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Weit mehr als 600 Milliarden Euro – so viel Geld haben Deutschlands Sparer nach Kalkulationen der DZ Bank zwischen 2010 und 2019 durch niedrige Zinsen bereits verloren. Und das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht, bedenkt man, dass derzeit rund 2,5 Billionen Euro als Bargeld im Umlauf sind oder auf Sparbüchern und Tages- bzw. Festgeldkonten liegen. Angesichts dauerhaft niedriger Zinsen raten Finanzexperten dazu, mehr Geld in Sachwerte zu investieren, zum Beispiel in Aktien, Immobilien oder Edelmetalle. Ein großer Trend geht dabei zu nachhaltigen Kapitalanlagen, die ökonomische Kriterien mit ökologischen und sozialen Aspekten verbinden. Welche Möglichkeiten sich Ihnen bieten, in grüne Sachwerte zu investieren und wie sich die nachhaltigen Geldanlagen im Vergleich zu anderen Anlageformen schlagen, erfahren Sie in unserem Beitrag.

Warum Sachwerte kaufen? Die Eurozone im Dauerzinstief

Bereits seit März 2016 liegt der Leitzins in der Eurozone exakt bei 0,00 Prozent. Noch schlechter sieht es bei der Entwicklung des Einlagenzinses aus, zu welchem Geschäftsbanken Geld bei der Europäischen Zentralbank (EZB) anlegen können. Schon im Sommer 2014 bewegte die EZB den Einlagenzins zur Ankurbelung der Kreditvergabe und Konjunktur sowie zur Erreichung des Inflationsziels erstmals ins Minus. Mittlerweile müssen Geldinstitute sogar 0,5 Prozent Strafzinsen zahlen, wenn sie überschüssige Gelder bei der Notenbank parken – mit gravierenden Folgen für die Finanzmärkte und Verbraucher.

Klassische Geldanlagen in der Inflationsfalle

Die lockere Geldpolitik der EZB bekommen Anleger über die Banken seit Jahren direkt zu spüren. Zinsentscheidungen der Europäischen Zentralbank führen in der Regel sehr schnell zu Anpassungen bei den Spar- und Kreditzinsen und bestimmen dadurch die Attraktivität und Rentabilität vieler Anlageformen. Mit Blick auf die Zins- und Ertragsentwicklung stecken klassische Geldanlagen bereits seit Jahren in der Inflationsfalle. Das bedeutet, dass das angelegte Geld angesichts geringer bis gar keiner Renditen inflationsbedingt stetig an Wert verliert, nach Berechnungen der Comdirect Bank allein 15,9 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2019.

Besonders schlecht schneiden Sparbücher und Tagesgeldkonten ab, die bereits seit geraumer Zeit keine nennenswerte Rendite mehr abwerfen. Selbst von einem Bankwechsel können Sie als Tagesgeldkunde kaum noch profitieren. So erhalten Sie als Neukunde nur noch bei wenigen Banken und für sehr begrenzte Zeiträume etwas höhere Zinsen auf Ihr Erspartes – allerdings auch hier deutlich unter der allgemeinen Teuerungsrate. Selbst mit längerfristigen Anlagen auf Festgeldkonten lässt sich aktuell lediglich Schadensbegrenzung betreiben. Unter dem Strich bleibt auch hier in vielen Fällen ein dickes Minus.

Im Klartext: Die bei den Anlegern in Deutschland so beliebten klassischen Anlageformen tragen in der andauernden Niedrigzinsphase nichts zum Vermögensaufbau bei, sondern führen im Gegenteil zu einem realen Wertverlust.

Sachwerte kaufen als Ausweg aus der Rendite- und Inflationsfalle?

Insbesondere in Phasen niedriger Zinsen oder hoher Inflation sowie in Krisenzeiten gelten Sachwerte bei Anlegern als sichere Bank. Gerade in der aktuellen Situation, in der das klassische Sparen seinen Zweck nicht mehr erfüllen kann, versprechen Sachwerte wie Aktien, Immobilien, Edelmetalle, Rohstoffe oder Wertgegenstände einen deutlich besseren Schutz vor Wertverlust bzw. steigende Erträge. Verbunden mit einer höheren Renditeerwartung rücken vor allem Immobilien und Aktien(fonds) in den Fokus der Verbraucher, wie etwa die Gothaer Anlegerstudie 2019 zeigt.

Geld in Sachwerte investieren – die Vor- und Nachteile in der Übersicht

Wie bei allen Geldanlagen, die sich im Spannungsfeld zwischen Rentabilität, Liquidität und Sicherheit bewegen, sind mit der Investition in Sachwerte verschiedene Vor- und Nachteile verbunden, über die Sie sich als Anleger klar sein müssen. Inwiefern es sich für Sie lohnt, Sachwerte zu kaufen, hängt daher in großem Maße von Ihren Präferenzen und Ihrem Anlageverhalten ab. Zu den Vorteilen von Sachwerten zählen unter anderem:

  • hohe Wertbeständigkeit
  • Krisensicherheit
  • Inflationssicherheit
  • Unabhängigkeit von Geldschwankungen
  • hohes Renditepotenzial
  • zusätzlicher Gebrauchswert im Alltag (z. B. Immobilien oder Wertgegenstände)
  • höhere Kreditwürdigkeit (als zusätzliche Sicherheit bei der Kreditvergabe)

Demgegenüber stehen je nach Art des Sachwertes, der Marktlage und persönlichen finanziellen Situation einige Nachteile und Risiken, die mit einer entsprechenden Kapitalanlage verbunden sind:

  • Renditeentwicklung stark abhängig von der Nachfrage (nicht planbar)
  • sinnvolle Diversifikation bei hohen Einzelwerten oft nur eingeschränkt möglich
  • oft spezielles Hintergrundwissen und Marktkenntnisse erforderlich
  • teilweise große zeitliche Wert- oder Kursschwankungen möglich
  • hohe Illiquidität
  • oft zusätzliche laufende Kosten (z. B. Immobilien) oder Aufbewahrungskosten
  • ggf. zusätzlich anfallender Verwaltungsaufwand

Was versteht man unter grünen Sachwerten?

In einem sehr eng gezogenen Rahmen lassen sich unter grünen Sachwerten ökologische Geldanlagen auf Sachwerte im Bereich der Erneuerbaren Energien zusammenfassen. Hierbei geht es in erster Linie um Investitionen in nachhaltige Projekte aus dem Klimaschutz-Bereich, zum Beispiel Windenergieanlagen, Wasserkraftwerke oder Solarparks. Mit dem angelegten Geld wird im Sinne einer „doppelten Dividende“ ein zusätzlicher Beitrag für den Umweltschutz geleistet. Unter den Nachhaltigkeitsbegriff fällt allerdings deutlich mehr als der Klimaschutz. So gelten bei nachhaltigen Geldanlagen neben dem Thema Umwelt auch die Aspekte Soziales und Unternehmensführung als relevante Faktoren.

Wie nachhaltig ein Unternehmen wirtschaftet oder wie viel Nachhaltigkeit in einem Anlageprodukt steckt, lässt sich mit den sogenannten ESG-Kriterien messen. Das Kürzel ESG steht für die Nachhaltigkeitsbereiche Environmental, Social und Governance. Neben dem Umweltschutz erfasst der Nachhaltigkeitsbegriff also auch Themen wie die Einhaltung zentraler Arbeitsrechte, hohe Standards beim Gesundheitsschutz oder transparente Maßnahmen zur Unterbindung von Korruption und Bestechung.

Dieses erweiterte Verständnis von Nachhaltigkeit lässt sich ebenfalls auf den Bereich der Sachwerte übertragen. Eine Investition in grüne Sachwerte bzw. nachhaltige Sachwerte beinhaltet dementsprechend ökologische, soziale und ethische Komponenten. Zusätzlich zu direkten Investments in erneuerbare Energien rücken so auch andere Sachwerte wie Aktien oder Immobilien ins Blickfeld der Anleger.

Welche Renditechancen bieten grüne Sachwerte?

Dass ein besonderes Augenmerk auf das Thema Nachhaltigkeit nicht zulasten der Rendite geht, belegen viele grüne Sachwerte sehr eindrucksvoll. Ein überzeugendes Beispiel aus dem Wertpapierhandel ist der von den Börsen Hamburg und Hannover 2007 entwickelte Global Challenges Index (GCX), in dem 50 renditestarke Aktientitel unter Berücksichtigung der ESG-Kriterien zusammengefasst sind. Allein in den letzten drei Jahren konnte der Index um fast 50 Prozent zulegen. Der deutsche Leitindex DAX kommt im selben Zeitraum hingegen nur auf 21 Prozent Zuwachs.

Besonders eindrucksvoll ist die Entwicklung einzelner Aktientitel aus dem GCX im laufenden Jahr 2019. So verzeichnete die Aktie des amerikanischen Solarzellenherstellers und Photovoltaikanlagenbetreibers SunPower vom Jahresbeginn bis zum Herbst 2019 ein Plus von 210 Prozent. Auch die Aktie des Energierückgewinnungsgeräte-Herstellers Energy Recovery liegt im September 2019 rund 60 Prozent über dem Wert aus dem Januar 2019. Der GCX insgesamt erreicht in den ersten neun Monaten ein Plus von 25 Prozent, der Dax im Vergleich rund 17,5 Prozent.

Ein ähnlich großes Wachstumspotenzial im Bereich der grünen Sachwerte bietet der Markt der erneuerbaren Energien. So wurden in den vergangenen zwei Jahren weltweit fast 600 Milliarden US-Dollar in erneuerbare Energien investiert. Bereits Ende 2018 lag der Anteil der Erneuerbaren am Strommix in Deutschland bei über 40 Prozent. Angesichts der immensen Herausforderungen des Klimawandels und der politischen Ziele zur CO2-Reduktion dürfte der Markt auch in Zukunft interessant für Investoren bleiben. Dementsprechend können sich rund ein Viertel der Deutschen vorstellen, im Bereich der erneuerbaren Energien zu investieren, zeigt eine Ende 2018 erschienene Studie der Green City AG in Kooperation mit dem Institut für nachhaltige Kapitalanlagen.

Hohes Renditepotenzial auch im Immobilienbereich

Des einen Leid, des anderen Freud: Die sinkenden Zinsen spielen vor allem Bauherren, Immobilienkäufern und -anlegern in die Karten. Seit Sommer 2011 befinden sich die Bauzinsen quasi im freien Fall und haben im Herbst 2019 einen neuen historischen Tiefstand erreicht. Entsprechend dynamisch ist die Entwicklung am Immobilienmarkt. So stiegen die bundesweiten Quadratmeterpreise laut dem Postbank Wohnatlas 2019 im vergangenen Jahr inflationsbereinigt um 7,2 Prozent auf einen neuen Höchststand. Die eigene Immobilie als Wohnsitz, Altersvorsorge und Kapitalanlage – trotz vielerorts stark gestiegener Preise ist die die Nachfrage nach Wohneigentum ungebrochen und ein Ende des seit über zehn Jahren anhaltenden Immobilienbooms nicht in Sicht.

Nachhaltige Bauprojekte als grüne Sachwerte voll im Trend

Ein besonders hohes und langfristiges Wertsteigerungspotenzial bieten moderne und nachhaltige Immobilien, die sich durch innovative, umweltschonende und klimaneutrale Konzepte auszeichnen. Aufgrund Ihrer ökologischen und hochwertigen Bauweise sowie ihrer geringen Betriebs- und Unterhaltskosten erzielen nachhaltige Immobilien Höchstpreise bei Vermietung und Verkauf und bieten so noch einmal deutlich höhere Renditechancen. Insbesondere vor dem Hintergrund des von der Bundesregierung verabschiedeten Klimaschutzplans stellen nachhaltige Immobilien als grüne Sachwerte einen dynamischen Wachstumsmarkt mit lukrativen Anlagemöglichkeiten dar.

Entsprechend schnell wächst die Nachfrage nach Investments in nachhaltige Bauprojekte und Gebäude. Den zunehmenden Trend zu ethischen Immobilieninvestments verdeutlicht eine Privatanleger-Umfrage des Instituts für Nachhaltigkeit aus dem Herbst 2017, nach der rund 28 Prozent der Befragten nachhaltige Immobilien finanziell für besonders attraktiv halten.

Tipp: Neben dem Kauf und der Vermietung einer Immobilie ermöglichen Ihnen auch nachhaltige Kapitalanlagen in umweltfreundliche Gebäude und ökologische Bauprojekte eine direkte Beteiligung mit attraktiver Verzinsung, einem überschaubaren Anlagezeitraum und vergleichsweise niedriger Mindestanlage. Bei SKAPA finden Sie entsprechende Wertpapiere und Kapitalanlagen, mit denen Sie in ausgewählte nachhaltige Projekte investieren können.
Warum grüne Immobilien das Investment der Zukunft sind

Warum grüne Immobilien das Investment der Zukunft sind

„Grüne Immobilien“ sind der Immobilientrend der Zukunft. Immer mehr Anleger wollen daher in nachhaltige (Gewerbe-)Immobilien investieren. Klimaneutrales Bauen in Kombination mit der Digitalisierung und sozialen Aspekten schafft dabei eine stimmige Mischung, die gute Renditen und ethische Aspekte miteinander verbindet. Hier erfahren Sie, was es mit grünen Bauprojekten auf sich hat.