„Grüne Immobilien“ sind der Immobilientrend der Zukunft. Immer mehr Anleger wollen daher in nachhaltige (Gewerbe-)Immobilien investieren. Klimaneutrales Bauen in Kombination mit der Digitalisierung und sozialen Aspekten schafft dabei eine stimmige Mischung, die gute Renditen und ethische Aspekte miteinander verbindet. Hier erfahren Sie, was es mit grünen Bauprojekten auf sich hat.

 

Warum „grüne Immobilien“ mehr als nur ein Trend sind

Nachhaltigkeit ist eine globale Bewegung, die sämtliche Lebensbereiche durchdringt. Die Immobilienbranche steht dabei immer mehr im Fokus, da für Bauten erhebliche Mengen an Ressourcen eingesetzt und verbraucht werden. Es geht um nachhaltiges Bauen und die „Vergrünung“ bestehender Immobilien. Traditionell steht bei der Planung und Nutzung von privaten und gewerblichen Bauten deren Langfristigkeit im Zentrum. Genau hier setzt die Verbindung mit nachhaltiger Architektur an. Wer Nachhaltigkeit schaffen will, muss aktuelle Trends mit ökonomischem, ökologischem und gesellschaftlichem Wirkungsgrad nicht nur erkennen, sondern am besten vorwegnehmen. Nachhaltige Architektur ist dabei keine Einbahnstraße, sondern ein Prozess der ständigen Optimierung. Auf dem Markt gibt es zurzeit die folgenden Herausforderungen:

  • Produktlebenszyklen: Eine beschleunigte Produktentwicklung führt zu einer kürzeren Nutzungsdauer von Gebäuden. Nachhaltige Architektur erlaubt eine Rückbaubarkeit oder eine flexible Nutzung vor allem von gewerblichen Immobilien.
  • Demografischer Wandel: Der Anteil der Altersgruppe 60 plus an der Bevölkerung nimmt kontinuierlich zu. Um den Bedürfnissen dieser Zielgruppe gerecht zu werden, müssen entsprechende Wohnkonzepte erarbeitet werden.
  • Mehr Gesundheitsbewusstsein: Schadstofffreie Räume mit exzellenten raumklimatischen Bedingungen sind nicht nur im privaten Bereich, sondern vor allem bei gewerblichen Immobilien gefragt.
  • Straffere Gesetze: Die Gesetze in den Bereichen Energieverbrauch, Bauökologie und Arbeitssicherheit werden permanent verschärft. Nachhaltige Architektur schafft und erhält auch hier Werte.
  • Energiewende: Steigende Rohstoffpreise führen zu einer Konzentration auf die Gebäudenebenkosten. Eine nachhaltige Architektur, die erneuerbare Energien berücksichtigt, führt zu einem positiveren Image in der Wahrnehmung breiter Bevölkerungsgruppen.
  • Nachhaltige Immobilienkonzepte sind daher nicht einfach nur ein Trend, sondern tragen aktiv zu einer Verbesserung der Lebens- und Arbeitsqualität bei.

 

Nachhaltiges Bauen: Warum man den CO2-Emissionen Aufmerksamkeit schenken muss

Was der Immobilienbranche, aber auch den meisten Anlegern aktuell noch fehlt, ist eine genaue Definition davon, was nachhaltige Architektur als Kapitalanlage im Detail bedeutet. Eine Zertifizierung von Gebäuden ist ein erster Schritt in die richtige Richtung und schafft grundlegende Vergleichswerte. Allerdings gibt es noch keine Standards für „grüne Immobilien“. Orientierungspunkte im Bereich Klimaschutz und Energie liefern lediglich nationale und internationale Regularien, aber auch Initiativen wie der „Europäische Transparenz Kodex“ oder „Deneff“ in Deutschland. Trotz allem steht die Branche auch unter einem gewaltigen Zugzwang, der nicht nur durch die verpflichtende Nachhaltigkeitsberichterstattung und Verordnungen wie EnEV oder EEWärmeG vorgegeben ist. Das Pariser Klimaabkommen aus dem Jahr 2015 legt fest, dass der CO2-Ausstoß in Deutschland bis 2050 um 90 % reduziert werden muss. Dabei ist der Gebäudesektor in Deutschland für rund ein Drittel der gesamten CO2-Emissionen verantwortlich. In Zahlen ausgedrückt: Bis 2030 ist es notwendig, Treibhausgase von Immobilien von 119 Millionen auf 72 Millionen Tonnen abzusenken. Das bedeutet, im Jahr 2050 darf ein Gebäude maximal 14 kg CO2 sowie 100 kWh ausstoßen, beziehungsweise verbrauchen. Aktuell liegt der Wert bei 94 kg und 196 kWh.

 

Warum „grüne Immobilien“ für Anleger interessant sind

Anleger beziehen in ihre Kapitalentscheidungen vermehrt nachhaltige Architektur und „grüne Immobilien“ sowie ethische und soziale Kriterien ein. Doch die Motivation dahinter bleibt unternehmerisch: Projektentwickler berücksichtigen zwar die Wünsche der nachhaltig eingestellten Kapitalgeber, doch geht es bei „grünen Immobilien“ letztendlich um eine Value-Add-Strategie. Die Gebäude befinden sich auf dem modernsten Standard und „grüne“ Baumaßnahmen sind oft staatlich subventioniert. Da die Nachfrage im Bereich nachhaltige Architektur steigt, ist die Gefahr eines Leerstandes äußerst gering und das Vermarktungsrisiko sinkt. Zudem sind Mieter in nachhaltigen Immobilien im Durchschnitt solventer. Da „grüne Immobilien“, die auf klimaneutrales Bauen setzen und sich langfristig auf Portfolio- sowie Assetebene besser entwickeln, sind Anleger sogar bereit, eine Rendite von bis zu 0,65 Prozentpunkten weniger zu akzeptieren, was unter dem Strich immer noch lukrativ ist.

 

Die Rolle der Digitalisierung im Bereich nachhaltige Architektur

Nachhaltigkeit bedeutet auch, die Möglichkeiten der digitalen Vernetzung in einem Gebäude optimal zu nutzen. „Smart Real Estate“-Technologie ist in der Lage, die Betriebskosten einer Immobilie erheblich zu senken. Im Mittelpunkt steht dabei die Energieeffizienz. Schon mit wenig Aufwand lassen sich Verbrauchsdaten in einem Raum messen. Im Handumdrehen sind Klimatisierung und Beleuchtung angepasst. Wenn Aufzug, Licht- oder Heizungsanlagen fortwährend Daten untereinander austauschen und die perfekt aufeinander abgestimmte Technologie in einem Gebäude sich über Sensoren steuern lässt, kann der Energieverbrauch laut Expertenmeinungen um mindestens zehn Prozent gesenkt werden. Noch sind die Möglichkeiten, die solche „Smart Buildings“ bieten, nicht einmal ansatzweise ausgeschöpft. Investoren, die eine klare Entscheidung für eine Wohn- und Arbeitswelt der Zukunft treffen, beweisen damit auf vielen Ebenen Weitblick, da auf diese Weise Innovationen in der Branche gezielt gefördert werden.

 

Wie bemisst sich die Nachhaltigkeit bei einer Immobilie? 

Was ein Konzern genau unter Nachhaltigkeit versteht, legt die jeweilige Unternehmenskultur fest. Die Umsetzung dieser Ziele in der Immobilienbranche erfolgt daher als eine Kombination von unternehmerischem Handeln und der Immobilie selbst. Manche Unternehmen haben ihren eigenen Ethikkodex, andere orientieren sich am Deutschen Nachhaltigkeitskodex. Nicht vergessen dabei werden darf, dass Nachhaltigkeit in der Immobilienbranche zu einem bedeutenden Wettbewerbsfaktor avanciert ist. Eine Investition in eine Zertifizierung kann daher durchaus sinnvoll sein, obwohl auch nicht zertifizierte Gebäude die Ansprüche an nachhaltige Architektur erfüllen können. Immer wieder fällt in diesem Kontext der Begriff „Green Building„. Die Bezeichnung „grüne Immobilien“ stützt sich dabei auf ein Modell basierend auf den drei Säulen ökologisch, ökonomisch und sozial. Erst die Verschmelzung aller Punkte macht ein ambitioniertes Projekt zu einer nachhaltigen Immobilie:

  • Ökologische Aspekte: Klimaneutrales Bauen, ökologische Standortfindung, Nutzung regenerativer Energien, Minimierung von Wasser- und Flächenverbrauch
  • Ökonomische Aspekte: optimierte Bau- und Baunutzungskosten, intelligente Erneuerungs- und Wartungszyklen, Schutz von Vermögen
  • Soziale Aspekte: Berücksichtigung von Denkmalschutz und Baukultur, Integration unter städte- und landschaftsräumlichen Aspekten, Komfort und Barrierefreiheit

 

Wie lassen sich nachhaltige Immobilien vergleichen?

Nachhaltiges Bauen wird nicht einfach nur durch das Errichten eines „Green Building“ erreicht. Der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) hat daher ein Leitbild für Unternehmen der Immobilienwirtschaft formuliert. Herausgekommen ist dabei ein Nachhaltigkeits-Cluster, das die einzelnen Teilbereiche der Branche auf dieser Ebene miteinander verzahnt und somit Bewertung und Vergleich erlaubt. Die sieben Cluster widmen sich den unterschiedlichen geschäftlichen Schwerpunkten in der Immobilienbranche von der Planung und Konzeption über Betrieb und Vermietung, Investition, Finanzierung, Nutzung und Beratung bis hin zu Forschung und Lehre. So wird durch Selbstverpflichtung der teilnehmenden Unternehmen eine branchenweite Messbarkeit von Nachhaltigkeitsmaßnahmen ermöglicht.

 

„Grüne Immobilien“ bieten eine große Chance für Anleger

Nachhaltige Architektur und „grüne Immobilien“ sind keine in Beton gemeißelte Begriffe, sondern dynamischen Veränderungsprozessen unterworfen. Hier könnten aufgrund von Unschärfen in Bestimmungen und Erwartungen eventuell Risiken lauern. Das sollte Anleger nicht abschrecken, denn ein „Green Building“ garantiert, dass ein Objekt auch noch Jahrzehnte später den Umwelt- und Bauvorschriften entspricht. „Grüne Immobilien“ lassen sich dank niedriger Betriebs- und Unterhaltungskosten zu höheren Preisen verkaufen oder vermieten. Das schafft nicht nur attraktive Renditen, sondern auch Mehrwert durch ethisches Investment. Eine erste Orientierung, ob ein Gebäude Nachhaltigkeitskriterien erfüllt, sind verschiedene Prüfsiegel und Zertifikate wie LEED, DGNB oder BREEAM. Außerdem hilft ein Blick in den Kodex des ZIA, um ein Gefühl dafür zu entwickeln, was Nachhaltigkeit in der Immobilienbranche alles bedeuten kann.

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