Wie entscheide ich
mich für eine
Anlageform?

  

Je höher die Rendite, umso risikoreicher das Investment: Dieser Grundsatz des Finanzmarkts dient Anlegern weiterhin als Orientierung, wenn sie die Rentabilität und die Sicherheit von Geldanlagen vergleichen möchten. Auch deshalb vertrauen die meisten deutschen Sparer weiterhin ihrem Sparbuch, obwohl ihr Geld bei 0,1 Prozent Zinsen und 2,0 Prozent Inflationsrate jedes Jahr an Kaufkraft und damit an Wert verliert. Von uns erfahren Sie, warum risikoreiche Projekte Investoren mit hohen Zinsen bzw. Erträgen locken und wie Sie Anlageformen identifizieren, die trotz Sicherheit dennoch rentabel sind.

Wonach bemessen sich Rendite und Risiko von Finanzprodukten?

Die Rendite errechnet sich aus dem jährlichen Ertrag einer Geldanlage, welcher auf den Kapitaleinsatz des jeweiligen Investors umgelegt wird. Gemeinhin spricht man auch von den Renditeerwartungen auf den eigenen Kapitaleinsatz. Das investierte Geld mit implizierten Risiken muss nämlich so verzinst werden, dass genug Anreiz besteht, das Geld nicht zu sparen oder alternativ zu investieren. Insofern richtet sich die Bereitschaft, Zinsen zu zahlen, auch nach den Erwartungen der Investoren und ihrer Bereitschaft, Geld zu investieren. Wie die Börse täglich zeigt, geht es dabei auch um viele weiche Faktoren wie Emotionen, Ängste und spekulative Erwartungen.

Verspricht Ihnen ein Unternehmen oder eine Bank eine Rendite von 10 Prozent, geht der Betrieb davon aus, dass er in einem Jahr mindestens 10 Prozent Gewinn einfährt. Je nach Anlagezeitraum handelt es sich bei dieser Zahl um einen Durchschnittswert. In der Regel gilt, dass hohe Zinsen mit einem hohen Risiko korrelieren, sein Investment zu verlieren oder weniger ausgeschüttet zu bekommen. Anlagewillige sollten sich genau informieren, wie das Unternehmen, die Bank oder die Investmentgesellschaft die versprochene Rendite erreichen möchte. Das Motto „Ich investiere nur in die Unternehmen, deren Geschäftsmodell ich verstehe“, das Investmentexperte Warren Buffet geprägt hat, gilt für Privatanleger umso mehr.

Risiko oder Sicherheit? Diese Faktoren helfen bei der Anlageentscheidung

Innerhalb der verschiedenen Anlagemöglichkeiten – Aktien, Staatsanleihen, Festgeld, Tagesgeld, Sparbriefe, Immobilien, Fonds oder Rohstoffe – differiert das Risiko. Dennoch gibt es keine zu 100 Prozent sicheren Geldanlagen. Der Schlüssel zu einer erfolgreichen Anlagestrategie sind Diversifikation, also Streuung des Guthabens auf verschiedene Anlageklassen, und die genaue Prüfung der Geldanlage. Diese Fragen sollten sich Anleger stellen, bevor sie investieren:

Welches Risiko möchte ich bei Geldanlagen eingehen?

Vielen Anlegern fällt es schwer, ihre eigene Risikobereitschaft für hohe Zinsen einzuschätzen. Generell ist abzuwägen,

  • Welches Risiko kann ich tragen, also wie hoch ist mein Einkommen bzw. mein Vermögen?
  • Wie emotional gehe ich mit potenziellen Verlusten um?
  • Welches Risiko verlangt mein persönliches „Sparziel“, also muss ich renditeorientiert anlegen, um eine höhere Rendite zu erzielen?

Wie lange kann ich auf das Geld verzichten?

Die Laufzeit von Geldanlagen hängt ebenfalls von der möglichen Höhe der potenziellen Investition ab: Wer genug verdient, um seine Investition über acht Jahre unangetastet liegenzulassen, der maximiert durch eine langfristige Geldanlage die ausgeschüttete Dividende oder die Rendite. Mittelfristige Anlageformen mit einer Laufzeit von drei bis sieben Jahren verlangen eine höhere Risikobereitschaft, wenn dasselbe Ertragsziel angestrebt wird. Kurzfristige Anlageformen von ein bis drei Jahren Laufzeit ermöglichen dem Investor vergleichsweise schnell wieder auf sein Geld zurückzugreifen, die kurze Laufzeit begünstigt aber auch das Risiko bei hohen Rendite-Aussichten. In der Regel gilt: Längere Laufzeiten werden auch mit höheren Zinsen honoriert, insbesondere wenn die Handelbarkeit der Kapitalanlage eingeschränkt oder nicht organisiert ist. Denn der Investor ist länger gebunden. Das wird durch den Zinssatz bzw. hohe Zinsen honoriert.

Welche Geldanlagen zahlen sich durch hohe Rendite aus?

Niedrigzinsphase, Immobilienboom & erstarkendes Umweltbewusstsein sind nur einige aktuelle Phänomene, die sich auf die Rentabilität und das Risiko verschiedener Geldanlagen auswirken. Diese Anlageformen versprechen zwar hohe Zinsen, bergen aber auch Risiken:

Aktien & Fonds

Als Klassiker unter den Geldanlagen profitieren Aktien derzeit vom niedrigen Leitzins in Europa und der Welt. Mit einem breiten Portfolio und Gespür für den Finanzmarkt lassen auf lange Sicht gute Renditen erwarten. Gute Chancen bescheinigt die Theorie der Portfolio-Auswahl von Wirtschaftsnobelpreisträger Harry Markowitz, die besagt, dass ein breites Portfolio unterschiedlicher Assetklassen bei langer Laufzeit für eine sichere Rendite spricht. Das gesteigerte Umweltbewusstsein der Aktieninvestoren macht zudem nachhaltige, grüne Fonds immer attraktiver.

Immobilien

Angesichts des anhaltenden Niedrigzinses und der steigenden Nachfrage nach Wohneigentum lohnte sich die Investition in Immobilien in den letzten Jahren: Die Finanzierung kostet fast nichts, wohingegen viele Menschen bereit sind, hohe Mieten bzw. hohe Preise für Häuser oder Wohnungen zu zahlen. Anleger, die eine Immobilie kaufen, sollten ein langfristiges Investment planen, denn die Spekulationsfrist von 10 Jahren macht einen Verkauf vor Ablauf dieser Frist sehr unattraktiv – zuvor muss Einkommenssteuer auf dieses „private Veräußerungsgeschäft“ gezahlt werden (EStG §23). Aber auch hier gilt, dass Faktoren wie Bausubstanz, Erhaltungsaufwand, Nebenkosten, Lage und langfristige Vermietbarkeit beachtet werden müssen. Außerdem macht die Verwaltung der Wohnung oder des Hauses einige Arbeit. Auch hier sind Risiken nicht ausgeschlossen. Die Immobilienpreise sind auf einem Rekordstand, der Markt könnte auch jederzeit nachgeben. Hohe Renditen sind inzwischen meist nur noch erzielbar, wenn ein weiterer Anstieg der Immobilienpreise und Mieten erwartet wird. Das ist jedoch fraglich.

Crowdinvesting

Immobilienprojekte nutzen derzeit oft den Mechanismus des Crowdinvestings, denn die lukrativen Rendite-Chancen von Immobilieninvestitionen lassen sich so gut mit den Vorteilen von Unternehmensanleihen kombinieren: Auf Online-Finanzplattformen wie SKAPA investieren Anleger in bestimmte, ausgewählte – oft nachhaltige – Projekte, die attraktive und hohe Zinsen bieten. Die Investitionssumme ist dabei geringer als beim Kauf eines eigenen Hauses, zudem ist der Anlagezeitraum kürzer. Start-ups nutzen diese Anlageform ebenfalls erfolgreich, sind aber in ihren Erfolgsaussichten sicherlich schwerer zu beurteilen als ein konkretes Immobilienprojekt.

Exotische Geldanlagen & Rohstoffe

Über 27 Prozent der Deutschen glaubten 2017, dass Goldinvestitionen innerhalb von drei Jahren den meisten Gewinn abwerfen werden. Tatsächlich entwickelt sich der Goldpreis weiterhin nach Oben. Auch andere „Rohstoffe“ und Sachwerte steigern Ihren Wert, weshalb mutige Investoren oder Sammler zum Beispiel auf Oldtimer oder Whiskey setzen. Die positive Eigenschaft von Sachwertinvestitionen besteht im Schutz vor Inflation. Wer damit Rendite erzielen will, muss sich klarmachen, dass sowohl Gold als auch Sammelobjekte nicht arbeiten und damit keine Rendite erzielen. Die Erwartung auf einen höheren Verkaufspreis ist also eine Wette in die Zukunft. Die historischen Daten zeigen, dass Goldpreise auch immer mal wieder eingebrochen sind, so z.B. nach 2012.

Soll die Geldanlage andere Kriterien erfüllen: Nachhaltigkeit oder Komfort?

In letzter Zeit gesellten sich zu den drei Pfeilern des magischen Dreiecks der Vermögensanlage (Laufzeit, Rendite, Risiko) weitere Kriterien, die Anlegern immer wichtiger werden. Zum einen wählen viele Anleger einen Finanzplan aus, der nicht viel Pflege benötigt oder von einem externen Finanzberater oder Vermögensverwalter betreut wird. Ein anderer Trend sind grüne Geldanlagen, die angesichts des gestiegenen ethischen Bewusstseins der Anleger immer beliebter werden. Die Rendite-Chancen steigen bei diesen grünen Projekten durch den positiven Leverage-Effekt, den die grünen Geldanlagen anstreben.

Hohe Zinsen – Muss lukratives Investment immer mit hohem Risiko verbunden sein?

Clevere Anleger wissen schon längst, dass nicht maximale Rendite das Ziel ihrer Anlagestrategie sein sollte, sondern vernünftiges Wirtschaften nach individuellen Kriterien. Schnelles Geld ohne Risiko ist ebenso wenig möglich wie maximale Sicherheit und hohe Rendite: Anleger sollten sich deshalb eingehend über Chancen und Risiken von verschiedenen Geldanlagen informieren und sich Gedanken über Laufzeit, Sparziel und andere Kriterien machen. Grundsätzlich gilt, wer sein Geld streut, minimiert Risiken und kann in Summe eine attraktive Rendite einfahren.

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