien als Geldanlage bewusst sein. Manche Immobilien rentieren sich nicht, weil die Bausubstanz von schlechter Qualität ist und sie entsprechend häufig gewartet werden müssen. Andere, weil sie eine schlechte Lage bieten. Nicht alle Faktoren, die den Wert eines Gebäudes mindern, sind absehbar. Doch je mehr Zeit Käufer beim Auswählen investieren, desto mehr Risiken können sie ausschließen.