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Ethische und ökologische Investitionen liegen im Trend

Umweltbewusstsein, Chancengleichheit und ethisches Bewusstsein: Diese Standards werden seit einigen Jahren immer wichtiger, auch in der bisher renditezentrierten Finanzwelt. Kapitalanlageunternehmen bieten nachhaltige Geldanlagen an. Dabei versuchen sie dem Anspruch gerecht zu werden, Investitionsprojekte anzubieten, die den Anlegern eine angemessene Rendite sichern. Gleichzeitig sollen diese Projekte der Umwelt, Gesellschaft und nachfolgenden Generationen keinen Schaden zufügen. Die Gesamtsumme, die 2018 in alternative Anlagen floss, betrug 171 Milliarden Euro, was einer neun-prozentigen Steigerung im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Daran wird deutlich: Der Trend geht klar zu ethischen Investments.

Nachhaltigkeit und Investments – Was macht grüne Geldanlagen aus?

Ethisches Investment impliziert bereits den Fokus auf Nachhaltigkeit, Verantwortungsbewusstsein und ökologische Verträglichkeit. Dagegen werden alternative Anlagemöglichkeiten durch eine Negativliste bestimmt, die alle Unternehmen ausschließen, deren Handeln den Grundsätzen der Nachhaltigkeit entgegenstehen. Rüstungsindustrie, Atomindustrie, aber auch einige Zweige der Chemieindustrie sowie Unternehmen, die fossile Brennstoffe fördern, kommen nicht als Anleihegeber für eine nachhaltige Geldanlage infrage. Weitere Ausschlusskriterien beinhalten Firmen, die Kinderarbeit nutzen oder in anderer Weise gegen die Menschenrechte verstoßen. Die Negativliste orientiert sich in hohem Maß an internationalen Normen von OECD, ILO, UN und anderen Institutionen.

Eine Positivliste bewertet nach der Aussortierung grüne Anlagemöglichkeiten. Diese richten sich nach den sogenannten ESG-Kriterien, die das nachhaltige Handeln von Unternehmen in Bezug auf Environment (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (gute Unternehmensführung) kennzeichnen. Engagement in diesen Bereichen kann folgende Formen annehmen:

  • Sozial: Menschenfreundliche Arbeitsbedingungen bei fairer Entlohnung, Einhalten der Arbeitsrechte, Maßnahmen gegen Diskriminierung, Mobbing und Sexismus, Vereinigungs-/Gewerkschaftsfreiheit etc.
  • Ökologisch: Bewusste Nutzung erneuerbare Energie, ressourcenschonende Produktionsprozesse und Arbeitsweisen, Verringerung des CO2-Ausstoßes, Abschaffung von Tierversuchen etc.
  • Wirtschaftlich: Transparente Unternehmensführung/Aufsichtsratsbesetzung, langfristige Unternehmensziele mit Fokus auf Nachhaltigkeit, nachvollziehbare Vergütung des Vorstands, verstärktes Mitspracherecht für Aktionäre etc.

Daran lässt sich gut erkennen, dass nachhaltige Geldanlagen nicht mit dem reinen Umweltbewusstsein in Verbindung gebracht werden dürfen. Stattdessen sollten die anderen beiden Aspekte dabei nicht außer Acht gelassen werden.

Der Best-in-Class-Ansatz wählt unter den investitionswürdigen Unternehmen diejenigen aus, die in Bezug auf die ESG-Kriterien besonders herausragend sind. Dadurch haben Privatanleger einen besseren Überblick über nachhaltige Geldanlagen.

Mit Investitionen Entscheidungen treffen: So funktioniert nachhaltiges Investieren

Grüne Investments, auf die die ESG-Kriterien zutreffen, folgen denselben Überlegungen wie normale Geldanlagen. Der Investor muss sich drei Fragen stellen:

  1. Wie lange möchte ich mein Geld anlagen? (Liquidität)
  2. Wie groß soll das Risiko der Geldanlage sein? (Volatilität)
  3. Welchen Gewinn möchte ich erzielen? (Rendite)

Finanz- und Anlageberater, Banken oder Finanzplattformen bieten nachhaltige Anlageformen mit verschiedenen Laufzeiten, Risiken und entsprechenden Renditen an. Möchten Anleger auf sichere und langfristige Geldanlagen setzen, sind offene Investmentfons eine gute Option. Steht die Höhe der Rendite neben dem ökologischen Ansatz im Fokus, lässt sich über die Investition in grüne Immobilien oder in geschlossene Investmentfonds nachdenken. Das Risiko dieser Geldanlagen liegt aber höher als bei anderen Investitionsarten.

Vor jedem ökologischen Investment sollten Anleger mit einem Experten, einer Bank oder einem Berater ihres Vertrauens sprechen. Selbstverständlich können Investoren auch selbst ein Depot mit entsprechenden Fondsanteilen anlegen. Hier lohnt sich genau hinzusehen, denn die Auswahlkriterien unterscheiden sich von Fonds zu Fonds: Ein Test der Verbraucherzentrale attestierte 2017 vielen grünen Fonds Nachbesserungsbedarf bei den ethischen Geldanlagen.

Finanzielles: Wie schütten nachhaltige Investitionen Rendite aus?

Investitionen in nachhaltige Unternehmen binden durch die positiven Werte, in die investiert wird, Anleger an sich und vermitteln das positive Gefühl von Sicherheit durch Transparenz und Ehrlichkeit. Dieses Vertrauen der Investoren wird bei mittel- und langfristiger Betrachtung belohnt. Neben der erhofften Rendite überzeugt das sogenannte Impact Investment mit dem Einfluss, den die nachhaltigen Geldanlagen voraussichtlich haben werden.

Dennoch rechnen sich grüne Investitionen durch den Leverage-Effekt, den alternative Geldanlagen mehr noch als andere Investmentpakete nutzen: Projekte finanzieren sich durch Fremdkapital, dessen Fremdkapitalzins niedriger ist als die zu erwartende Rendite des Projekts. Nachhaltige Geldanlagen haben hierbei den Vorteil, dass ihre nachhaltige Anlage auf eine langfristige Wertsteigerung ausgelegt ist. Sie investieren in die Zukunft, damit der Wert lange erhalten bleibt. Grüne Immobilien zum Beispiel sparen die Nebenkosten über viele Jahre hinweg ein. Anlage zur Gewinnung von regenerativer Energie (Solaranlagen, Photovoltaik, Windkraft) sind auch nach Ablauf der Abschreibungsfrist weiterhin nutzbar.

Nachhaltige Rendite: Lohnen sich nachhaltige Investments?

Das Erzielen von Gewinnen steht für grüne Anleger zwar nicht allein im Vordergrund, dennoch schütten alternative Geldanlagen angemessene Renditen aus. Laut der Studie „Nachhaltigkeit contra Rendite? Die Implikationen nachhaltigen Wirtschaftens für offene Immobilienfonds“ der Universität Regensburg besteht kein antagonistisches Verhältnis zwischen erzielbarer Rendite und nachhaltiger Ausrichtung der Fonds. Mittel- und langfristig schneiden nachhaltige Investitionen oft sogar besser ab als konservative Formen. Wer nicht auf kurzfristigen Gewinn aus ist, für den können nachhaltige Geldanlagen eine lohnenswerte Alternative sein.

Nachhaltig investieren dank unterschiedlicher Anlageformen

Mit dem wachsenden Interesse an nachhaltigen Investitionsformen und dem steigenden Bewusstsein für klimaneutrales Bauen entwickeln sich zunehmend nachhaltige Finanzservices für bewusste Anleger. Von grünen Sparbüchern, Tagesgeld- oder Festgeldkonten über nachhaltige, internationale Investmentfonds bis hin zu grünen Immobilien oder nachhaltigen Aktien-Indexfonds (ETFs) – die Anlageformen passen sich immer mehr den Bedürfnissen der Anleger an. Ein Großteil der nachhaltig orientierten Anleger investierte im Jahr 2017 in Unternehmensanleihen (37 Prozent), in Aktien nachhaltiger Betriebe (31 Prozent) sowie in Staatsanleihen (15 Prozent). Als weitere wesentliche Assetklassen führte die Statista-Studie zur Verteilung nachhaltiger Geldanlagen Venture Capital, supranationale Anleihen, Immobilien und Bankeinlagenn auf.

Welche nachhaltigen Geldanlagen passen zu mir?

Wertanlagen, Anleihen, Aktien, Immobilien – die Welt der Finanzanlagen erscheint vielen Anlegern ohnehin schon unübersichtlich. Grüne Anlageformen fordern einen weiteren prüfenden Blick. Klimafreundliche oder nachhaltige Investitionen sind wie konventionelle Geldanlagen individuell kombinierbar:

Investitionsart Beispiele Risiko Laufzeit Rendite
Grüne Sparanlagen Girokonto, Sparbrief, Ratensparverträge Gering,
Gesichert durch EU-Einlagensicherung bis 100.000 Euro
unbegrenzt 0,00 bis 0,1 %
Nachhaltige Investmentfonds & Aktien Offene Fonds, Indexfonds & ETFs Relativ gering, Risikomischung durch Diversifikation unbegrenzt 2 bis 4 % im Durchschnitt
Grüne Kapitalanlagen Geschlossene Immobilienfonds, Genussrechte Totalverlustrisiko durch evtl. Nachschusspflichten 15 bis 25 Jahre 5 bis 7 % im Durchschnitt

Auf nachhaltiges Investment spezialisierte Banken helfen Ihnen bei Ihrem Wunsch, soziale und umweltbewusste Projekte zu unterstützen. Diese Banken sind zum Beispiel die GLS Bank, die Umweltbank oder die Ethikbank, aber auch Finanzplattformen wie SKAPA Invest und unabhängige Investmentberater. Anleger engagieren sich für nachhaltige, verantwortungsvolle Wirtschaften und werden zugleich mit einer angemessenen Rendite belohnt. Online-Renditerechner helfen zusätzlich bei der Entscheidung.

Nachhaltiges Investieren bei Eintritt in die Rente: Was muss ich beachten?

Die Generation der Babyboomer verabschiedet sich in den nächsten Jahren in die Pension, annähernd eine Million Menschen erreichen im kommenden Jahr das Rentenalter. Viele Neurentner suchen laut des deutschen Fondsverbands BVI nun rentable Investitionsmöglichkeiten zum Beispiel für ihre fällige Lebensversicherung, aber auch für bisher Gespartes. Bei nachhaltigen Geldanlagen sollten private Investoren darauf achten, dass die Inflationsrate von der Rendite gedeckt ist. Derzeit liegt die Teuerung bei etwas 2 Prozent. Eine breite Streuung der nachhaltigen Anlagen ist auch für Menschen im Rentenalter noch sinnvoll, denn risikobehaftete Anlageprodukte werden immer unattraktiver, je älter der Investierende wird. Eine Beratung durch Finanzexperten hilft Interessierten, bei der Zusammenstellung der nachhaltigen Geldanlagen den richtigen Mix aus Aktien, Anleihen oder grünen Immobilieninvestments zu finden.

Klimafreundliche Investments: Kurzlebiger Trend oder zukunftsträchtige Anlagestrategie?

Hat grünes Investieren Zukunft? Bleibt der Trend zur Nachhaltigkeit nur ein kurzfristiges Phänomen oder stößt er tatsächlich ein Umdenken an? Der Anlagemarkt für bewusste Finanzierungslösungen erreichte 2018 den Rekordwert von 171 Mrd. Euro Anlagevolumen und übertraf die Investitionssumme des Vorjahres damit um 9 Prozent. Dass dieser Aufwärtstrend weiter anhält, davon geht das Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) aus. Experten schätzen  vor allem den EU-Aktionsplan „Finanzierung nachhaltigen Wachstums“ als wegweisen ein. Die EU-Kommission möchte zudem institutionelle Investoren stärker in die Pflicht nehmen, wodurch sich FNG-Geschäftsführerin Claudia Tober eine weiterhin positive und langfristige Wirkung auf den nachhaltigen Finanzmarkt verspricht.

Fazit zu nachhaltigen Geldanlagen

Mit Investitionen etwas bewegen: Nachhaltige Geldanlagen sind definitiv ein Weg, um mit gutem Gewissen Investitionen zu tätigen. Leicht ist die Auswahl der passenden Anlageform dennoch nicht, denn der grüne Anleger muss sich über Sicherheit, Laufzeit und Rendite ebenso klar werden wie über die ethischen Werte, die er mit seiner Geldanlage unterstützen möchte. Dass nachhaltiges und klimafreundliches Investieren Zukunft hat, darüber sind sich Finanzportale und Marktforscher aber einig, denn die langfristig angelegte Wertschöpfung trägt Früchte, wenn sich Anleger Zeit nehmen und sich umfassend beraten lassen.

Häufig gestellte Fragen zum nachhaltigen Investieren

Was bedeutet überhaupt der Begriff Nachhaltigkeit?

Im Allgemeinen setzt sich die Bedeutung aus ökologisch, sozial und ökonomisch zusammen. Fälschlicherweise wird das Wort Umweltbewusstsein häufig mit Nachhaltigkeit gleichgesetzt, obwohl es nur einer der drei Aspekte darstellt.

Laut Duden ist es ein „Prinzip, nach dem nicht mehr verbraucht werden darf, als jeweils nachwachsen, sich regenerieren, künftig wieder bereitgestellt werden kann“.

Was sind nachhaltige Geldanlagen?

Diese bezeichnen ethische, soziale, ökologische und ökonomische Investments, die der ESG entsprechen.

Wie kann ich darin investieren?

Dies funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie bei herkömmlichen Geldanlagen. Es kann sich auch hier um Aktien, alle Arten von Fonds, Immobilien und Sparkonten handeln. Bei nachhaltigen ETFs sollten Anleger auf die beiden Indexanbieter MSCI und Dow Jones achten, in denen nachhaltige Aktien vertreten sind.

Sind grüne Investitionen sicher?

Ressourcenschonende und nachhaltige Wirtschaft bringt nicht nur ein gutes Image, sondern ist auch langfristig erfolgreich. Dadurch besteht eine größere Erfolgschance, die sich auch auf Ihre Investitionen auswirkt.

Sind ethische Kapitalanlagen genauso rentabel wie andere?

Ja, nachhaltige Geldanlagen sind genauso ertragsreich wie normale Alternativen. Sie erhalten je nach Investitions-Menge und -Art die gleichen Erträge, wenn nicht sogar bessere. Dies liegt daran, dass nachhaltige Projekte zukunftsfördernd sind und daher mehr Nutzen bringen als andere Optionen.

Warum grüne Immobilien das Investment der Zukunft sind

Warum grüne Immobilien das Investment der Zukunft sind

„Grüne Immobilien“ sind der Immobilientrend der Zukunft. Immer mehr Anleger wollen daher in nachhaltige (Gewerbe-)Immobilien investieren. Klimaneutrales Bauen in Kombination mit der Digitalisierung und sozialen Aspekten schafft dabei eine stimmige Mischung, die gute Renditen und ethische Aspekte miteinander verbindet. Hier erfahren Sie, was es mit grünen Bauprojekten auf sich hat.