Gold-Boom in Deutschland zu Krisenzeiten

Wer sich mit Geldanlagen sowie den verschiedenen Anlagestrategien befasst, stößt irgendwann zwangsläufig auf das weltweit älteste Zahlungsmittel: Gold.
Kein anderer Rohstoff ist in Deutschland so beliebt wie dieses Edelmetall. Zusammen mit allen Haushalten und den Banken besitzen wir mittlerweile mehr Gold als jedes andere Land. Deutsche Haushalte horten dabei sowohl Schmuckstücke, Goldmünzen als auch Goldbarren.

Besonders in Krisenzeiten greifen immer mehr Menschen auf das wertvolle Material zurück. Doch ist das wirklich sinnvoll? Bevor Anleger in dieses Edelmetall investieren, sollten sie sich verstärkt damit auseinandersetzen.
Wie sinnvoll sind größere Anlagen in Gold? Wie verhält sich das Edelmetall als Kapitalanlage? Warum ist die Investition in diesen Rohstoff nicht so sicher und rentabel?
Wir erklären, was Anleger beachten sollten, die ihr Geld in Gold anlegen möchten.

Gold als Geldanlage

Die Deutschen lieben ihr Gold, da es ihnen ein Gefühl der Sicherheit der Sicherheit gibt. Doch beruht diese Wahrnehmung auf Tatsachen? Denn viele Anleger haben Gold bereits als Geldanlage für sich entdeckt.

Worin liegen wirklich die Vor- und Nachteile dieser Investitionsart? Im direkten Vergleich mit Silber besticht Gold durch die fehlende Mehrwertsteuer, da es ein anerkanntes Zahlungsmittel ist. Weiter sprechen für bzw. gegen Gold als Anlage folgende Fakten:

Wovon ist der Goldpreis abhängig?

Der größte Nachteil dieser Geldanlage besteht im wechselnden Goldkurs. Umso mehr Leute sich für Gold interessieren, desto höher wird der Preis. Die Nachfrage ist jedoch unberechenbar.
Obwohl niemand die Wertentwicklung des Goldes vorhersagen kann, zeigt der Rückblick einen klaren Trend. Der Goldpreis stieg immer während:

  • Eines niedrigen Zinsniveaus
  • Einer globalen Krise
  • Der Aktienkurs sank

Nicht uninteressant ist zudem, dass das Edelmetall in Dollar ausgezahlt wird. Das bedeutet für den Verkauf, dass Anleger bei einem schlechten Dollarkurs Verluste einfahren können. Damit schützt selbst Gold nicht vor einer Inflation.

Wie erfahren Anleger den aktuellen Goldwert?

Im sogenannten Goldfixing ermittelt die Börse zweimal am Tag den Goldpreis-Richtwert. Dabei gilt der Preis pro Feinunze. Diese Daten findet jeder auf öffentlichen Websites im Internet.

Wie viel Geld sollte man in Gold anlegen?

Geld in Gold anzulegen, bringt keine andren Erträge. Im Gegensatz zu anderen Anlageklassen gibt es keine Zinsgewinne. Nur durch das direkte Verkaufen des Goldes kann man Rendite erwirtschaften. Daher sollten Privatanleger nur einen kleinen Teil ihres Kapitals in dieses Edelmetall investieren. Finanzexperten raten dazu, nur fünf bis maximal 10 Prozent des gesamten Vermögens in Gold anzulegen. Die Goldanlage sollte, wenn überhaupt, nur einen geringen Teil jeder Anlagestrategie bilden.

Wie können Investoren ihr Geld in Gold anlegen?

Privatanlegern stehen verschiedene Möglichkeiten offen, um ihr Portfolio mit der Geldanlage Gold zu erweitern. Die bekanntesten sind dabei:

  • Wertpapiere
  • Schmuck
  • Barren
  • Münzen

Tatsächliches Gold rechnet der Staat nicht zum eigenen Vermögen. Wenn jemand beispielsweise arbeitslos wird und Hartz IV beantragen müssten, ist es für die Höhe der Sozialleistung unwichtig, wie viel physisches Gold er besitzt.

Gold als Wertpapier

Bei Wertpapieren gibt es weitere Unterteilungen:

  • ETFs (Exchange Traded Funds)
  • ETCs (Exchange Traded Commodities)

In Deutschland müssen Fondsmanager ihre ETFs auf mehrere Anlagen aufteilen. Gold gilt jedoch nur als eine Anlage, weshalb es keinen reinen deutschen Gold-ETF gibt. Dies ist nur an ausländischen Börsen möglich. Im Gegensatz dazu bilden Gold-ETCs die Entwicklung des Goldpreises nach. Dabei müssen die herausgegebenen Zertifikate vollständig mit tatsächlichem Gold hinterlegt werden.

> In beiden Fällen besitzen Privatanleger jedoch nur ein Papier, kein physisches Gold. Wichtig ist hier zudem, dass das Finanzamt die Wertpapiere zum Vermögen der Privatperson anrechnet.

Schmuck als steuerfreie Investition

Wer lieber tatsächliches Gold in den Händen halten möchte, kann zu Goldschmuck greifen. Der einfache Zugang spricht besonders für diese Geldanlage.

Jedoch ist besonders diese Geldanlage sehr unsicher. Der Wert eines Rings oder einer Kette ist noch weniger vorherzusehen als der Goldpreis. Im schlimmsten Fall können Besitzer beim Verkauf nur den Goldwert erreichen.
Dennoch sind diese Wertgegenstände immer noch sehr beliebt. Dies liegt daran, dass Schmuck getragen sowie gesehen werden kann. Die Menschen verwenden Schmuckstücke in ihrem Alltag und erfreuen sich an deren Schönheit, so lange sie diese besitzen.

Münzen oder Barren kaufen?

Besonders im Investitionsbereich sind Goldbarren sowie Goldmünzen beliebt, da sie international anerkannt und geprüft sind. Anlagemünzen sollten dabei folgende Kriterien erfüllen:

  • Nach 1800 geprägt worden
  • Legierung von 999er Gold
  • Im Herkunftsland einmal als gesetzliches Zahlungsmittel anerkannt worden sein

Mit diesen Voraussetzungen sind die Goldmünzen steuerfrei und zählen als Bargeld. Bekannte Beispiele solcher Anlagemünzen sind „Krügerrand“, „Maple Leaf“ oder „Wiener Philharmoniker“.

Barren sollten ebenfalls nur die höchste Legierung haben. Praktischerweise stehen auf den Goldbarren immer die wichtigsten Eigenschaften. Auf diese sollten Käufer immer achten:

  • Goldgehalt
  • Gewicht
  • Kosten

Wo erhalten Anleger Gold?

Obwohl es kaum noch unbekannte Goldvorräte auf der Erde gibt, können Goldsucher selbst in Deutschland noch kleine Funde im natürlichen Raum ergattern. Allerdings ist das nicht besonders lukrativ, denn wenn Menschen in großem Maße nach Gold suchen, gibt es einige Regularien, die man beachten muss.

Wer wirklich Geld in Gold anlegen möchte, ist mit einem professionellen Verkäufer besser bedient. Auf seriösen Internetseiten finden Interessierte verschiedene Anbieter. Auch im regionalen Handel gibt es Möglichkeiten, wie beispielsweise in Schmuckgeschäften. Dabei dürfen Käufer bis zu einem Wert von 1999,99 Euro anonym bleiben. Privatanleger, die Gold im Wert von über 2.000 Euro kaufen, müssen sich allerdings ausweisen.

Lassen Sie sich nicht von Trickbetrügern reinlegen! Immer wieder hört man in den Nachrichten von Kriminellen, die gefälschtes Gold verkaufen. Lassen Sie lieber die Finger von privaten Anbietern, um nicht auf Verbrecher hereinzufallen.

Ist Gold eine sichere Alternative in Niedrigzinszeiten?

Tagesgeldkonten, Festgeld oder Sparbücher sind beliebte und sichere Geldanlagen. Doch in Zeiten von Niedrigzinsen fällt die Rendite nur minimal aus. Sparer, die Geld in Gold anlegen möchten, übersehen häufig, dass diese Investition nicht sicher ist. Der Wert des Goldes schwankt unberechenbar, weshalb die Sicherheit auf keinen Fall mit einer der konservativen Sparmöglichkeiten gleichzusetzen ist. Zudem bringt Gold selbst in Niedrigzinszeiten weniger Zinsen als Sparbücher. Das liegt daran, dass Gold niemals Zinsen abwirft. Aus diesem Grund sind die verschiedenen Investitionsmöglichkeiten nicht miteinander vergleichbar. Ergänzend bilden sie zusammen ein Portfolio, jedoch sollte ein Festgeldkonto nicht durch eine Goldinvestition ersetzt werden.

Sicherungsverwahrung ist nicht umsonst

Die Einlagensicherung der Banken für Tagesgeld– und Festgeldkonten ist kostenlos. Wenn Sparer allerdings Gold sicher verwahren wollen, stehen sie vor der nächsten kostenpflichtigen Entscheidung:

  • Das Gold zu Hause lagern
  • Das wertvolle Edelmetall in ein Schließfach deponieren

Bei einer Bank kostet eine Einlagerung im Jahr bereits zwischen 70 und 80 Euro. Doch je größer das Bankschließfach ist, desto teurer wird es auch. Zudem ist es nicht sicher, dass die Bank überhaupt noch freie Kapazitäten hat. Für Anleger, die Ihr Gold zu Hause verwahren, ist dies nicht unbedingt kostenfrei. Eine zusätzliche Versicherung ist gerade bei hohem Wert unabdingbar.

Ist Gold eine kluge Anlagemöglichkeit?

Das eigene Geld alleine in Gold anzulegen ist keine schlaue Idee. Es gibt keine Zinsen, der Wert ändert sich unvorhersehbar. Somit ist Gold keine sichere Anlage und hat eine ähnliche hohe Risikobewertung wie eine Aktie.

Privatanleger sollten nur in Verbindung mit anderen Geldanlagen sinnvoll in Gold investieren. Alle Anlagestrategien setzen stets auf ein gemischtes Portfolio. Daher können Goldliebhaber stets einen kleinen Teil ihres Kapitals in dieses Edelmetall stecken. Gold wird vermutlich niemals vollständig an Wert verlieren, weshalb es als geringes Polster vor dem Totalverlust dienen kann. Doch große Gewinne wird die Anlage in Gold voraussichtlich nicht bringen.

Rentenfonds

Rentenfonds

Mit einer privaten Altersvorsorge langfristig investieren. Erfahren Sie mehr über die Methoden, Phasen und Sicherheiten. Einfach & verständlich veranschaulicht.

Private Altersvorsorge

Private Altersvorsorge

Mit einer privaten Altersvorsorge langfristig investieren. Erfahren Sie mehr über die Methoden, Phasen und Sicherheiten. Einfach & verständlich veranschaulicht.