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Nachhaltigkeit und Rendite von Öko-Fonds

Gute Produktions- und Arbeitsbedingungen, die Achtung der Menschenrechte, verantwortliches Wirtschaften, Umweltschutz und Klimabilanz – Unternehmen müssen sich heutzutage an nachhaltigen und ethischen Kriterien messen lassen. Viele Anleger achten bei ihren Investments genau darauf, von welchen Unternehmen sie Anteile erwerben. Vor diesem Hintergrund erfreuen sich grüne Fonds wachsender Beliebtheit. Betrug die Zahl der nachhaltigen Investmentfonds 2017 noch 433, so konnten deutsche Anleger laut der Ratingagentur Scope Analysis im März 2019 bereits zwischen 789 Produkten wählen. Das Anlagevolumen der Fonds hat sich von 85 Mrd. Euro (2017) auf 200 Mrd. Euro (2019) vervielfacht. Doch was genau sind die sogenannten Öko-Fonds, wie definieren sie Nachhaltigkeit und welche Anlageformen gibt es?

Was sind grüne Fonds?

Grüne Fonds sind eine Geldanlage, die sich aus Anlagen in besonders nachhaltige, ökologische oder ethische Unternehmen zusammensetzt. Bei nachhaltigen Fonds investieren Anleger folglich gezielt in Unternehmen, die bestimmte Kriterien in Bezug auf Umwelt und Gesellschaft, wertorientiertes Management oder Produktionsbedingungen einhalten. Es existiert keine einheitliche Definition der Auswahlkriterien, weshalb jeder Anbieter eines grünen Fonds individuelle Anforderungen und Kriterien an unternehmerische Nachhaltigkeit hat.

Grüne Fonds und Nachhaltigkeit

Wie definieren Anbieter von grünen Fonds Nachhaltigkeit und wie filtern sie die „guten Unternehmen“ heraus? Die Unternehmen in den Investmentfonds werden nach bestimmten ökologischen und gesellschaftspolitischen bzw. sozialen Kriterien und nach Kriterien der Unternehmensführung ausgewählt. Dabei können Anbieter von nachhaltigen Fondsanlagen auf zwei Weisen vorgehen:

  • Es werden im Voraus bestimmte Branchen, die ethische und nachhaltige Kriterien nicht erfüllen, ausgeschlossen – wie etwa die Waffen-, Alkohol-, Tabak- und Atomindustrie oder Branchen, die mit Kinderarbeit, Glückspiel oder Pornographie in Verbindung stehen.
  • Es werden nur die besten Unternehmen einer jeden Branche im Fonds gelassen, die in Sachen Ethik und Nachhaltigkeit den anderen Unternehmen ihres Bereiches voraus sind.
Die ESG Kriterien

Die ESG-Kriterien: Ökologisch, Sozial und Wirtschaftlich

Die ESG-Kriterien (kurz für Environment, Social und Governance), die das nachhaltige Handeln eines Unternehmens in Bezug auf Umwelt, Soziales und Unternehmensführung kennzeichnen, stecken den Rahmen für eine Auswahl der nachhaltigsten und ethischsten Unternehmen einer jeden Branche ab.

Am Ende definiert aber jeder Anbieter von nachhaltigen Geldanlagen seine eigene Negativliste und/oder Positivliste.

Für den Verbraucher bedeutet das, das bei einer Anlageentscheidung nicht immer sofort ersichtlich und nachvollziehbar ist, nach welchen Kriterien die Unternehmen in einem Nachhaltigkeitsfonds ausgewählt werden.

Somit sind auch nachhaltige Fonds-Produkte untereinander mitunter schwer vergleichbar.

Grün ist nicht immer grün: Öko-Fonds unter der Lupe

Nicht jedes ethisch-ökologische Finanzprodukt leistet automatisch einen Beitrag zum Klimaschutz oder zu mehr sozialem Handeln. Am Markt existieren beispielsweise Fonds, die auch in Branchen wie den Kohleabbau oder die Erdölförderung investieren. Anleger befördern mit einer solchen Geldanlage sogar indirekt den Ausstoß von Treibhausgasen – unter Umständen sogar mehr, als sie es durch die Investition in einen konventionellen Fonds tun würden. Fonds, die aus jeder Branche das jeweils nachhaltigste Unternehmen in ihrem Portfolio belassen, fördern ebenfalls nicht zwangsläufig Nachhaltigkeit. Denn das in einer einzelnen Branche am nachhaltigsten und verantwortungsvollsten handelnde Unternehmen muss nicht zwangsläufig ein Unternehmen sein, dass man – für sich betrachtet – tatsächlich als nachhaltig bezeichnen würde.

Anleger sollten demnach nachhaltige Investmentfonds genau unter die Lupe nehmen und sich über die Zusammensetzung des Fonds und die Negativkriterien des Fonds-Anbieters genau informieren. Will ein Anleger sicher gehen, welche Definition von Nachhaltigkeit seiner grünen Geldanlage zugrunde liegt, können andere nachhaltige Geldanlagen wie einzelne Wertpapiere oder Investitionen in einzelne Projekte die bessere Lösung sein. Anbieter umweltbewusster Investmentprojekte wie Banken, Investmentberater oder auch Finanzplattformen wie SKAPA-Invest legen offen ihre Negativ- und Positivkriterien dar, die zur Beurteilung der Nachhaltigkeit einer Investmentmöglichkeit eingesetzt werden.

Vorteile und Nachteile von grünen Fonds gegenüber anderen nachhaltigen Geldanlagen

Bei einem grünen Fonds wird das Investment in der Regel breit auf eine Vielzahl an nachhaltig wirtschaftenden Unternehmen gestreut, anstatt wie bei anderen nachhaltigen Geldanlagen nur in ein einzelnes Unternehmen oder ein bestimmtes Projekt zu investieren (Risikomischung durch Diversifikation). Bei einem Fonds mindert sich das Anlagerisiko, je breiter dieser aufgestellt ist. Doch auch ein Öko-Fonds birgt wie jeder Investmentfonds Risiken wie etwa das Marktrisiko, Währungsrisiko und Klumpenrisiko. Anleger sollten bei der Auswahl des passenden grünen Fonds demnach einiges beachten.

Die Auswahl passender Nachhaltigkeitsfonds

Grüne Fonds sind längst keine Nische am Finanzmarkt mehr. Die Auswahl an ökologischen und ethischen Fonds ist groß und wird kontinuierlich umfassender.

Öko-Fonds: Welche nachhaltigen Anlageformen gibt es?

Dabei kann zwischen zwei unterschiedlichen Formen nachhaltiger Fonds unterschieden werden:

  • Aktiv gemanagte Fonds (Mischfonds oder reine Aktienfonds): Hier wählt ein Fondsmanager die nachhaltigen Aktien für den Fonds aktiv aus und stellt ein individuelles Portfolio zusammen. Der Fondsmanager entscheidet dabei, welche Aktien er für besonders nachhaltig und rentabel hält. Durch die fortwährende aktive Verwaltung des Fonds können vergleichsweise höhere Verwaltungsgebühren anfallen.
  • Börsennotierte Indexfonds (nachhaltige ETFs): ETF Indexfonds bilden nachhaltige Aktienindizes von Indexanbietern wie MSCI oder Dow Jones ab. Sie streuen breit auf die in dem jeweiligen Marktindex enthaltenen Unternehmen. Als passiv gemanagtes Finanzprodukt sind sie in der Regel deutlich kostengünstiger.

Welche grüne Anlageform passt zu mir?

Grüne Fonds sind für Anleger attraktiv, die nicht nur auf einzelne nachhaltige Aktien setzen möchten. Die Auswahl des passenden Öko-Fonds bemisst sich an der Risikobereitschaft des Anlegers ebenso wie an der individuellen Definition von Nachhaltigkeit.

Anbieter müssen sich folgende Fragen stellen: Soll es ein grüner Fonds sein, der

  • besonders viele Negativkriterien (Ausschlüsse) aufweist?
  • bestimmte Branchen ausschließt, nur bestimmte Unternehmen einer jeden Branchen aufnimmt oder nur eine nachhaltige Branche betrachtet?
  • entweder nur wenige Aktien oder viele Aktien bündelt?
  • ein aktiv gemanagter Fonds oder ein kostengünstiger, passiver ETF-Fonds ist?

Fonds, die nur auf Unternehmen einer einzigen Branche – beispielsweise nur auf erneuerbare Energien – setzen, sind risikoträchtiger. Für risikoscheue Anleger sind breit gestreute Fonds, also nachhaltige Fonds, die Aktien von Unternehmen verschiedener Branchen, Länder und Währungen abbilden, zumeist die bessere Wahl. Aktiv gemanagte Fonds sind besonders für Erstanleger attraktiv, während ETF-Fonds zwar kostengünstiger sind, aber auch einiges an Vorwissen benötigen.

Performance grüner Fonds und Rendite

Grüne Fonds und nachhaltige ETFs weisen im Normalfall keine wesentlich höheren Kosten als konventionelle Geldanlagen auf. In Nachhaltigkeit kann somit jeder Anleger investieren und dabei auf eine gute Rendite hoffen. Nach einer Analyse der Fondsratingagentur Morningstar weisen grüne Fonds mit ESG-Mandat im Vergleich zu konventionellen Fonds eine überdurchschnittlich gute Performance auf. Dabei wird Geldanlagen, die ihren Schwerpunkt auf dem Umweltaspekt haben, laut einer Umfrage der Fondsgesellschaft NN Investment Partners mehr Renditepotential zugetraut. Die ESG-Kriterien können einen positiven Einfluss auf das Rendite-Risiko-Profil einer nachhaltigen Geldanlage haben.

Fazit zu grünen Fonds als nachhaltiges Investment

Öko-Fonds bleiben gefragt und liefern in der Regel eine gute Rendite. Grüne Fonds sind eine nachhaltige Geldanlage für alle Anleger, die breit auf Aktien setzen wollen, dabei aber die Gewissheit haben wollen, mit ihrem Investment Aspekte wie Umwelt- und Klimaschutz, vernünftiges Wirtschaften und Verantwortung für Menschen und Gesellschaft zu befördern. Angesichts der Vielzahl von Zusammensetzungen, Ausrichtungen und Varianten sowie unterschiedlicher Nachhaltigkeitskriterien sind jedoch grüne Fonds zugleich für viele Anleger sehr unübersichtlich. Die Auswahl in einzelne Wertpapiere, die in konkrete nachhaltige Projekte investieren, können eine Alternative für Anleger sein, die selbst Projekte auswählen und bewerten wollen. Dabei helfen Plattformen, wie SKAPA.

Warum grüne Immobilien das Investment der Zukunft sind

Warum grüne Immobilien das Investment der Zukunft sind

„Grüne Immobilien“ sind der Immobilientrend der Zukunft. Immer mehr Anleger wollen daher in nachhaltige (Gewerbe-)Immobilien investieren. Klimaneutrales Bauen in Kombination mit der Digitalisierung und sozialen Aspekten schafft dabei eine stimmige Mischung, die gute Renditen und ethische Aspekte miteinander verbindet. Hier erfahren Sie, was es mit grünen Bauprojekten auf sich hat.